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In Teil 20 habe ich zu den Versen Versen 15 und 25-27 von Kapitel 11 Folgendes geschrieben:
Zu Vers 15:
... wann wird dieser Tag, an dem Tote wieder lebendig werden, sein? Diese Frage wird in den Versen 25 - 27 klar und deutlich beantwortet:
Mit anderen Worten:
...
Und zu den Versen 25-27:
Und wieder weist Paulus darauf hin, aus dem Gesagten keine falschen Schlüsse zu ziehen. Deshalb offenbart er den Christen von Rom (und uns) ein Geheimnis. Was er sagt, ist deshalb ein Geheimnis, weil Gott es bisher nicht geoffenbart hatte. Es hat also nicht den Charakter einer schwer verständlichen Sache. Es wurde lediglich bisher nicht "verraten"!
Das Geheimnis besteht aus drei Teilen:
...
Das hört sich so an, als stünde diese Auslegung auf einem felsenfesten Fundament. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Was nämlich die Auslegung prophetischer Texte angeht, gibt es in der Christenheit ganz verschiedene Interpretationen. Einige von ihnen, nämlich die, deren Vertreter an göttliche Prophetie glauben, möchte ich Ihnen in diesem Exkurs ganz kurz vorstellen.
Betrachten Sie diesen Exkurs bitte nicht als eine umfassende Ausarbeitung. Die Thematik ist so komplex, dass dieser Exkurs nur einen Überblick und kleinen Einblick bieten kann.
Den Exkurs habe ich mit Prophetie, Eschatologie & Endzeitmodelle überschrieben. Die einzelnen Begriffe haben folgende Bedeutung:
Viele Christen mögen diese Thematik nicht. Sie haben erlebt, wie Artikel und ganze Bücher damit gefüllt wurden, was in naher Zukunft geschehen wird. Da wurden Bezüge zu aktuellen Geschehnissen und zur aktuellen Politik hergestellt, mehr oder weniger genaue Daten angegeben und am Ende war alles nur heiße Luft.
Meines Erachtens darf man das Kind aber nicht mit dem Bad ausschütten. Würde man bei anderen Themen genauso handeln, würde man vieles vom "Lehrplan" streichen.
Es gibt gute Gründe dafür, warum Christen sich sehr wohl mit eschatologischen Fragen beschäftigen sollten:
Einen Hinweis möchte ich trotzdem noch hinzufügen: Matthäus 24,36.43f+50, Lukas 12,39.40+46 und Apostelgeschichte 1,7 warnen vor der Berechnung eines genauen Zeitpunktes. In Markus 13,32 sagt Jesus in seiner Endzeitrede: "Von jenem Tag oder der Stunde weiß niemand. Weder die Engel im Himmel noch der Sohn. Nur der Vater kennt die genauen Zeitpunkte. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann die genaue Zeit ist!"
Meines Erachtens beruhen die verschiedenen Interpretationen auf verschiedenen Methoden der Auslegung der Bibel (Hermeneutik). Auch zu dieser Thematik kann ich Ihnen nur einen kleinen Einblick und Eindruck vermitteln.
Die Bibel ist kein Buch menschlichen Ursprungs. Deshalb kann man sie ohne eine richtige Methode und gesunde Regeln nicht auslegen. In Bezug auf die Auslegung eschatologischer Themen gab es in der Kirchengeschichte viele verschiedene Methoden. Heute sind es nur noch zwei, welche die Auslegung von Prophetie entscheidend beeinflussen, nämlich die allegorische und die grammatikalisch-historische Methode.
Die allegorische Methode ist mit dem wörtlichen Sinn alleine nicht zufrieden. Sie möchte zudem einen geistigeren und tieferen Sinn erfassen. Und dieser zweite Punkt wird teilweise dermaßen stark betont, dass oftmals die ursprüngliche Bedeutung, der wörtliche und historische Sinn, völlig ignoriert wird. Folgende Gefahren birgt diese Art der Schriftauslegung in sich:
Diese Gefahren machen deutlich, dass die Schrift oftmals nicht ausgelegt, sondern verdreht wird. Deshalb muss man die allegorische Schriftauslegung vor sich selber schützen und darf sie nur mit festen Regeln anwenden - zum Beispiel:
Die grammatikalisch-historische (wörtliche) Schriftauslegung ist das genaue Gegenteil der allegorischen Methode. Bei ihr erhält jedes Wort die Bedeutung, die es grammatikalisch und historisch hat. Dadurch wird die Auslegung auf Tatsachen gegründet.
Eine dritte Methode ist weniger eine Methode als vielmehr eine Haltung gegenüber der Bibel.
Christen glauben normalerweise, dass die Bibel von Gott inspiriert und somit Gottes Wort an die Menschen ist. Aufgrund dieser Überzeugung haben sie weder Probleme an die Schöpfung in sechs Tagen, noch an Wunder und auch nicht an prophetische Vorhersagen zu glauben.
Dies unterscheidet sie von Bibelkritikern, für die die Bibel ein Buch wie jedes andere ist.
Im Grunde genommen geht es um die ganze Heilsgeschichte, von der Schöpfung bis in die Ewigkeit. Aber wenn wir von Eschatologie sprechen, dann geht es mehr um folgende Themen und deren Einordnung in den Ablauf der Heilsgeschichte Gottes:
Natürlich sind dies längst nicht alle endzeitlichen Geschehnisse, die es in die Heilsgeschichte einzuordnen gilt. Insbesondere die Trübsalzeit bietet viel Stoff für weitere Ausführungen.
Es gibt sehr viele Endzeitmodelle. Ich werde mich hier auf ein paar wenige beschränken und nur bibeltreue Modelle behandeln.
Zunächst möchte ich Ihnen aber einige "Systeme" vorstellen. Gestern habe ich versucht, diese Thematik meiner Frau nahe zu bringen. Es war eine Katastrophe. Das lag nicht an meiner Frau, sondern an meiner Unfähigkeit, die Begriffe für diese Systeme auszusprechen. Ich weiß, dass es anderen genauso geht. Deshalb möchte ich versuchen, die Bezeichnungen auf irgendeine Weise einzudeutschen und hoffe, dass mir dies gelingt.
Welches sind nun die zugrunde liegenden Systeme der Endzeitmodelle? Folgende:
Dispensationalismus ist ein Begriff, den ich noch gut über meine Lippen bringe. Dennoch möchte ich ihn mit "Epochenlehre" wiedergeben. Gemeint ist damit, das sich der Heilsplan Gottes in verschiedenen Epochen entfaltet - zum Beispiel in der "Epoche Israel", in der "Epoche Gemeinde", ...
Vom Dispensationalismus gibt es noch eine extreme Form, den Ultra-Dispensationalismus. In der Ultra-Epochenlehre wird zwischen Israel und der Gemeinde ganz scharf getrennt (ein Bibeltext gilt nur für einen von beiden)!
Die Epochenlehre wird in Deutschland hauptsächlich in Brüdergemeinden, in Teilen der Gemeinschaftsbewegung und in baptistischen Freikirchen vertreten.
Der Dispensationalismus wird auch gerne als "Lehre der Haushaltungen" bezeichnet. Hierbei legen dann die Bezeichnungen der verschiedenen Epochen einen etwas anderen Schwerpunkt - zum Beispiel:
Millennium ist das lateinische Wort für tausend Jahre. Von daher geht es im Millennialismus um das in Offenbarung 20,1-6 angesprochene Tausendjährige Reich. Deshalb bezeichne ich den Millennialismus mit "Epoche- 1000-Lehre".
Damit aber nicht genug, denn die Epoche-1000-Lehre gibt es in drei Versionen. Zwei davon bringen ihre Beziehung zur Wiederkunft Christi zum Ausdruck. Die Dritte beinhaltet eine Auslegung zur Epoche-1000-Lehre:
5.2.1 - Der Prämillennialismus (Vor-Epoche-1000-Lehre)
Im Prämillennialismus wird die Bibel wörtlich ausgelegt. Deshalb glaubt man an ein wirkliches Reich Christi, das tausend Jahre währt. Die Vorsilbe "Prä" weist dabei darauf hin, dass gemäß des Prämillennialismus Jesu Wiederkunft vor dem Tausendjährigen Reich (der Epoche 1000) stattfindet. Für mich ist der Prämillennialismus die Vor-Epoche-1000-Lehre!
Die Vor-Epoche-1000-Lehre wird in Deutschland hauptsächlich in Freikirchen vertreten.
5.2.2 - Der Postmillennialismus (Nach-Epoche-1000-Lehre)
Im Postmillennialismus wird die Bibel fast immer "geistlich" ausgelegt. Man glaubt (nicht immer) an ein wirkliches Reich Christi, das tausend Jahre währt. Die Vorsilbe "Post" weist dabei darauf hin, dass gemäß des Postmillennialismus Jesu Wiederkunft nach dem Tausendjährigen Reich (der Epoche 1000) stattfindet. Für mich ist der Postmillennialismus die Nach-Epoche-1000-Lehre!
Die Nach-Epoche-1000-Lehre wird in Deutschland hauptsächlich im evangelischen Glauben und im Pietismus vertreten. Diese Lehre ist aber auch in liberalen Kreisen sehr beliebt.
5.2.3 - Der Amillennialismus (Geistliche-Epoche-1000-Lehre)
Der Amillennialismus hat ein hermeneutisches Problem. Die Bibel wird sowohl geistlich als auch wörtlich und auch ungläubig ausgelegt. Man glaubt nicht an ein wirkliches Reich Christi, das tausend Jahre währt. Die Vorsilbe "A" (nicht) weist genau darauf hin. Der Amillennialismus ist davon überzeugt, dass die Epoche-1000 geistlich ist und im Himmel existiert. Für mich ist der Amillennialismus die Geistliche-Epoche-1000-Lehre!
Die Geistliche-Epoche-1000-Lehre wird in Deutschland hauptsächlich in den Großkirchen vertreten.
Präterismus (praeteritum) ist das lateinische Wort für Vergangenheit. Damit wird schon angedeutet, dass sich im Präterismus die meisten Prophetien bereits erfüllt haben. Geschichtlich richtete sich der Präterismus gegen den Protestantismus. Auf diese Weise konnten viele prophetische Bibelstellen, welche sich auf die katholische Kirche deuten lassen, entkräftet werden.
Die Bereits-Erfüllt-Lehre wird in Deutschland verständlicherweise hauptsächlich in katholischen Kreisen vertreten.
Nachdem wir nun ein gutes Fundament für weitere Ausführungen haben, möchte ich zum Schluss noch einige "bibeltreue" Endzeitmodelle vorstellen. Wie bereits angedeutet, gibt es viel mehr solcher Modelle. Dies können Modelle mit geringen Abweichungen sein, es gibt aber auch "missbräuchliche" Verwendungen, bei denen an sich bibeltreue Modelle für Ideologien herhalten müssen. Mit anderen Worten: Prüfen Sie die Modelle einzig und allein anhand biblischer Auslegung. Alles Andere sollten Sie ausblenden, denn jedes Modell hat sein Für und Wider und wird sowohl bibeltreu als auch liberal verwendet!
Noch ein paar Vorbemerkungen:
Erklärung:
Erklärung:
Erklärung:
Erklärung:
Erklärung:
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Damit möchte ich meinen Exkurs zu den Endzeitmodellen beenden und zum Schluss bekennen, dass ich ein Vertreter des in 6.2 beschriebenen Endzeitmodells bin.

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