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Der Römerbrief:
Text, Auslegung & Anwendung
Römer 1,16 - 5,11:
Zusammenfassung zu "Die Gerechtigkeit Gottes"

In dieser Lektion möchte ich die wichtigsten Aussagen über Gottes Gerechtigkeit / Rechtfertigung sammeln, ordnen und wenn nötig, ein wenig kommentieren.

SündenGottes Gerechtigkeit / Rechtfertigung in Römer 1 Vers 16 bis Römer 5 Vers 11!

Paulus schreibt in Kapitel 1,17 den Christen von Rom, dass im Evangelium Gottes Gerechtigkeit offenbar wird. Es handelt sich dabei um die Gerechtigkeit Gottes, welche sowohl vom mosaischen Gesetz als auch von den Propheten (also vom Alten Testament) bezeugt wird (3,21).

Gott ist gerecht

Gott ist gerecht. Deshalb ist auch Gottes Gericht gerecht (2,5). Obwohl Christus nicht sofort nach dem Sündenfall als Sühneopfer gestorben ist, hat der gerechte Gott das Problem der Sünde aller Menschen und damit auch die Möglichkeit der Rettung für alle Menschen gelöst. In Jesu Sühneopfer sind die vor dem Opfer geschehenen und die nach dem Opfer geschehenden Sünden in die Rechtfertigung mit einbezogen. Dass er gerecht ist, beweist Gott also durch seine Gerechtigkeit (3,25+26). Aber auch unsere Ungerechtigkeit beweist seine Gerechtigkeit (3,5).

Gottes Gerechtigkeit ist eine absolute Gerechtigkeit

Gottes Gerechtigkeit / Rechtfertigung löst das Problem der Sünde(n) (3,25+26). Das Urteil über diese Sünde ist der Tod (1,32). Da alle Menschen unter der Herrschaft der Sünde stehen, ist nicht ein einziger Mensch gerecht (3,10). Somit verurteilt Gottes Gerechtigkeit jeden Menschen zum Tod.

Der willentlich missverstandene Weg zur Erlangung der Gerechtigkeit Gottes

Das mosaische Gesetz zeigt auf, was Sünde ist und überführt jeden Menschen der Sünde. Da jeder Mensch unter der Herrschaft der Sünde steht, scheitert aber auch jeder am mosaischen Gesetz und bricht es. Wenn nun Gott sagt, dass er jeden, der das mosaische Gesetz tut, für gerecht erklärt (2,13) (Der Mensch, der das ganze Gesetz erfüllt, wird dadurch leben (10,5).), dann erwartet er, dass jeder Mensch zu dem Schluss kommt, dass er auf diesem Wege die Gerechtigkeit Gottes nicht erlangt. So wäre dann, um es mit den Worten von Paulus im Galaterbrief (3,24) zu sagen, das Gesetz ein Zuchtmeister auf Christus hin.

Die Menschen bringen diese Ehrlichkeit aber nicht auf. Sie wollen die Gerechtigkeit Gottes auf dem Weg von Gesetzeswerken erlangen. Dass dies unmöglich ist, sagt Paulus mehrfach in unserem Abschnitt:

  • 3,28 - Werke, wie sie das mosaische Gesetz fordert, tragen nicht dazu bei, für gerecht erklärt zu werden.
  • 4,2 - Eigene Leistungen sind nicht das, was vor Gott rechtfertigt.
  • 4,5 - Wem Gerechtigkeit angerechnet wird, der kann dazu keine Leistungen erbringen.
  • 3,20 - Aufgrund von Gesetzeswerken wird kein Mensch vor Gott gerecht.
  • 3,21 - Gottes Gerechtigkeit ist ohne Mitwirkung des mosaischen Gesetzes offenbart worden.
  • 3,27 - Die Gerechtigkeit aus Glauben lässt keinen Raum für ein Rühmen, das durch Gesetzeswerke möglich wäre.
  • 4,2 - Schon Abraham ist nicht durch eigene Leistungen gerechtfertigt worden.

Der Vollzug der Gerechtigkeit Gottes

Der Lohn der Sünde ist der Tod (6,23). Und dieser Lohn für die Sünde muss bezahlt werden, damit Gottes Gerechtigkeit vollzogen werden kann. Jesus ist als Sühneopfer für die Sünden der gesamten Menschheit gestorben, sowohl für die Sünden der Menschen vor seinem Opfertod als auch für die Sünden der Menschen nach seinem Opfertod (3,25+26). Durch sein vergossenes Blut kann jeder Mensch gerechtfertigt werden (5,9). Und Gott hat Jesus wegen unserer Rechtfertigung auferweckt (4,25). Alle Menschen werden durch die Erlösung, die in Christus Jesus geschehen ist, gerechtfertig (3,24).

Wie Abraham gerechtfertig wurde

Abraham wurde nicht durch eigene Leistungen / Werke gerechtfertig (4,2). Er glaubte Gott und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet (4,3), was reine Gnade war (4,4). Diese Glaubensgerechtigkeit bekam Abraham schon im Zustand des Unbeschnittenseins (4,11). Die Beschneidung war das Siegel der Glaubensgerechtigkeit (4,11). Sein Glaube, der ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, war die felsenfeste Überzeugung, dass Gott das, was er verheißen hat, auch tun kann (4,21+22), dass Gott Tote lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft (Gottes Verheißung beinhaltete einen Erben, den er mit Sara haben sollte. Doch Abraham konnte keine Kinder mehr zeugen und Sara konnte keine Kinder mehr bekommen.) (4,17b).

Wie (auch) wir gerechtfertigt werden

Das sagt unser Abschnitt an mehreren Stellen. Er fängt damit an, dass man aufgrund des Glaubens Zugang zu dieser Gerechtigkeit Gottes hat und dass sie zu Glauben führt (aus Glauben zu Glauben). Der Gerechte wird nämlich aus Glauben leben (1,17).

Die Grundlage der Gerechtigkeit Gottes ist der Glaube an Jesus Christus. Sie kommt all denen zugute, die glauben (3,22). Dann wird der Mensch für gerecht erklärt (3,28). Und das betrifft sowohl die Juden als auch die Heiden (also alle Menschen) (3,20). So war es schon bei Abraham (4,3).

Mit etwas anderen Worten: Wer an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet (4,5). Dieses Anrechnen der Gerechtigkeit heißt, dass mir die Sünden vergeben sind (4,7+8).

Paulus definiert den Glauben weiter und schreibt, dass auch uns, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn von den Toten auferweckt hat, die Gerechtigkeit angerechnet wird (4,24). Wir werden durch das Sühneopfer Jesu (3,25+26), durch sein Blut gerechtfertigt (5,9).

Was geschieht bei der Rechtfertigung

Durch die Gerechtigkeit Gottes werden bei unserer Rechtfertigung unsere Sünden vergeben (4,7+8). Dadurch werden wir ganz gewiss vom Zorn Gottes gerettet (5,9). Die Feindschaft mit Gott ist zu Ende und wir haben Frieden mit Gott (5,1). Das Rechtfertigungsbeispiel und -Vorbild von Abraham multipliziert sich (4,11).

Diese (echte) Rechtfertigung ist umsonst, ist Gnade Gottes (Begnadigung) (3,24 + 4,4). Nur wer diese Rechtfertigung angerechnet bekommt, ist zu beglückwünschen (4,6).

Wichtige und persönliche Erkenntnisse

Der gerechte Gott offenbart im Evangelium seine Gerechtigkeit. In dieser Gerechtigkeit schafft er dem Sünder einen Weg zum Heil (heilschaffende Gerechtigkeit), sühnt die Sünden aller Menschen von Adam an (richterlich urteilende Gerechtigkeit) und bietet ihm seine Rechtfertigung an (geschenkte Gerechtigkeit).

Vor Gott sind alle Menschen Sünder. Wir sind gottlos und ungerecht. Gottes gerechtes Urteil darüber lautet "Tod". Der Mensch weiß darum und versucht, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Er möchte durch eigene Verdienste / Gesetzeswerke vor Gott gerecht werden. Damit betrügt er sich selbst, denn nur wer das ganze Gesetz erfüllt und niemals sündigt, wird dadurch leben. Gesetzeswerke können keinen Beitrag zur Rechtfertigung leisten. Sie entsprechen nicht der Gerechtigkeit Gottes und sind nicht das, was vor Gott rechtfertigt.

Jesus hat den Preis für die Sünde bezahlt. Er ist das Sühneopfer für die gesamte Menschheit. Nur durch seinen Opfertod (sein vergossenes Blut) und seine Auferstehung besteht die Möglichkeit, die Rechtfertigung vor Gott zu erlangen. Auf der Grundlage des Glaubens an Jesus Christus kommt jedem, der glaubt, die Gerechtigkeit Gottes zugute. So rechtfertigt Gott den Gottlosen und vergibt ihm die Sünden. Und so war es schon bei Abraham.

Wer gerechtfertigt ist, der ist hundertprozentig vom Zorn Gottes gerettet und hat Frieden mit Gott. Dieser hat ihn begnadigt (umsonst gerechtfertigt).

Stellen im Römerbrief Kapitel 1,16 bis 5,11:

1,17 - Im Evangelium wird Gottes Gerechtigkeit offenbar.
1,17 - Zu Gottes Gerechtigkeit hat man aufgrund des Glaubens Zugang (aus Glauben).
1,17 - Gottes Gerechtigkeit führt zum Glauben (zu Glauben).
1,17 - Der Gerechte wird aus Glauben leben.
2,5 - Gottes Gericht ist gerecht.
2,13 - In Gottes Augen sind die, welche das mosaische Gesetz nur hören, nicht gerecht.
2,13 - In Gottes Augen werden die, welche das mosaische Gesetz tun, für gerecht erklärt.
3,5 - Unsere Ungerechtigkeit erweist Gottes Gerechtigkeit.
3,10 - Nicht ein einziger Mensch ist gerecht.
3,20 - Aufgrund von Gesetzeswerken wird kein Mensch vor Gott gerecht.
3,21 - Gottes Gerechtigkeit ist ohne Mitwirkung des mosaischen Gesetzes offenbart worden.
3,21 - Gottes Gerechtigkeit wird vom mosaischen Gesetz bezeugt.
3,21 - Gottes Gerechtigkeit wird von den Propheten bezeugt.
3,22 - Die Grundlage der Gerechtigkeit Gottes ist der Glaube an Jesus Christus.
3,22 - Die Gerechtigkeit Gottes kommt all denen zugute, die glauben.
3,24 - Alle Menschen werden umsonst gerechtfertigt.
3,24 - Alle Menschen werden durch seine Gnade gerechtfertigt.
3,24 - Alle Menschen werden durch die Erlösung, die in Christus Jesus geschehen ist, gerechtfertigt.
3,25 - Die vor dem Sühneopfer Jesu geschehenen Sünden sind in dieser Rechtfertigung mit einbezogen.
3,25 - Auch dadurch beweist Gott seine Gerechtigkeit.
3,26 - Nach dem Sühneopfer Jesu beweist Gott seine Gerechtigkeit dadurch, dass er den für gerecht erklärt, der an das Sühneopfer Jesu glaubt.
3,26 - Gott beweist durch seine Gerechtigkeit, dass er gerecht ist.
(3,27 - Die Gerechtigkeit aus Glauben lässt keinen Raum für ein Rühmen. Das Gesetz des Glaubens schließt dieses Rühmen aus.)
3,28 - Der Mensch wird aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt.
3,28 - Werke, wie sie das mosaische Gesetz fordert, tragen nicht dazu bei, für gerecht erklärt zu werden.
3,30 - Wirklich alle Menschen, also Juden und Heiden werden aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt.
4,2 - Abraham ist nicht durch eigene Leistungen gerechtfertig worden.
4,2 - Eigene Leistungen sind nicht das, was vor Gott rechtfertigt.
4,3 - Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.
(4,4 - Diese angerechnete Gerechtigkeit ist Gnade.)
4,5 - Wem Gerechtigkeit angerechnet wird, der kann dazu keine Leistungen erbringen.
4,5 - Wer an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet.
4,6 - Der Mensch ist zu beglückwünschen, dem Gott seine Gerechtigkeit ohne Gegenleistungen anrechnet.
(4,7+8 - Die Gerechtigkeit anrechnen beinhaltet die Vergebung der Sünden.)
4,9 - Diese Beglückwünschung zur angerechneten Gerechtigkeit durch den Glauben gilt für Juden und Heiden.
4,11 - Die Beschneidung empfing Abraham als Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit.
4,11 - Abraham war schon unbeschnitten glaubensgerecht.
4,11 - Allen Glaubens-Kindern Abrahams wird die Gerechtigkeit angerechnet.
4,13 - Abraham und seine Nachkommen wurden durch die Glaubensgerechtigkeit der Welt Erben (Glaubensvater vieler Völker).
4,21+22 - Abraham wurde der Glaube, der felsenfest davon überzeugt war, dass Gott das, was er verheißen hat (Nachkommenschaft, obwohl er keine Kinder mehr zeugen und Sara keine Kinder mehr bekommen konnte), auch tun kann, zur Gerechtigkeit angerechnet.
4,24 - Auch uns, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn von den Toten auferweckt hat, wird die Gerechtigkeit angerechnet werden.
4,25 - Gott hat Jesus wegen unserer Rechtfertigung auferweckt.
5,1 - Nachdem wir nun durch den Glauben für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
5,9 - Jetzt, da wir durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn ganz gewiss vom Zorn Gottes gerettet werden.



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