Startseite
❙ Datenschutz
❙ Impressum
Menü: Geld & Aktien Abnehmen & Sport Religion & Glaube Eigenbau & Kunst Autor Partnerprogramm
Menü
Kommentare - Sachbücher - Harmonien:
Übersicht zum Online-Römerbrief-Kommentar zum:
Übersicht zu den Artikeln über die Karwoche bis Himmelfahrt:
Übersicht zu den Artikeln über Weihnachten:
Übersicht zu Literatur fürs Selbststudium:
(1,2) Das Evangelium hat Gott schon lange durch seine Propheten im Alten Testament verheißen.
(3+4) Es handelt von seinem Sohn, Jesus Christus, unserem Herrn, der seine irdische Herkunft von David ableitet. Was seine himmlische Seinsweise angeht, wurde er aufgrund seiner Auferstehung von den Toten zum Sohn Gottes mit Macht eingesetzt.
(5) Durch ihn habe ich von Gott die Gnade und das Apostelamt empfangen, zur Ehre seines Namens und bei Menschen aus allen Völkern, Glaubensgehorsam zu bewirken.
(6) Zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
(16,25-27) Dem aber, der die Macht hat, euch durch mein Evangelium, der Predigt von Jesus Christus, in eurem Glauben zu stärken, gehört die Ehre. Jetzt wird durch die Predigt von Jesus Christus das Geheimnis, das seit Urzeiten verborgen gehalten wurde, offenbart. Durch prophetische Schriften des Alten Testaments wurde es auf Befehl des ewigen Gottes Menschen aus allen Völkern bekannt gemacht, um Glaubensgehorsam zu bewirken. Diesem allein weisen Gott gebührt durch Jesus Christus für immer und ewig die Herrlichkeit. Amen.
1,2-6 Das Evangelium: Vorher verheißen - "schon immer" offenbarMit der Übersetzung beider Texte habe ich mich sehr schwer getan. Die Auslegung weiter unten wird die Gründe dafür verdeutlichen.
Zunächst einmal möchte ich aber ein paar Sätze zu meiner etwas eigenwilligen Vorgehensweise schreiben. Es ist ja so, dass Kommentare zu biblischen Büchern fortlaufend auslegen. Dann findet man die Erklärung von Kapitel 1,2-6 ziemlich am Anfang und die Auslegung von Kapitel 16,25-27 am Ende des Werkes.
Ich hingegen behandle die beiden Abschnitte gemeinsam. Liest man sie zusammen, so ist es nicht verwunderlich, dass ich so vorgehe. Die thematischen Parallelen und ihre Ergänzungen sind unübersehbar und verlangen geradezu danach, dass man bei der Auslegung der einen Verse auf die anderen verweist. Was liegt dann näher, sie gleich gemeinsam zu interpretieren? Zunächst möchte ich Ihnen aber diese Parallelen und Ergänzungen listen.
1,1+2: das Evangelium Gottes
16,25: mein Evangelium
1,2+3: sein Inhalt: Gottes Sohn, Jesus Christus, ...
16,25: sein Inhalt: die Predigt von Jesus Christus
1,2: durch seine Propheten im Alten Testament verheißen
16,26: durch prophetische Schriften des Alten Testaments bekannt gemacht
1,5: zum Glaubensgehorsam bei Menschen aus allen Völkern
16,26: zum Glaubensgehorsam bei Menschen aus allen Völkern
Ergänzungen von Römer 1,2-6 und 16,25-27:
1,2: das Evangelium: verheißen
16,25: das Geheimnis: seit Urzeit verschwiegen
1,2: das Evangelium: "schon immer offenbar" (implizit im Text)
16,26: das Geheimnis: jetzt aber offenbart
Da die Verse aus Kapitel 1,2-6 den Römerbrief einleiten und die Verse aus Kapitel 16,25-27 den Römerbrief abschließen, kommen ihrem Inhalt weitere Bedeutungen zu:
Ich habe bereits erwähnt, dass ich mich mit der Übersetzung dieser Verse teilweise recht schwergetan habe. An den Gründen hierfür möchte ich Sie ein wenig teilhaben lassen. Beginnen wir mit den Versen 3+4 aus Kapitel 1.
In Vers 3 ist davon die Rede, dass Jesus Christus seine irdische Herkunft von David ableitet. Mit anderen Worten: Jesus war ganz Mensch und stammte von König David ab.
Vers 4 sagt uns nun, dass Jesus auch Gott ist (Gottes Sohn). Die Frage ist nur, was genau Paulus mit Vers 4 sagen möchte? Vergleicht man verschiedene Bibelübersetzungen, stellt man sehr schnell fest, dass sie bei Vers 4 sehr auseinandergehen. Etwa so:
Lassen Sie uns die Verschiedenheiten der Reihe nach besprechen:
Bei diesen Versen ist es die Verschachtelung des einen Satzes, die es schwer macht, diesen Vers in ein "gutes" Deutsch zu übersetzen. Ich habe mir dadurch geholfen, dass ich das "Gebühren der Ehre" zwei Mal verwendet habe. Die folgende Struktur des einen Satzes soll Ihnen vor Augen führen, wie sich die Aussagen zueinander verhalten:
Dem aber,
der euch zu stärken vermag
nach meinem Evangelium
und der Predigt von Jesus Christus,
durch die das Geheimnis
offenbart worden ist,
das seit Urzeiten
verborgen war,
jetzt aber offenbart
und durch prophetische Schriften
nach Befehl des ewigen Gottes
zum Glaubensgehorsam
an alle Nationen
bekannt gemacht worden ist,
dem allein weisen Gott
durch Jesus Christus,
ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit!
Amen.
Paulus schließt seinen Brief an die Römer mit einem Lobpreis ab. Die Hauptaussage dieses Lobpreises ist:
Dem allein weisen Gott, der euch zu stärken vermag,
sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.
Wenden wir uns nun der Auslegung beider Texte zu:
(1,2) Das Evangelium hat Gott schon lange durch seine Propheten im Alten Testament verheißen. (3+4) Es handelt von seinem Sohn, Jesus Christus, unserem Herrn, der seine irdische Herkunft von David ableitet. Was seine himmlische Seinsweise angeht, wurde er aufgrund seiner Auferstehung von den Toten zum Sohn Gottes mit Macht eingesetzt.
Paulus schreibt, dass das Evangelium Gottes schon im Alten Testament (in heiligen Schriften) durch seine Propheten verheißen wurde. Es handelt von
Zunächst wird Jesus hier als Sohn Gottes bezeichnet. An anderen neutestamentlichen Stellen ist zudem vom Erstgeborenen (Kolosser 1,15), von Gottes Gezeugtem (Hebräer 1,5) und von Gottes eingeborenem Sohn (Johannes 3,16) die Rede. All diese Begriffe beinhalten nach unserem Sprachverständnis, dass Jesus Christus ein von Gott geschaffenes Wesen ist? Damit wäre dann widerlegt, dass Jesus Christus Gott ist. Lassen Sie uns die Bedeutung dieser Begriffe von der Bibel her erschließen.
Gottes Sohn:
In Johannes 5,17+18 und 10,30-38 nannte Jesus Gott seinen Vater und sagte zudem, dass er und der Vater eins sind.
Für uns ist nun wichtig, wie seine Zuhörer diese Behauptung, durch die er sich zum Sohn Gottes machte und auch bekannte, verstanden. Beide Texte berichten davon, dass die Juden ihn töten/steinigen wollten. Und zwar wollten sie ihn wegen Gotteslästerung steinigen. Sie warfen ihm vor: "Du nennst Gott deinen eigenen Vater und machst dich auf diese Weise Gott gleich und: Du bist ein Mensch und machst dich zu Gott!
Nach Johannes 19,7 führte dieses Selbstbekenntnis Jesu zu seiner Kreuzigung: "Die Juden antworteten Pilatus: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat."
Erstgeborener:
In Kolosser 1,15-18 erklärt uns Paulus, was es mit dem Begriff "Erstgeborener" auf sich hat. Jesus wird dort als der Erstgeborene aller Schöpfung bezeichnet. In ihm, heißt es weiter, ist alles geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsichtbare. Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen. Und er ist vor allem und alles besteht durch ihn. ... Vers 18 schließt mit einer Begründung ab. Sie lautet: Damit er in allem den Vorrang hat. Mit anderen Worten: Der Begriff "Erstgeborener" bezeichnet seine Vorrangstellung vor allem anderen. Die Aussage "er ist vor allem und alles besteht durch ihn" belegt zudem sehr deutlich, dass Erstgeborener rein gar nichts mit unserer Vorstellung bezüglich dieses Begriffes zu tun hat.
Gezeugter:
Nach Apostelgeschichte 13,32+33 sagt Gott-Vater zu Gott-Sohn: "Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt!" Dies ist ein Zitat aus Psalm 2. Die Auslegung dazu ist die, dass Gott-Vater Gott-Sohn bei dessen Auferweckung gezeugt hat!
Eingeborener Sohn:
Dieser Begriff wird von Übersetzung zu Übersetzung verschieden wiedergegeben. Das zusammengesetzte Wort wird mit "einzig geborener", "einzig gezeugter" und "eingeborener" übersetzt. Im Urtext besteht das Wort aus "monos" (einzeln, allein, einzig, einsam) und "genes" (Nachkomme, Kind, Rasse, Art, Sorte, Spezies). "Monogenes" würde ich mit "einzigartig" übersetzen. In Hebräer 11 Vers 17 wird "monogenes" verwendet. Dort heißt es: "Durch Glauben hat Abraham, als er geprüft wurde, Isaak dargebracht, und er, der die Verheißungen empfangen hatte, brachte den einzig geborenen Sohn dar." Hier wird sehr deutlich, wie falsch die Wiedergabe von "monogenes" an dieser Stelle ist. Abraham hatte bereits vor Isaak einen Sohn. Aber Isaak war einzigartig, weil auf ihm die Verheißung Gottes lag!
Durch diese Stellen wird klar, dass nicht einer dieser Begriffe dafür herhalten kann, die Gottheit Jesu zu widerlegen. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wenn Jesus sich als Gottes Sohn bezeichnet, dann sagt er damit im Verständnis seiner damaligen Zuhörer, dass er Gott gleich ist. Diese seine Behauptung brachte ihn ans Kreuz. Wäre er missverstanden worden, hätte er dies korrigieren müssen, weil ansonsten sein Tod aufgrund eines Missverständnisses geschehen wäre!
Unser Text spricht vom verheißenen Evangelium, das damit auch schon offenbar war. Die Propheten wiesen aufgrund unseres Textes auf zwei Inhalte dieses Evangeliums hin:
Seine irdische Herkunft - seine himmlische Seinsweise - dem Geist der Heiligkeit nach!
Über die Schwierigkeit dieser Aussage habe ich schon gesprochen. Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass - ganz egal welcher Übersetzung wir auch den Vorzug geben - hier vom wahren Mensch sein und vom wahren Gott sein Jesu Christi die Rede ist.
Jesus
Der Name "Jesus" bedeutet "Gott (Jahwe) ist Rettung".
Christus
"Christus" kommt vom griechischen "christos" und bedeutet "Gesalbter". Es ist die Übersetzung des hebräischen "maschiach (Messias)". Jesus vereint als der verheißene Messias / der kommende Gesalbte das Amt des Königs und Priesters.
unser Herr
Im Alten Testament wird die Bezeichnung "Herr" nur für Gott gebraucht. Auch dadurch wird bezeugt, dass dieser Jesus unser Gott ist. Indem er aber "unser Herr" ist, sind wir seine Sklaven!
(5) Durch ihn habe ich von Gott die Gnade und das Apostelamt empfangen, zur Ehre seines Namens und bei Menschen aus allen Völkern, Glaubensgehorsam zu bewirken.
Vers 5 beginnt eigentlich mit "durch ihn haben wir". Paulus verwendet hier die Stilform des schriftstellerischen Plural und meint damit, dass er die Gnade des Apostelamts empfangen hat. Er wurde, wie wir bereits an anderer Stelle gesehen haben, zum "Völker-Apostel" berufen. Auch hier erwähnt er seinen Dienst "bei Menschen aus allen Völkern".
Paulus hat "Gnade und Apostelamt empfangen". Gemäß Kapitel 12,3 und 15,15 wird hier oft mit "die Gnade zum Apostelamt" übersetzt. "Zur Ehre seines Namens" will er "Glaubensgehorsam bewirken". Dieser Name (Verse 2-4) ist das Zentrum des Evangeliums (Römer 15,20). In diesem und zugunsten dieses Namens predigt er und dieser Name muss weltweit bekannt werden. Die Forderung, die daraus entsteht, ist der "Glaubensgehorsam". Was hier und in Kapitel 16 mit "Glaubensgehorsam" wiedergegeben wird, hat eventuell eine zweifache Bedeutung, nämlich
Diese Art Glaubensgehorsam wird in Kapitel 6,17 und 10,10 näher beschrieben. Die Christen von Rom sind "von Herzen gehorsam geworden (6,17)". Und in Bezug auf den Glauben sagt Paulus, dass mit dem Herzen geglaubt wird (10,10). Glaubensgehorsam ist also eine Herzensangelegenheit!
(6) Zu ihnen gehört auch ihr, die ihr von Jesus Christus berufen seid.
Die Christen von Rom gehören zu den Menschen aus allen Völkern, bei denen das Evangelium zur Ehre seines Namens (Jesus Christus) Glaubensgehorsam bewirkt hat. Er hat sie berufen. Als Berufene sind sie die Sklaven des Rufenden und dessen Eigentum!
(16,25-27) Dem aber, der die Macht hat, euch durch mein Evangelium, der Predigt von Jesus Christus, in eurem Glauben zu stärken, gehört die Ehre. Jetzt wird durch die Predigt von Jesus Christus das Geheimnis, das seit Urzeiten verborgen gehalten wurde, offenbart. Durch prophetische Schriften des Alten Testaments wurde es auf Befehl des ewigen Gottes Menschen aus allen Völkern bekannt gemacht, um Glaubensgehorsam zu bewirken. Diesem allein weisen Gott gebührt durch Jesus Christus für immer und ewig die Herrlichkeit. Amen.
Paulus schließt seinen Brief an die Römer mit einem Lobpreis ab. Wie wir bereits gesehen haben, enthält er in der Hauptaussage folgende Satzteile:
Dem allein weisen Gott, der die Macht hat,
euch in eurem Glauben zu stärken,
gebührt für immer und ewig die Ehre.
Vom "allein weisen Gott" ist deshalb die Rede, weil Paulus im Textzusammenhang von einem Geheimnis spricht, das menschliches Verstehen übersteigt. Dieser weise Gott ist aber auch mächtig. Und diese Macht nutzt er, um die Christen von Rom in ihrem Glauben zu stärken/festigen. Nach 1. Thessalonicher 3,2+3 wird in Bedrängnissen dieser gestärkte Glaube benötigt. Glaubensstärke wird aber auch "in Wort und Werk" gebraucht (2. Thessalonicher 2,17). Diesem weisen und mächtigen Gott gebührt für immer und ewig die Ehre. Diese kommt ihm durch die Vermittlung Jesus Christi zu.
In Kapitel 1 spricht Paulus vom Evangelium Gottes. Hier nennt er es "mein Evangelium" und erklärt, dass es dabei um die Predigt von Jesus Christus geht. Sein Evangelium ist seine Verkündigung von Jesus Christus und diese Verkündigung offenbart das Geheimnis, das seit Urzeiten verborgen gehalten / verschwiegen wurde. Was ist dieses Geheimnis?
Dieses Geheimnis wurde seit Urzeiten verborgen gehalten / verschwiegen und durch die Predigt von Jesus Christus offenbart.
Amen
Es ist wahr. So soll es sein.

© copyright by verlag-wolfgang-molzahn.com