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(Dies ist ein Auszug aus meinem Buch: Was ist Weihnachten?)
3. Chislev 3754
= 17. November 7 vor Christus
nach Matthäus 2, 1 - 12:
Aber dann sollte alles ganz anders kommen. Zwar hatten wir nahezu alles für die Reise Notwendige gepackt, aber infolge eines ganz außergewöhnlichen Besuches reisten wir erst zwei Tage später ab. Auch unser Reiseziel hatte sich geändert, denn wir gingen damals nicht, wie geplant nach Hause, sondern flüchteten nach Ägypten. Warum? Nun, das hat der Apostel Matthäus in seinem Evangelium Kapitel 2 ab Vers 13 genau be-schrieben. Ich möchte meinen Bericht über Weihnachten Anno 3753 nicht mit dieser Sache beenden, nein, ich will zum Schluss noch von jenem Besuch erzählen, der unseres Erachtens einfach einen "zunächst" wunderschönen Abschluss dieser Niederschrift bildet.
Einleitend konnten wir an jenem Abend ein Naturphänomen beobachten. Die Dämmerung war bereits in dunkle Nacht übergegangen, als es plötzlich so schien, als hätte es sich der Tag nochmals anders überlegt. In unserer Wohnstube wurde es nämlich hell. Natürlich trieb uns die Neugierde hinaus. Dort konnten wir sehen, dass im Sternbild der Fische zwei Sterne, nämlich Jupiter und Saturn, über Betlehem standen und es, beeinflusst durch das Zodiakallicht, mit einem Lichtkegel erleuchtete (Dieses Fachwissen erfuhr ich wenig später von unserem Besuch!). Als wir so beobachtend einige Zeit im Hof standen, stellten wir fest, dass sich der Lichtkegel verengte und schließlich nur noch unser Haus angestrahlt wurde.
Ca. eine halbe Stunde später hörten wir dann eine kleine Karawane auf uns zukommen. Auf Kamelen ritten drei sich durch ihre Kleidung von den anderen abhebende Männer voraus. Vor uns machten sie halt und baten, unser vor acht Monaten geborenes Kind sehen zu dürfen.
Josef und ich waren überwältigt. Irgend etwas Unerklärliches ging da vor sich. Zuerst war da dieses "Wunder am Himmel" und nun mussten wir zusehen, wie drei erwachsene Männer sich vor Jesus auf dem Boden niederwarfen, ihn anbeteten und mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkten. Wenige Augenblicke später durften wir dann ihre Geschichte aus dem Munde des Ältesten hören:
"Wir sind Mitglieder einer allmählich aussterbenden Gruppe von Sterndeutern aus dem Heilgtum des Gottes Marduk in Babylon . Seit vielen Jahren betreiben wir dort die von unseren Vorfahren zu hoher Blüte gebrachte rechnende Astronomie und warteten deshalb am 1. Nisan 3753 (am Geburtstag Jesu) auf den Frühaufgang des Jupiters im Tierkreiszeichen der Fische. Zweieinhalb Wochen später gesellte sich Saturn hinzu. Daraus lasen wir folgende Botschaft:
Da Jupiter der Königsstern und Saturn der Stern der Juden war, musste am 1. Nisan in Israel ein ganz bedeutender (im Zeichen der Fische ist Jupiters Wirkung am mächtigsten) König geboren worden sein (Geburt und Frühaufgang des Sterns eines Menschen finden gleichzeitig statt). Wir machten uns also auf den Weg, um diesem Kind zu huldigen.
Die ganze Zeit über wurden wir von unserem Jahrtausendereignis (tatsächlich findet diese Sternenkonstellation mit dreimaliger Konjunktion nur alle 854 Jahre statt!) begleitet. Mitte Siwan (Mai/Juni) fand die erste Konjunktion beider Planeten statt. Mitte Ab (Juli/Aug.) ihr erster Stillstand und am 1. Tischri (15. Sept.) ihr atemberaubender gemeinsamer Abendaufgang. Ca. zwei Wochen später kam es dann zur zweiten Konjunktion.
Als wir endlich über Damaskus in Israel ankamen, suchten wir natürlich zunächst beim regierenden König Herodes in Jerusalem nach dessen "Nachfolger". Dieser jedoch war zutiefst bestürzt, berief die führenden Priester und Gesetzeslehrer ein und fragte sie: "Wo soll der verheißene Messias-König geboren werden?"
"In Bethlehem in Judäa", antworteten sie, "denn der Seher Micha prophezeite: »Du, Bethlehem, bist keineswegs die kleinste Stadt im Land Juda, denn aus dir wird der künftige Herrscher kommen, der mein Volk schützen und leiten soll.«"
Daraufhin berief uns Herodes in aller Heimlichkeit und fragte: "Wann habt ihr den Stern im Frühaufgang gesehen?" und schickte uns mit den Worten: "Geht und erkundigt euch genau nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, gebt mir Nachricht! Ich will dann auch hingehen und ihm huldigen", nach Betlehem.
Wir machten uns also auf den Weg in die 10 km entfernte Stadt. Und plötzlich war auch wieder die Himmelserscheinung da, über deren Auftreten wir uns sehr freuten. Sie strahlte auf Bethlehem hernieder und der Lichtkegel wurde mit der Zeit so schmal, dass er nur noch euer Haus hell erleuchtete."
Als der Sterndeuter geendet hatte, zogen sich alle zurück. Am frühen Morgen traten sie den weiten Heimweg an. Sie teilten uns noch mit, dass sie im Traum die göttliche Weisung erhalten hatten, nicht wieder zu Herodes zu gehen. Deshalb nahmen sie eine andere Reiseroute.
© Vanessa - Fotolia.com

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