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Meine etwas eigenwillige Vorgehensweise bei der Auslegung des Römerbriefes kennen Sie ja nun schon. Und da es in der Struktur von Kapitel 1,16 bis 5,11 wieder eine Besonderheit gibt, möchte ich auch in diesem großen Abschnitt eigene Wege gehen. Lassen Sie mich Ihnen diese Besonderheit kurz erläutern.
In Kapitel 1,16 bis 5,11 des Römerbriefes führt Paulus verschiedene Themen aus. Diese sind zum Beispiel
Nun ist es so, dass man von der Struktur her, diesen Text zwei Mal mit den absolut gleichen Überschriften versehen könnte:
1,16+17: Das Evangelium, das Gottes Gerechtigkeit offenbart, ist Gottes Kraft zur Errettung jedes Glaubenden (Themenüberschrift / Zusammenfassung). |
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| 1,18: Gott offenbart seinen Zorn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen (Themenüberschrift / Zusammenfassung). |
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| 1,19 - 3,20: Gott offenbart seinen Zorn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen (Ausführungen zur Überschrift). |
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| 3,21 - 5,11: Das Evangelium, das Gottes Gerechtigkeit offenbart, ist Gottes Kraft zur Errettung jedes Glaubenden (Ausführungen zur Überschrift). |
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Mit anderen Worten:
Deshalb möchte ich nicht mit Kapitel 1,16+17 beginnen, dann mit Kapitel 1,18 - 3,20 fortfahren und zum Schluss wieder auf Kapitel 1,16+17 zurück kommen und die dazugehörigen Ausführungen in Kapitel 3,21 - 5,11 anschließen.
Ich möchte auch nicht mit Kapitel 1,16+17 beginnen und danach gleich Kapitel 3,21 - 5,11 auslegen!
Stattdessen möchte ich sozusagen heilsgeschichtlich vorgehen. Der Mensch startet sein Leben "unter Gottes Zorn". Und damit hat er sehr große Probleme. Viele Menschen können mit dieser zugegebenermaßen plump daher gesagten Aussage nichts anfangen. Sie sehen sich weniger unter dem Zorn Gottes. Vielmehr sind sie davon überzeugt, dass die Gerechtigkeit Gottes so gerecht ist, dass sie aufgrund ihrer guten Werke errettet werden / sind. Ob dies tatsächlich so ist, sagt uns Paulus mit diesem großen Abschnitt seines Briefes an die Christen von Rom.
Deshalb möchte ich als "Grundlage" für sein Evangelium, welches die Gerechtigkeit Gottes offenbart, zunächst einmal Paulus Ausführungen zum Zorn Gottes über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit anführen und auslegen.
1,18 + 1,19 - 3,20: Gott offenbart seinen Zorn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen. |
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| 1,18-32: Gottes Zorn über den Heiden | ||
| 2,1 - 3,8: Gottes Zorn über den Juden | ||
| 2,1-16: Der Maßstab des Gerichtes Gottes | ||
| 2,17-29: Die Sünde der Juden | ||
| 3,1-8: Die Vorzüge der Juden | ||
| 3,9-20: Alle Menschen stehen unter der Macht der Sünde und sind somit vor Gott schuldig. |
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1,16+17 + 3,21 - 5,11: Das Evangelium, das Gottes Gerechtigkeit offenbart, ist Gottes Kraft zur Errettung jedes Glaubenden. |
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| 3,21-31: Die Gerechtigkeit Gottes offenbart sich im Tod Jesu Christi und wird durch Glauben empfangen. | |||
| 4,1-25: Vertiefende Beweisführung der Aussagen von Kapitel 3,21-31 am Beispiel Abrahams | |||
| 4,1-8: Sowohl das Gesetz als auch die Propheten belegen die Rechtfertigung aus Glauben für Abraham und alle Glaubenden. | |||
| 4,9-17a: Abraham ist der Vater aller Glaubenden aus Juden und Heiden. | |||
| 4,9-12: Die Beschneidung ist nicht die Voraussetzung für Abrahams Glaubensgerechtigkeit, sondern ihr Siegel. | |||
| 4,13-17a: Nicht die Gesetzesgerechtigkeit ist die Voraussetzung für die Verheißung an Abraham, sondern die Glaubensgerechtigkeit. | |||
| 4,17b-25: Der gegen allen Augenschein auf die Zusage Gottes vertrauende Glaube Abrahams ist ein Vorbild unseres Glaubens. Auch Abraham selbst ist Vorbild eines jeden Glaubenden. | |||
| 5,1-11: Aus Glauben gerechtfertigte Menschen haben Frieden mit Gott und werden durch Christus vom Zorn Gottes gerettet. |
|||
Angefangen bei den Überschriften in unseren Bibeln bis hin zu den Gliederungen in Kommentaren zum Römerbrief kann man feststellen, dass dieser Brief teilweise sehr verschieden gegliedert wird. Das liegt daran, dass die Schwerpunkte anders gesetzt werden. Bei meiner Gliederung habe ich den Schwerpunkt auf die entdeckten Strukturen gelegt und habe danach in diese Struktur eine Gliederung eingearbeitet.
Vor mir liegt ein Kommentar, dessen Autor die Gliederung dazu verwendet hat, auslegende Überschriften zu verfassen, die sofort in eine Anwendung für die heutige Zeit führen, was meines Erachtens eine prima Idee ist.
Eine außergewöhnliche Gliederung des Römerbriefes entsteht dann, wenn man ihn nach den Missverständnissen und Klarstellungen, über die Paulus aufklärt, einteilt. In Kapitel 15,15 schrieb Paulus ja, dass er teilweise mit sehr deutlichen Worten schreiben musste. Und diese Deutlichkeit kommt immer dann zum Ausdruck, wenn er "Das sei ferne! (Niemals!)" sagt. Schlagen Sie einmal diese Stellen per Konkordanz nach. Wie gesagt: Ich finde diesen Ansatz sehr interessant.
Ich möchte Ihnen hier noch eine Gliederung vorstellen, die ich aus verschiedenen Kommentaren heraus entwickelt habe.
1,17+18: Das Thema des Briefes |
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| 1,18 - 3,20: Kein Mensch ist vor Gott gerecht | |
| 1,18-32: Die Ungerechtigkeit der Heiden | |
| 2,1-29: Die Ungerechtigkeit der Juden | |
| 3,1-20: Alle Menschen sind vor Gott ungerecht |
|
| 3,21 - 4,25: Die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes | |
| 3,21-31: Die Rechtfertigung aus Glauben | |
| 4,1-25: Das / am Beispiel Abrahams |
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| 5,1 - 8,39: Das Leben in der Glaubensgerechtigkeit | |
| 5,1-11: Die Gaben der Gnade | |
| 5,12-... |
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Sie sehen, so verschieden ist diese Gliederung von der meinen nicht!

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