Startseite
❙ Datenschutz
❙ Impressum
Menü: Geld & Aktien Abnehmen & Sport Religion & Glaube Eigenbau & Kunst Autor Partnerprogramm
Menü
Kommentare - Sachbücher - Harmonien:
Übersicht zum Online-Römerbrief-Kommentar zum:
Übersicht zu den Artikeln über die Karwoche bis Himmelfahrt:
Übersicht zu den Artikeln über Weihnachten:
Übersicht zu Literatur fürs Selbststudium:
In meinem Kommentar habe ich den Römerbrief in eigener Übersetzung wiedergegeben. Wie gut mir dies gelungen ist, das sollen andere entscheiden. Ich habe unter Gebet und mit einem Zeitproblem mein Bestes gegeben.
Vielleicht fragen Sie sich, warum ich nicht einfach einen Text nehme, den es schon gibt. Schließlich mangelt es ja nicht gerade an deutschsprachigen Bibelübersetzungen. Das ist wohl wahr und dennoch erarbeite ich meinen eigenen Text. Warum?
Ein Grund für den eigenen Bibeltext sind die rechtlichen Probleme, die entstehen können. Solche Rechte habe ich mir bei einem anderen Projekt erbeten - und bekam eine Ablehnung. Dann habe ich es woanders probiert, bekam zunächst eine Zusage, die aber später zurückgezogen wurde. Der nächste Versuch kostete viel Geld usw.
Das ist mir ehrlich gesagt zu anstrengend.
Ganz ehrlich - die rechtlichen Probleme waren aber nicht ausschlaggebend. Hauptsächlich ist meine Zielsetzung dafür verantwortlich, dass ich selbst übersetze. Diese werde ich weiter unten ausführen.
Es gibt zwei Extreme. Die einen möchten mit ihrer Bibelübersetzung so nah wie möglich am Urtext bleiben (das geht auf Kosten der Lesbarkeit), und die anderen wollen den Urtext so umschreiben, dass er leicht verständlich ist (das geht auf Kosten der Genauigkeit). Dazwischen gibt es viele Bibeln, die beides miteinander verbinden möchten. Solche Versuche nenne ich einfach einmal eine Übertragung des Urtextes.
Für mich ist die genaueste Übersetzung die "revidierte Elberfelder Bibel" (die trotzdem lesbar ist).
"Die Bibel in heutigem Deutsch" ist für mich eher eine Übertragung.
Und die "VOLKXBIBEL" ist für mich eine Umschreibung.
Sie können anderer Ansicht sein, deshalb schrieb ich "für mich". Aber diese drei Bibeln liegen in aktuellen Versionen vor. Die "alte" Elberfelder Bibel wurde revidiert und die anderen beiden Bibeln sind in heutigem Deutsch, die Letztgenannte sogar in einem Deutsch, das ältere Generationen nicht verstehen.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass eine Bibel erst dann als Gottes Wort akzeptiert wird, wenn sie eine verschnörkelte Sprache enthält. Ich besitze zum Beispiel einen Nachdruck der Original-Bibel von 1741 von Martin Luther. Das ist für manche Christen das allein selig machende und wahre Bibelwort.
Ich vermute, dass Luther darüber sauer wäre und diese seine Bibel verbrennen würde. Warum? Weil Luther, als er die Bibel übersetzte, "dem Volk aufs Maul schaute" und damals eine "Bibel im heutigen Deutsch" verfasste. Und da sich die Sprache seither gewandelt hat, würde er heute zur aktuellen Lutherbibel greifen. Die hört sich zwar nicht so "geistlich" an, wird aber verstanden und sorgt nicht dafür, dass Christen eine Insidersprache lernen, die man oft als "Sprache Kanaans" bezeichnet. Die grenzt andere Menschen, die man ja eigentlich gewinnen möchte, von vornherein aus!
Und selbst das gibt es. Hierbei ist ausschlaggebend, dass man eine bestimmte Lehre oder Ideologie (z. B.: Feminismus) vertritt, die dann durch die Übersetzung ihre Berechtigung bekommen soll. Das ist weder eine Bibelübersetzung noch Übertragung, auch keine Umschreibung, sondern eine Verfälschung.
Fakt ist, dass Gott verstanden werden will. Deshalb wurde zum Beispiel der griechische Text des Neuen Testaments im umgangssprachlichen Koine verfasst. Fakt ist aber auch, dass wir vieles aus der Bibel nicht verstehen können, weil uns das Hintergrundwissen fehlt oder uns die schwerpunktmäßigen Bedeutungen von Begriffen nicht bekannt sind oder es uns schlichtweg auch an Bibelkenntnis mangelt, um den gerade vorliegenden Text verstehen zu können. Es gibt noch viele andere Gründe, warum wir uns heutzutage mit dem Verständnis der Bibel schwertun. Da hilft es dann auch nicht, wenn manchmal gesagt wird, dass die Bibel sich selbst auslegt und man deshalb auf Kommentare, Bibellexika und andere Hilfsmittel verzichten kann. Ja, die Bibel legt sich selbst aus, aber wer dies so absolut wiedergibt wie gerade beschrieben, dem mangelt es meines Erachtens an Ehrfurcht vor Gott und Respekt denen gegenüber, die in jahrelanger Kleinarbeit die Bibel in eine andere Sprache übersetzen.
Nachdem ich Ihnen nun ein wenig über Bibelübersetzungen erzählt habe, möchte ich die Zielsetzung für meine Auslegungsreihe und damit auch für den Bibeltext weiter ausführen.
3.1 - Im Grunde genommen möchte ich den Bibeltext so wenig wie möglich auslegen. Das spricht dafür, dass ich mich in einer Umschreibung des Urtextes versuchen sollte.
3.2 - Auf der anderen Seite möchte ich, dass mein Bibeltext für eine Analyse tauglich ist. Dann müsste ich eigentlich eine Übersetzung anstreben.
3.3 - Das ändert aber nichts daran, dass man viele Aussagen auch übertragen könnte, quasi eine Symbiose zwischen Übersetzung und Übertragung schafft.
3.4 - Und vieles ließe sich gut übertragen, was ich aber an manchen Stellen absolut nicht möchte.
Sie verstehen, diese Gründe führen dazu, dass an einer eigenen Übersetzung kein Weg vorbei geht. Sie dürfen aber gerne meine Übersetzung mit der Ihren und anderen Bibeltexten vergleichen.
Zum Abschluss möchte ich meine Zielsetzung noch an Textbeispielen von Teil 007 deutlich machen.
Zu 3.1: Wenn möglich keine Auslegung!
Kap. 1,13 - Rev. Elberfelder Bibel: "... unter euch einige Frucht haben möchte, wie ..."
Mein Text: "... Menschen für Christus gewinne."
Das ist für mich eine Umschreibung dessen, welche Auslegung der Textzusammenhang nahelegt. Und wenn ich gleich so übersetze, kann ich mir viele Worte sparen!
Zu 3.2: Eine analysetaugliche Übersetzung!
Kap. 1,11 - Mein Text:
Denn ich sehne mich sehr danach, euch richtig kennenzulernen, damit ich mit dem, was Gottes Geist mir schenkt, euren Glauben stärken kann.
Im Urtext wird deutlich, dass Paulus seine Kennenlern-Sehnsucht begründet. Deshalb beginnt mein Vers mit einem "denn". Er begründet dreifach und nennt in Vers 11 den ersten Grund: "Gnadengabe zur Stärkung." Mein "damit" macht dies deutlich.
Dies ist natürlich nur ein ganz simples Beispiel. Und dennoch kann schon diese Struktur völlig untergehen - zum Beispiel so: "Ich sehne mich danach, euch richtig kennenzulernen. Ich würde gerne mit dem, was Gottes Geist mir schenkt, euren Glauben stärken." Da ist von einer Begründung keine Spur mehr!
Zu 3.3: Eine Symbiose zwischen Übersetzung und Übertragung!
Kap. 15,28 - Rev. Elberfelder Bibel: "Wenn ich dies nun vollbracht und diese Frucht ihnen versiegelt habe, ..."
Mein Text: "Sobald ich diese Aufgabe erfüllt und die Spende ordnungsgemäß übergeben habe, ..."
Hier geht es mir um den Wortlaut "diese Frucht ihnen versiegelt habe". Das muss meines Erachtens nicht so unverständlich wiedergeben werden. Deshalb übertrage ich dies und übersetze "die Spende ordnungsgemäß übergeben".
Zu 3.4: Wenn ich beim Ur-Wort bleiben will!
In Kap. 15, 25 + 26 ist von den "Heiligen von Jerusalem" die Rede. Dies hätte ich gut und gerne mit "den Gläubigen" oder "der Gemeinde" wiedergeben können. Aber wegen des katholischen Heiligenverständnisses wollte ich beim Urtext-Wort bleiben.
Zu dieser Thematik gäbe es noch sehr viel zu schreiben. Ich will es dabei aber bewenden lassen und Sie zu folgenden Anwendungen ermutigen:

© copyright by verlag-wolfgang-molzahn.com