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(21) Jetzt aber ist ohne Mitwirkung des mosaischen Gesetzes Gottes heilschaffende Gerechtigkeit, die aber vom mosaischen Gesetz und den Propheten bezeugt wird, offenbar geworden. (22) Es ist Gottes geschenkte Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube an Jesus Christus ist und die allen zugutekommt, die glauben.
Denn es gibt hier keinen Unterschied zwischen Juden und Heiden. (23) Denn alle haben gesündigt und haben nicht mehr die Herrlichkeit, in der Gott den Menschen ursprünglich geschaffen hatte. (24) Sie werden aber durch seine Gnade umsonst gerechtfertigt, durch die Erlösung, die in Christus Jesus geschehen ist.
(25) Ihn hat Gott öffentlich als einen Sühneort aufgestellt. Durch den Glauben an sein Blut, das er am Kreuz vergossen hat, kommt uns die Sühne zugute. Damit hat Gott in Bezug auf die bis dahin geschehenen Sünden, die er im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu langmütig ertrug und ungestraft ließ, seine Gerechtigkeit bewiesen. (26) Jetzt, in unserer Zeit, beweist Gott seine Gerechtigkeit dadurch, dass er ganz gerecht den für gerecht erklärt, der an das Sühneopfer Jesu glaubt.
(27) Gibt es da noch irgendeinen Grund auf irgendetwas stolz zu sein und sich dessen zu rühmen? Bestimmt nicht! Welche Art von Gesetz schließt dies aus? Das Mosaische, welches zu Werken auffordert? Das ganz bestimmt nicht! Das Gesetz des Glaubens schließt jegliches Rühmen aus. (28) Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird, ohne Werke, wie sie das mosaische Gesetz fordert. (29) Oder ist Gott nur der Gott der Juden, denen er das mosaische Gesetz gab? Ist er nicht ebenso der Gott der Heiden, die das mosaische Gesetz nicht haben? Ja, er ist auch der Heiden Gott. (30) Und genauso wie es nur einen Gott gibt, wird er Beschnittene und Unbeschnittene aufgrund des Glaubens für gerecht erklären.
(31) Setzen wir das mosaische Gesetz durch den Glauben außer Kraft? Auf gar keinen Fall! Wir bringen das mosaische Gesetz dadurch erst richtig zur Geltung.
Die Gerechtigkeit Gottes offenbart sich im Tod Jesu Christi und wird durch Glauben empfangenDem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass ich in Vers 21 und 22 mit Gottes heilschaffender Gerechtigkeit und mit Gottes schenkender Gerechtigkeit übersetzt habe. Um diese Gerechtigkeit Gottes geht es in diesem Abschnitt. Es ist die Gerechtigkeit Gottes, die das Heil für die Menschen schafft und es ist die Gerechtigkeit Gottes, die dieses Heil den Menschen als Geschenk anbietet.
Den Text aus Kapitel 3, die Verse 21 bis 31 möchte ich durch zwei Fragen erhellen:
(21) Jetzt aber ist ohne Mitwirkung des mosaischen Gesetzes Gottes heilschaffende Gerechtigkeit, die aber vom mosaischen Gesetz und den Propheten bezeugt wird, offenbar geworden.
Vers 21 beginnt damit, dass die Gerechtigkeit Gottes jetzt offenbar geworden ist.
Aufgrund dieser Aussage kann man sagen, dass mit "jetzt", also mit dem Heilsgeschehen in Jesus Christus eine neue Zeit begonnen hat. "Jetzt offenbar" besagt zudem, dass diese Offenbarwerdung ein einmaliges Geschehen in der Geschichte der Menschheit ist. Es ist geschehen, es ist offenbar geworden, es bleibt fortwährend geschehen und wird sichtbar bleiben.
Weiter lesen wir, dass die Gerechtigkeit Gottes ohne Mitwirkung des mosaischen Gesetzes offenbar geworden ist.
Die Gerechtigkeit Gottes ist also ohne Unterstützung und ohne Beteiligung des mosaischen Gesetzes sichtbar geworden. Daraus folgt, dass die Gerechtigkeit Gottes völlig unabhängig vom mosaischen Gesetz wirksam werden kann.
Dennoch sind das mosaische Gesetz und die Propheten Zeugen für diese Gerechtigkeit Gottes.
Die heilschaffende und schenkende Gerechtigkeit Gottes sind dem Alten Testament (das ist die Bedeutung von "Gesetz und Propheten") also nicht fremd. Das mosaische Gesetz sagt in 1. Mose 15 Vers 6: "Abraham glaubte Gott und aufgrund dieses Glaubens erklärte ihn Gott für gerecht." Und in Psalm 32 Vers 1 und 2 heißt es: "Die sind zu beglückwünschen, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden bedeckt sind! Zu beglückwünschen ist der Mann, dem der Herr Sünde nicht zurechnet!"
(22a) Es ist Gottes geschenkte Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube an Jesus Christus ist und die allen zugutekommt, die glauben.
Mit Vers 22 sagt uns Paulus, dass die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus zugängig wird.
In Vers 23 weist er nochmals darauf hin, dass alle Menschen Sünder sind und nicht mehr die Herrlichkeit haben, in der Gott den Menschen ursprünglich geschaffen hatte.
Was will uns Paulus damit sagen? Im jüdischen Schrifttum ist davon die Rede, dass Adam mit Herrlichkeit (Gottesebenbildlichkeit) bekleidet war. Und diese Herrlichkeit entsprach seiner Gerechtigkeit. Mit dem Sündenfall ging diese Herrlichkeit aber verloren. Vers 23 geht Paulus noch einen Schritt weiter und sagt, dass alle Menschen gesündigt haben und aufgrund dessen diese Herrlichkeit / Gerechtigkeit, die Gott gegeben hatte, nicht mehr haben. Kein Mensch ist gerecht. Und deshalb benötigt jeder Gottes geschenkte Gerechtigkeit, deren Grundlage der Glaube an Jesus Christus ist.
(25) Ihn hat Gott öffentlich als einen Sühneort aufgestellt. Durch den Glauben an sein Blut, das er am Kreuz vergossen hat, kommt uns die Sühne zugute. Damit hat Gott in Bezug auf die bis dahin geschehenen Sünden, die er im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu langmütig ertrug und ungestraft ließ, seine Gerechtigkeit bewiesen.
Die Gerechtigkeit Gottes wird dadurch offenbar, dass Gott Jesus Christus öffentlich - vor der ganzen Welt - als Sühneort aufgestellt hat.
Den biblischen Hintergrund hierzu lesen wir in 3. Mose 16. Es geht dabei um den höchsten und persönlichsten Feiertag der Juden, den großen Versöhnungstag (Jom Kippur am 10. Tischri = September / Oktober). An diesem Tag, und nur an diesem Tag im Jahr betrat der Hohepriester das Allerheiligste der Stiftshütte (später des Tempels). Dort besprengte er mit dem Blut des Sühnopfers den Versöhnungsdeckel, um für sich und das Volk Israel bei Gott Vergebung der Sünden zu erwirken.
Im Zusammenhang mit diesem Hintergrund möchte ich noch auf fünf aufschlussreiche Details hinweisen:

(25b) Damit hat Gott in Bezug auf die bis dahin geschehenen Sünden, die er im Hinblick auf das Sühneopfer Jesu langmütig ertrug und ungestraft ließ, seine Gerechtigkeit bewiesen.
Die Gerechtigkeit Gottes zeigt sich darin, dass die Sühnung der vorher geschehenen Sünden nun vollbracht ist.
Die Sünden vor Jesu Sühneopfer konnten nicht wirklich vergeben werden - vgl. Hebräer 10,1-4. Im Hinblick auf Golgatha ertrug Gott sie langmütig und ließ sie ungestraft hingehen. Aber diese Zeit ist nach Golgatha vorbei. Gott gebietet nun den Menschen, dass sie überall Buße tun sollen - vgl. Apostelgeschichte 17,30. Jesus Christus hat die Strafe auf sich genommen. Das aus der Gerechtigkeit Gottes entstandene Urteil hat er an sich vollziehen lassen.
(26) Jetzt, in unserer Zeit, beweist Gott seine Gerechtigkeit dadurch, dass er ganz gerecht den für gerecht erklärt, der an das Sühneopfer Jesu glaubt.
Die aufgezeigte Gerechtigkeit Gottes in der jetzigen Zeit enthält, dass Gott gerecht ist und gerecht macht.
Die Sünden vor Golgatha waren Gott nicht gleichgültig. Er ertrug sie langmütig und hat sie und alle Sünden nach Golgatha in seiner Gnade in Jesus Christus gerichtet. Darin hat er seine Gerechtigkeit bewiesen. Aber diese Gerechtigkeit hat und beweist noch eine andere Seite, nämlich die, dass er den an Jesus Christus Glaubenden begnadigt = geschenkterweise für gerecht erklärt.
(24) Sie werden aber durch seine Gnade umsonst gerechtfertigt, durch die Erlösung, die in Christus Jesus geschehen ist.
Alle werden umsonst gerechtfertig!
Alle Menschen haben gesündigt und alle entbehren der Herrlichkeit Gottes, was so viel heißt wie: "Da ist kein Gerechter, auch nicht einer."
Die Rechtfertigung ist ein Geschehen, das diese "Herrlichkeit - Gerechtigkeit" wiederherstellt - vgl. Römer 5,19. Der Mensch kann hierzu ganz und gar nichts beitragen. Er wird umsonst - geschenkterweise aus der Gnade Gottes heraus gerechtfertigt.
Lassen Sie uns das nochmals zusammenfassen:
Der gerechte und heilige Gott sagt über jeden Menschen aus, dass er ein Sünder ist. Auch wenn die Menschen sich auf die verschiedenste Art und Weise dagegen sträuben, so ist es doch offensichtlich, dass jeder Mensch vor Gott schuldig ist. Und diese Schuld muss beglichen werden. Gottes Gerechtigkeit fordert dies. Nur so kann der Mensch wieder in die ursprüngliche Stellung (Gerechter) vor Gott kommen. Der Mensch selbst ist außerstande, dies zu schaffen. Deshalb begnadigt Gott Menschen, aber nicht auf die Weise, dass die Sünde einfach vergessen wird, sondern indem er seinen Richterspruch im Kreuzesgeschehen vollzog.
Sie werden durch seine Gnade umsonst gerechtfertigt, durch die Erlösung, die in Christus Jesus geschehen ist.
Hier spricht Paulus nun von der Erlösung. Was versteht die Bibel unter Erlösung?
Im Alten Testament (in der Septuaginta) wird "Erlösung" häufig auf die Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten angewandt - zum Beispiel 5. Mose 4,34. Im Zusammenhang mit Römer 3,9 bedeutet "Erlösung" dann, dass Gott durch Jesus Christus Menschen von der Herrschaft / aus der Sklaverei der Sünde befreit.
Eine weitere Bedeutung von "Erlösung" ist der "Loskauf". Wenn ein Verbrecher, Sklave oder Kriegsgefangener erlöst wurde, dann war dies ein "Loskauf", der einen bestimmten Preis hatte.
Jesus Christus kam in diese Welt, um sein Leben als Lösegeld zu geben - vgl. Markus 10,45. Bei anderen Stellen heißt es, dass das Lösegeld / der Kaufpreis sein Blut war - vgl. Offenbarung 5,9, Epheser 1,7 und 1. Petrus 1,19.
Der Kaufpreis ist also die Hingabe seines Blutes. Mit anderen Worten: Durch die Hingabe seines Lebens - denn im Blut ist das Leben (3. Mose 17,14) - schafft Jesus Christus die Erlösung für jedes verwirkte Leben.
Und wie lange hat dieser Kaufpreis Gültigkeit? Hebräer 9,12 beantwortet diese Frage mit "für immer".
Die Erlösung ist also durch Jesus Christus geschehen und wird in Christus Jesus in Anspruch genommen!
(26) Jetzt, in unserer Zeit, beweist Gott seine Gerechtigkeit dadurch, dass er ganz gerecht den für gerecht erklärt, der an das Sühneopfer Jesu glaubt.
Hier sagt uns Paulus, dass man durch den Glauben an Jesus gerechtfertig / für gerecht erklärt wird.
(28) Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird, ohne Werke, wie sie das mosaische Gesetz fordert.
Gerechtfertigt wird man darüber hinaus ohne ein Mitwirken von Gesetzeswerken (Verdienstwerken).
(30) Und genauso wie es nur einen Gott gibt, wird er Beschnittene und Unbeschnittene aufgrund des Glaubens für gerecht erklären.
Und: Auf diesem Wege (aufgrund des Glaubens) werden sowohl Juden als auch Heiden gerechtfertigt.
In den Versen 27 bis 31 zieht Paulus in Form eines Zwiegespräches mit Juden Folgerungen aus dem Heilshandeln Gottes.
(27) Gibt es da noch irgendeinen Grund auf irgendetwas stolz zu sein und sich dessen zu rühmen? Bestimmt nicht! Welche Art von Gesetz schließt dies aus? Das Mosaische, welches zu Werken auffordert? Das ganz bestimmt nicht! Das Gesetz des Glaubens schließt jegliches Rühmen aus.
Wenn Gott den für gerecht erklärt, der an das Sühneopfer Jesu glaubt, dann stellt sich die Frage, ob der Mensch (Jude) überhaupt noch etwas hat, auf das er in Bezug auf seine Erlösung stolz sein könnte? Kann er sich seiner Zugehörigkeit zum Volk Gottes rühmen? Oder seiner Verdienst-Werke gemäß des mosaischen Gesetzes? Oder vielleicht seines Beschnittenseins rühmen? Paulus sagt: "NEIN!" Es bleibt gar nichts mehr zum Rühmen. Jeglicher Selbstruhm wird durch das Geschehen auf Golgatha ausgeschlossen.
Paulus fragt weiter: "Welches Gesetz schließt denn diesen Selbstruhm aus? (Gibt es irgendein Gesetz, das diesen Selbstruhm ausschließt?) Etwa das mosaische Gesetz, das zu Werken auffordert?" Diese Frage beantwortet Paulus mit einem verstärkten "Nein". "Nein, das ganz bestimmt nicht!", sagt er und fügt an: "Durch das Gesetz des Glaubens wird jeglicher Selbstruhm ausgeschlossen!" Dieses Gesetz des Glaubens ist die neue Heilsordnung!
(28) Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird, ohne Werke, wie sie das mosaische Gesetz fordert.
Mit Vers 28 verdeutlicht Paulus den Inhalt dieser neuen Heilsordnung mit einem Lehrsatz. Er sagt:
Allein der Glaube, ohne jegliches Mitwirken von Gesetzeswerken, führt zur Rechtfertigung vor Gott. Dieser Glaube vernichtet auch jegliches Rühmen und damit jeden Versuch, an dieser Rechtfertigung in irgendeiner Weise beteiligt zu sein - irgendeinen Beitrag geleistet zu haben. Gott erklärt nur den für gerecht, der glaubt.
Was aber heißt es, "zu glauben"? Darauf haben wir in unserer Auslegung schon an vielen Stellen eine Antwort gegeben. Trotzdem liste ich hier nochmals einige Punkte auf:
(29) Oder ist Gott nur der Gott der Juden, denen er das mosaische Gesetz gab? Ist er nicht ebenso der Gott der Heiden, die das mosaische Gesetz nicht haben? Ja, er ist auch der Heiden Gott. (30) Und genauso wie es nur einen Gott gibt, wird er Beschnittene und Unbeschnittene aufgrund des Glaubens für gerecht erklären.
Der Jude gibt in Paulus Augen so schnell nicht klein bei. Er begehrt damit auf, dass er sagt: "Paulus, du hast nicht recht. Gott ist nur der Gott der Juden. Und ihnen hat er das mosaische Gesetz gegeben. Also kann er gar nicht auf die Rechtfertigung aus Werken verzichten! Und überhaupt: Weder im Gericht Gottes noch in der Heilsaneignung kannst du uns mit den Heiden in einen Topf schmeißen!"
Darauf antwortet Paulus auf die Weise, dass er die Juden an ihr tägliches Bekenntnisgebet erinnert. Täglich bekennen sie, dass der HERR einer ist (es gibt nur einen Gott). Damit wird deutlich, dass dieser eine Gott auch der Heiden Gott sein muss und dass dieser eine Gott auch jeden Menschen auf dieselbe Art und Weise rechtfertigt.
Diese Aussagen führen zu dem Vorwurf, den Paulus in Vers 31 nennt:
(31) Setzen wir das mosaische Gesetz durch den Glauben außer Kraft? Auf gar keinen Fall! Wir bringen das mosaische Gesetz dadurch erst richtig zur Geltung.
Der Jude befürchtet, dass durch den Glauben das Gesetz aufgelöst und außer Kraft gesetzt wird. Das ist aber nicht der Fall. Menschen, die gläubig geworden sind (Christen), bestätigen das Gesetz. Sie bringen es richtig zur Geltung. Im Glauben hat der Christ das richtige Verständnis vom Gesetz und sieht,
Das Gesetz bestätigt die Rechtfertigung aus Glauben!
Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor. Sie haben einen Gebrauchtwagen, der noch sehr gut in Schuss ist. Nur die Zündspule ist hinüber. Und da Sie das Fahrzeug nicht mehr benötigen, setzen Sie es in die Zeitung und bieten es mit dem Vermerk: "Zündspule defekt, muss mit Anhänger geholt werden" an.
Ein Interessierter meldet sich und sagt zu, dass er das Fahrzeug kauft. Und dann steht er mit seiner Frau vor Ihrer Tür. Ihnen fällt auf, dass er ohne Hänger gekommen ist und Sie denken: "Vielleicht ist er ja vom Fach und hat alles dabei." Gemeinsam schauen sie das Fahrzeug an. Der Käufer ist begeistert, überreicht Ihnen das Geld und weist seine Frau an, den Wagen nach Hause zu fahren.
Sie sind etwas irritiert und sagen: "Ich hab Ihnen ja gesagt, dass die Zündspule defekt ist und sie das Fahrzeug mit einem Hänger holen müssen. Den kriegen sie nicht zum Laufen." "Ach was", sagt der Käufer, "ob die Zündspule funktioniert oder auch nicht, ist völlig wurscht. Der springt gleich an." Die Frau dreht am Zündschlüssel. Es tut sich nichts.
Daraufhin geht der Käufer zu seinem Wagen und holt aus dem Kofferraum einen Kanister mit Benzin. Ihnen verschlägt es fast die Sprache und Sie stottern: "Aber ich sagte Ihnen doch, dass die Zündspule defekt ist. Der Tank ist fast noch voll!"
Der Käufer winkt ab und kippt ein paar Liter Benzin zu. Mit den Worten: "Der Tank muss voll sein!" gibt er seiner Frau das Zeichen zu einem neuen Versuch. Nichts!
"Motorhaube auf!", sagt er, entriegelt sie und löst die Klammern vom Luftfilter. Wissend deutet er auf die Verschmutzungen und hatte anscheinend auch daran gedacht. Vom Rücksitz seines Wagens holt er einen neuen Filter, setzt ihn ein und signalisiert seiner Frau einen erneuten Versuch. Der Wagen springt nicht an.
Daraufhin schraubt er den Deckel vom Bremsflüssigkeitsbehälter auf, holt aus dem Kofferraum eine Dose und füllt den Behälter auf Max auf. Und wieder muss seine Frau einen Startversuch unternehmen. Ohne Erfolg.
"Nun", sagt er, "dann werden's wohl die Zündkerzen sein!" Sie unternehmen einen erneuten Versuch, ihm klar zu machen, dass die ... Aber er wirft Ihnen nur einen bösen Blick zu, der Sie zum Schweigen bringt. Neue Kerzen hatte er auch dabei und schraubt sie ein. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen ringt er seine Hände und lässt seine Frau starten. Der Motor springt nicht an.
Er schnauzt seine Frau an und sagt: "Drück das Gaspedal ganz durch und lass es durchgedrückt und starte!" Sie gehorcht - kein Erfolg.
Sie nehmen all Ihren Mut zusammen und sagen: "Hören Sie, die Zündspule ist defekt. Der Wagen kann nicht anspringen!" "Ach", sagt er mit wütendem Ton, "Sie haben ja keine Ahnung!" und prüft die Keilriemenspannung.
Ich denke, das reicht. Ich bin schon stocksauer. Und Sie sind wahrscheinlich auch schon sehr genervt. Am liebsten würden wir diesen eingebildeten Ignoranten in die Wüste schicken.
Wie muss es erst Gott gehen? Er sagt klipp und klar, dass der Mensch nur durch Glauben gerettet werden kann. Er sagt dies nicht nur in einem Bild, er versucht es auf viele verschiedene Weisen. Einmal macht er deutlich, dass der Mensch unter der Herrschaft der Sünde steht und davon errettet werden muss. Dann versucht er es damit, dass er von der Befreiung spricht, die ihren Preis hat. Nur Jesu Blut ist dieser Preis. Und schon spricht er in der Sprache des Gerichts und macht deutlich, dass der Mensch nur aufgrund einer Begnadigung für gerecht erklärt werden kann. Usw.
Und was macht der Zuhörer? Er ignoriert das Reden Gottes. Gott kann sagen, was er will. Er weiß es besser. Die Zündspule ist defekt und er kommt bei Gott mit guten Werken, Kirchenzugehörigkeit, Taufe und Sonstigem an. Und Gott sagt, dass auf diese Weise der Motor zur Rechtfertigung nicht anspringt. Die Zündspule muss ausgetauscht werden. Der Mensch muss vom Unglauben zum Glauben durchdringen. Er muss Gott recht geben und nach der neuen Zündspule in der Beziehung zu Gott greifen. Ohne den Funken des Glaubens geht es nicht.
Paulus / Gott sagt dies im Römerbrief so deutlich, dass ich mich frage, wie man so dreist sein kann, dennoch alles nur nicht das als Weg zur Rettung zu erklären. Menschen, die vorgeben, religiös zu sein und die man mit dem konfrontiert, was hier steht, werden sogar wütend. Und Gott? Wenn ich Gott wäre, würde ich durchdrehen. Aber er ist sogar bis zu einem gewissen Punkt langmütig und steckt das weg. Aber irgendwann ist es auch ihm zu viel!
Jeder Mensch ist ein Sünder und braucht Vergebung. Nur wenn er Vergebung empfangen hat, wechselt er seine Stellung vor Gott und ist fortan ein Gerechter, weil Gott ihn für gerecht erklärt hat. Wie empfängt man aber die Vergebung? Durch den Glauben!
Im Bund mit Israel ging der Hohepriester einmal jährlich ins Allerheiligste und erlangte mit Blut eine Art Vergebung für das Volk. Es war keine vollkommene Vergebung. Jene Vergebung konnte das Volk nicht für immer vollkommen machen.
Das hat sich geändert. Das für das Volk Israel verborgene Allerheiligste der Stiftshütte und später des Tempels ist für alle Menschen öffentlich geworden. Dazu hat man nicht den Versöhnungsdeckel, der mit dem Blut der Sündopfer besprengt wurde, nach draußen getragen. Nein, Golgatha war dieser öffentliche Sühneort und dort hat Jesus Christus sein Blut / sein Leben als stellvertretendes Sündopfer gegeben. Und mit dem Blut dieses einmaligen Opfers ist es möglich, Menschen für immer vollkommen zu machen. Jesus hat dieses Blut als der vollkommene Hohepriester ins Allerheiligste Gottes gebracht. Lassen Sie uns den "Schatten" des Alten Bundes dem "Vollkommenen" des Neuen Bundes gegenüberstellen:
Mit anderen Worten: Jedem Menschen ist die heilschaffende Gerechtigkeit, die Gott auf Golgatha erwirkt hat, zugänglich. Dies ist der einzige Ort, wo ein für alle Mal der Preis für die Sünde bezahlt wurde. Und diese heilschaffende Gerechtigkeit Gottes steht nun als geschenkte Gerechtigkeit Gottes zur Verfügung. Wem?
Das, und noch viel mehr, heißt es, zu glauben! Können Sie wirklich von sich behaupten, dass Sie glauben?
Heben wir das mosaische Gesetz auf (setzen es außer Kraft) oder bestätigen wir das Gesetz (bringen es erst richtig zur Geltung / setzen es in Kraft). Oder heben wir es auf einen Thron, der ihm nicht zukommt?
Ich bin der Meinung, dass in unseren Gemeinden das Letztere geschieht. Menschen werden gläubig und bekommen als erste geistliche Nahrung einen kleinen Teil des mosaischen Gesetzes, nämlich die 10 Gebote, gewissermaßen als Milch eingeflößt. Man ist sich sicher, dass man damit das Richtige tut. Schließlich warnte doch schon Jesus davor, irgendetwas vom Gesetz aufzulösen (Matthäus 5,19) und auch hier in Römer 3 ist die Rede davon, dass wir Christen das mosaische Gesetz in Kraft setzen.
Ist es das, was uns diese beiden Stellen lehren wollen? Lassen Sie uns dazu einige Stellen aus der Bibel betrachten:
In Jeremia 31,31-37 ist vom Neuen Bund die Rede. In Vers 32 heißt es da, dass dieser Neue Bund nicht wie der Alte Bund sein wird. Beim Neuen Bund wird das Gesetz ins Herz geschrieben sein und er wird das Problem der Sünde lösen.
In Matthäus 5,17-20 sagt Jesus, dass er gekommen ist, um das mosaische Gesetz und die Propheten zu erfüllen (verwirklichen, ergänzen, hinzufügen, auffüllen, zum Vollmaß des Willens Gottes bringen). In Vers 20 sagt er weiter, dass er von uns eine bessere Gerechtigkeit erwartet. Dies legt nahe, dass "erfüllen" wohl eher die Bedeutung von "ergänzen" hat. Die Verse 21f, 27f, 31f, 33f, 38f und 43f bestätigen, das dem so ist. Jesus sagt hier immer wieder: "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist ... Ich aber sage euch ..." Und was er dann sagt, legt die Latte des Gesetzes deutlich höher. Das erinnert an die Aussage von 5. Mose 18,15+18, wo Mose zum Volk Israel sagt, dass Gott ihnen einen Propheten wie sich senden wird. Auf ihn sollen sie hören. Jesus ist dieser Prophet mit diesem neuen Gesetz! Das Gesetz Christi ist das Gesetz für die neue Heilszeit und damit das Gesetz für die Christen - vgl. 1. Korinther 9,21 und Galater 6,2.
Dieses Gesetz hat teilweise große Ähnlichkeiten mit dem mosaischen Gesetz. Aber die einzelnen Erwartungen gehen weit darüber hinaus. Dies ist möglich, weil das Gesetz Christi ins Herz geschrieben ist, eine Herzensangelegenheit ist und die Liebe, die die Erfüllung des Gesetzes ist, durch den Heiligen Geist in die Herzen der Glaubenden ausgegossen wurde - vgl. Römer 13,8-10 und 5,5.
Welche Stellung hat nun das mosaische Gesetz?
Zunächst einmal die, dass Paulus an anderer Stelle betont, dass Christen nicht unter dem mosaischen Gesetz sind - 1. Korinther 9,20 und 1. Timotheus 1,8+9.
Warum? Weil das Gesetz eine bestimmte Funktion / bestimmte Funktionen hat.
Wir haben gesehen, dass rein theoretisch das Gesetz die Möglichkeit gibt, durch die Erfüllung der Forderungen die Gerechtigkeit Gottes zu erlangen (Kapitel 2,13). Und so hat Jesus auch die Gerechtigkeit Gottes erwirkt, indem er nämlich das ganze Gesetz erfüllt hat. Dem Menschen ist dies aber nicht möglich.
In Kapitel 3,20 sagte uns Paulus, dass das mosaische Gesetz die Sünde erkennen lässt, was so viel bedeutet wie: Durch das Gesetz wird die Sünde zur Erfahrung. Das Gesetz stellt eine Forderung wie zum Beispiel: "Lass dich nicht gelüsten!" und die Sünde ergreift durch das Gesetz die Gelegenheit und bewirkt genau dieses "Gelüsten" (Kapitel 7,7+8)! Das Gesetz kam "daneben" hinzu (5,20) und ist als "Hilfe" gedacht, dass der Mensch erkennt, dass er ein Sünder ist. Es ist ein Zuchtmeister (Aufseher, Erzieher) auf Christus hin - Galater 3,24. Für den Christen hat es diese Funktion verloren - Galater 3,25. Er ist in Christus.
In der Theorie ist es also möglich, durch das mosaische Gesetz die Gerechtigkeit Gottes zu erlangen. Das mosaische Gesetz selbst macht aber deutlich und führt den ehrlichen Menschen dahin, dass er zugibt, dass er es auf diesem Wege nicht schafft. Das bezeugt das mosaische Gesetz auch, indem es Abraham bestätigte, dass er durch seinen Glauben (und nicht durch Gesetzeswerke) gerecht gesprochen wurde (1. Mose 15,6). Die Rechtfertigung des Sünders durch Gesetzeswerke ist unmöglich. Das Gesetz des Glaubens setzt diese "Möglichkeit" außer Kraft.
Wie wird nun das Gesetz bestätigt, zur Geltung gebracht, bekräftigt? Darüber werden wir in späteren Kapiteln noch ausführlicher sprechen. Hier so viel: Das mosaische Gesetz wird dadurch bestätigt, dass es durch sein Werk der Vermehrung der Sünden mich in aller Deutlichkeit zum Gesetzesübertreter macht. Dadurch treibt es mich zu Christus hin, auch deshalb, weil es mir bezeugt, dass ich nicht durch das mosaische Gesetz für gerecht erklärt werden kann, sondern durch das Gesetz des Glaubens, worauf das mosaische Gesetz hinweist und es bezeugt.
Wenn Christen das mosaische Gesetz in Form der 10 Gebote für sich auf den Thron heben, dann bestätigen sie es nicht. Im Gegenteil, dann missbrauchen sie es. Sie tauschen das Gesetz Christi, das durch den Heiligen Geist in ihre Herzen geschrieben ist, gegen ein Gesetz ein, das in steinerne Tafeln gemeißelt ist, sie zum Sündigen treibt und sie eigentlich dahin erziehen soll, dass sie Christus benötigen, um vom Gesetz befreit, von ihm getötet und von ihm losgemacht zu sein (Römer 7,1-6)!

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