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(11) Und das tut erst recht deshalb, weil ihr wisst, in was für einer Zeit wir leben. Wacht also auf. Denn jetzt ist unsere endgültige Errettung näher als damals, als wir zum Glauben kamen. (12) Die Nacht geht zu Ende, bald ist es Tag. Deshalb lasst uns die gottfeindlichen Werke der Finsternis aufgeben und die Waffen des Lichts ergreifen. (13) Lasst uns ein einwandfreies Leben führen, das im Tageslicht bestehen kann. Lebt nicht in Fress- und Saufgelagen, nicht in sexueller Ausschweifung (Unzucht) und Zügellosigkeit, nicht in Streit und Rechthaberei. (14) Legt das alles ab. Zieht stattdessen Jesus Christus, euren Herrn, wie eine neue Bekleidung an. Bemuttert nicht länger eure selbstsüchtigen Wünsche (euer Fleisch). Dadurch befriedigt ihr nur eure Begierden und obendrein kommen auf diese Weise noch neue Gelüste hinzu.
Christliches Verhalten angesichts der nahenden ErrettungMit Römer 13,11-14 schließt Paulus die allgemeinen Ermahnungen für die Christen von Rom (alle Christen) ab.
Die Barmherzigkeit Gottes forderte sie heraus,
Ab Kapitel 14,1 bis 15,7 handelt der Text von den Starken und den Schwachen im Glauben. Diese beiden Gruppen innerhalb der Gemeinde werden in Bezug auf ihr gegenseitiges Verhalten korrigiert.
(11) Und das tut erst recht deshalb, weil ihr wisst, in was für einer Zeit wir leben. Wacht also auf. Denn jetzt ist unsere endgültige Errettung näher als damals, als wir zum Glauben kamen.
Zuvor kommt Paulus aber mit den Versen 11 bis 14 aus Kapitel 13 auf das, was er schon in Kapitel 12,9-21 und 13,8-10 angemahnt hatte, zu sprechen. Er sagt: "Praktiziert diese selbstaufopfernde Liebe, solange es Zeit ist. Ihr wisst ja um die Besonderheit der Zeit, in der wir leben. Es kommt die Zeit, da niemand mehr wirken kann (Johannes 9,4)."
Die Besonderheit der Zeit, in der alle Christen leben, ist die, dass Christen immer in der End-Zeit mit ihrer Nah-Erwartung der Wiederkunft Jesu leben. In diesem Zusammenhang wird unser Abschnitt durch die Aussagen in 1. Thessalonicher 4,13-18 (Trost und Gewissheit, dass Jesus wiederkommt), 5,4-11 (Christen sind Menschen des Lichts und für die Wiederkunft bestimmt) und 1. Petrus 3 (die Verzögerung der Wiederkunft Jesus ist in Wirklichkeit Langmut, die jedem die Errettung ermöglichen will) ergänzt!
(12a) Die Nacht geht zu Ende, bald ist es Tag.
Paulus beschreibt diese besondere Zeit näher: Es ist die Zeit, wo man aufwachen muss (11), wo die Nacht zu Ende geht und der Tag naht. Das ist aber auch die Zeit, wo die endgültige Errettung (8,23) näher ist als damals, als jeder einzelne Christ zum Glauben kam (11). Und diese Zeit gilt es, für die Liebe zu den Mitmenschen, zu nutzen. Natürlich beinhaltet die Nächstenliebe auch die Verkündigung des Evangeliums. Da Paulus in Vers 11 von der endgültigen Errettung und vom "zum Glauben kommen" spricht, bin ich davon überzeugt, dass er hier insbesondere von der evangelisierenden Liebe zu den Mitmenschen schreibt. Die Formulierungen sprühen geradezu diese Dringlichkeit der Evangelisation heraus:
In Epheser 5,16 sagt Paulus: "Nutzt eure Zeit optimal, denn wir leben in schlimmen Zeiten." In Kolosser 4 Vers 5 mahnt er zu klugem Umgang mit den Ungläubigen. Sollte sich eine Gelegenheit bieten, ihnen den Glauben zu bezeugen, dann sollten sie unbedingt davon Gebrauch machen. Petrus schreibt sogar, dass Christen jederzeit dazu bereit sein sollen, über ihre Hoffnung zu sprechen (1. Petrus 3,15). Noch ist Zeit (2. Petrus 3,9), noch ist Tag (in einer Nacht-Zeit), aber es kommt die stockfinstere Nacht, wo niemand mehr seine Mitmenschen zu Gott hin lieben kann (Johannes 9,4).
(12b) Deshalb lasst uns die gottfeindlichen Werke der Finsternis aufgeben und die Waffen des Lichts ergreifen.
Die Christen von Rom sollen aber auch aus anderen Gründen aufwachen und die verbleibende Tageszeit bis zur Errettung nutzen. Diese Gründe sind:
Was genau dies für die Praxis in der verbleibenden Zeit bedeutet, dass erklärt Paulus in den Versen 13 und 14.
(13) Lasst uns ein einwandfreies Leben führen, das im Tageslicht bestehen kann. Lebt nicht in Fress- und Saufgelagen, nicht in sexueller Ausschweifung (Unzucht) und Zügellosigkeit, nicht in Streit und Rechthaberei. (14) Legt das alles ab. Zieht stattdessen Jesus Christus, euren Herrn, wie eine neue Bekleidung an. Bemuttert nicht länger eure selbstsüchtigen Wünsche (euer Fleisch). Dadurch befriedigt ihr nur eure Begierden und obendrein kommen auf diese Weise noch neue Gelüste hinzu.
Ein Leben im verbleibenden Tageslicht ist gekennzeichnet von
Die gottfeindlichen Werke der Finsternis zeigen sich in folgenden Verhaltensweisen:
Die gottfeindlichen Werke der Finsternis sind gerade auch deshalb Werke der Finsternis, weil sie nachts ausgeübt werden. Im Römischen Reich war man der Ansicht, dass nachts alles erlaubt ist. Es sind aber auch deshalb Werke der Finsternis, weil sie gottfeindlich sind. Sie sind vom Satan (der Finsternis) geprägt und verbreiten diese Finsternis auch. Eigentlich sollte es gar nicht nötig sein, Christen diesbezüglich zu ermahnen.
In meiner Aufzählung habe ich das Befriedigen der Begierden und das Wecken von weiteren Begierden als Verhaltensweisen mit in die Liste aufgenommen. Vom Text her sind diese Dinge aber die Auswirkungen davon, wenn man seine selbstsüchtigen Wünsche (sein Fleisch) bemuttert und verhätschelt. Unsere Bibelübersetzungen nennen meistens entweder das "Befriedigen der Begierden" oder "das Wecken von weiteren Begierden". Da beides möglich ist, habe ich beide Auswirkungen in Vers 14 wiedergegeben. Weitere "Werke der Finsternis (des Fleisches)" finden sich in den sogenannten Lasterkatalogen in Galater 5,19-21 und Kolosser 3,5-8.
Wie aber lassen sich die gottfeindlichen Werke der Finsternis ablegen? Indem man die Waffen des Lichts ergreift. Es muss sich eine Art Kleiderwechsel vollziehen. Die gottfeindlichen Werke der Finsternis sollen aufgegeben (ausgezogen) und die Waffen des Lichts ergriffen (angezogen) werden (11). Jesus Christus, unser Herr, soll wie ein neues Kleidungsstück (Gewand) übergezogen werden (14). Die Verben, die ich verwendet habe, habe ich angepasst. Werke werden aufgegeben, Waffen werden ergriffen, ein Kleidungsstück wird angezogen. Im Text selbst werden die Werke ausgezogen und die Waffen und Christus angezogen!
Warum aber ist nicht von Werken des Lichts die Rede? Es sind doch auch Werke der Finsternis. Paulus macht damit deutlich, dass unser Glaubensalltag ein Kampf zwischen Licht und Finsternis ist. Und Kämpfe werden mit Waffen ausgetragen. Diese Waffen sind aber Werke, Verhaltensweisen und Eigenschaften. In Epheser 6,10-18 beschreibt Paulus die Waffenrüstung Gottes und nennt dort folgende "Waffen":
Und was sollen die tun, die "wie am Tag wandeln" (13)? Sie sollen ein einwandfreies Leben führen, das so anständig ist, dass es zum Tag passt, dass es im grellen Tageslicht bestehen kann.
In Vers 14 schreibt Paulus noch, dass die Christen von Rom ihren Herrn Jesus Christus anziehen sollen. Derselbe Paulus schrieb den Galatern, dass diese in der Geistestaufe Christus bereits angezogen haben. Wenn Paulus also hier dazu ermahnt, Christus anzuziehen, dann sagt er damit, dass die Christen von Rom, das, was sie innerlich schon haben, auch nach außen sichtbar machen sollen. Mit anderen Worten: Christen sollen die Eigenschaften, Werke und Verhaltensweisen ihres Herrn offenbaren. Die unakzeptable Alternative wäre das Bemuttern der selbstsüchtigen Wünsche (des Fleisches).
Wer Tolkiens Werk "Der Herr der Ringe" kennt, der weiß, dass jener Ring der Macht im Feuer des Schicksalsberges geschmiedet wurde. Es war ein Ring / eine Waffe der Finsternis, der / die von der Finsternis bestimmt war, sie auch in sich trug und natürlich diese Finsternis auch noch verbreitete.
Die Waffen des Lichts im Einsatz für Ungläubige!
Ganz anders sind die Waffen der Christen. Sie wurden im reinsten Licht, nämlich im Feuer des Schicksalsberges Golgatha, wo der Kampf zwischen Licht und Finsternis zugunsten des Lichts entschieden wurde, geschmiedet. Wenn Christen sie einsetzen, dann kämpfen sie mit geistlichen Waffen für dieses Licht und da, wo diese Waffen treffen, wird es Licht, indem Frucht für die Ewigkeit entsteht (indem ein Mensch Christ wird).
Die Waffen des Lichts für den Selbstgebrauch!
Doch mit diesen Waffen wird nicht nur für die Errettung von Mitmenschen gekämpft. Obwohl der Kampf zwischen Licht und Finsternis bereits vom Licht gewonnen wurde, flammen im Alltag jedes Christen immer noch Kämpfe auf. Es sind Kämpfe, welche die besiegte Finsternis inszeniert und mit denen sie sich, tödlich verwundet, als Sieger präsentieren möchte. Doch sie ist besiegt.
Und dennoch: Mit abgelegten Waffen des Lichts verliert jeder Christ diese Scharmützel. Warum? Weil Satan heimtückisch angreift und auch Brandpfeile abschießt (Epheser 6,11+16). Aber auch selbstsüchtige Wünsche und verlockende Werke der Finsternis lähmen im waffenlosen Kampf (Römer 13,12+14).
Deshalb darf die Waffenrüstung Gottes nie abgelegt werden. "Allzeit bereit" lautet die Devise. Der Christ muss mit seinem Feldherrn ständig verbunden sein und die Waffenrüstung immer tragen. Dann wird er den bereits errungenen Sieg auch in seinem Leben halten.
Was sind die Waffen des Lichts?
Nun, das Übliche der damaligen Zeit eben: Helm, Panzer, Waffengürtel, Schild, Schwert, Schuhwerk und Befehl. Nichts Außergewöhnliches! Allerdings nur dann, wenn man die Ausrüstung bloß oberflächlich betrachtet. Schaut man aber genauer hin (Epheser 6,10-18), dann verbergen sich hinter diesen Dingen Waffen mit durchschlagender Kraft!
Auf diese Art und Weise werden die heimtückischen Angriffe Satans abgewehrt. So kämpft man erfolgreich und steht am Ende als Sieger da (Epheser 6,11+13). Dem kann Satan nichts Überzeugendes entgegenhalten:
Solange ein Christ die Waffenrüstung Gottes trägt, kann ihm dieses Bollwerk der Lüge, der List und des Betrugs nichts anhaben. Egal welche Art von Angriff Satan auch wählen mag, er hat keine Chance. Feurige Pfeile werden ausgelöscht. Heimtückischen Angriffen standgehalten. Der Sieg ist gewiss!
Das alles hat doch noch Zeit!
NEIN! Jedem von uns ist bewusst, in was für einer Zeit wir leben. Satan findet sie gut, weil seine Finsternis das Licht verdunkelt. Um im Bild und ein Stück weit im Text aus Römer 13 zu bleiben: Die Nacht geht zu Ende, bald ist es Tag, und bevor dieser richtig anbricht, macht sich schon wieder die Finsternis breit. Insofern ist die Ermahnung, aufzuwachen und die verbleibende Zeit gut zu nutzen, mehr als nur angebracht. Aber aufwachen alleine nützt nicht viel. Aus- und Anziehen ist angesagt. Der Schlafanzug (die Werke der Finsternis und die Bemutterung der selbstsüchtigen Wünsche) muss ausgezogen werden. Danach geht es in dem Bewusstsein, dass wir bei der Bekehrung Christus angezogen haben, daran, die Waffen des Lichts anzuziehen. Wir dürfen uns weder nackt den Mächten der Finsternis aussetzen noch unter der Waffenrüstung noch den Schlafanzug tragen. Ein einwandfreies Leben und einen siegreichen Kampf können wir nur dann führen, wenn beim Aufwachen die Werke der Finsternis (der Schlafanzug) ausgezogen und die Waffen des Lichts (die Tages-Licht-Kleidung) angezogen wurden. Nur so bestehen wir die Tageslicht-Prüfung, sind mit dem Evangelium unterwegs und werden den geistlichen Kampf gewinnen.
Wenn JA, dann sind Sie wach, haben den gottfeindlichen Schlafanzug aus- und die christliche Tages-Licht-Kleidung angezogen und nutzen die verbleibende Zeit.
Wenn NEIN, dann schlafen Sie noch oder sind nicht wirklich wach. Und tragen immer noch diesen gottfeindlichen Schlafanzug und vergeuden Ihre verbleibende Zeit.
Paulus ermahnt Sie dann:
Und warum das alles? Weil Christen in ihrem alten Leben vor der Bekehrung ihr Leben gemäß der Finsternis lebten. Dadurch aber, dass sie sich mit Christus verbunden haben, sind sie Kinder des Lichts und sollten dann auch als solche Kinder leben, was wiederum bedeutet, bei allem Tun zu prüfen, ob es dem Herrn gefällt (nach Epheser 5,8-10).

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