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(17b) Vor dem Gott, an den er glaubte, ist Abraham unser aller Vater. Sein Glaube beinhaltete auch, dass Gott die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft. (18) Obwohl es nichts zu hoffen gab, glaubte Abraham voller Hoffnung, dass er zum Vater vieler Völker wird, weil Gott ihm in 1. Mose 15,5 gesagt hatte: "So (zahlreich wie die Sterne) wird deine Nachkommenschaft sein."
(19) Abraham war damals fast hundert Jahre alt und konnte keine Kinder mehr zeugen. Und seine Frau Sara konnte keine Kinder mehr bekommen. Und obwohl Abraham das bewusst war, wurde er im Glauben nicht schwach. (20) Er zweifelte auch nicht ungläubig an der Verheißung Gottes, sondern erstarkte in seinem Glauben, weil er Gott die Ehre gab. (21) Er war felsenfest davon überzeugt, dass Gott das, was er verheißen hat, auch tun kann. (22) Aus diesem Grund wurde ihm dieser Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet.
(23) Aber 1. Mose 15,5 wurde nicht nur wegen Abraham aufgeschrieben. Dass ihm die Gerechtigkeit angerechnet worden ist, (24) wurde auch wegen uns aufgeschrieben. Auch uns wird, wenn wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat, die Gerechtigkeit angerechnet werden. (25) Gott gab ihn wegen unserer Übertretungen dahin. Und wegen unserer Rechtfertigung hat er ihn auferweckt.
Der gegen allen Augenschein auf die Zusage Gottes vertrauende Glaube Abrahams ist ein Vorbild unseres Glaubens. Auch Abraham selbst ist Vorbild eines jeden Glaubenden.(17b) Vor dem Gott, an den er glaubte, ist Abraham unser aller Vater. Sein Glaube beinhaltete auch, dass Gott die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.
Vers 17b gehört sowohl zum vorhergehenden Text als auch zum nachfolgenden Abschnitt über Abrahams Glaube. Durch meine Übersetzung habe ich versucht, dies deutlich zu machen. Abraham glaubte an Gott und in den Augen dieses Gottes ist er unser aller (der Glaubenden aus Juden und Heiden) Vater.
Und dann beschreibt Paulus den Glauben des Abraham weiter. In Abrahams Glauben ist Gott der Gott,
Abraham glaubt also an einen Gott, den weder der Tod, noch das Nichts in irgendeiner Weise einschränken könnte. Er hat die Macht, sowohl das Wunder der Auferweckung als auch das Wunder etwas aus dem Nichts zu schaffen, zu vollbringen.
Dass dieser Glaube Abrahams nicht nur eine Überzeugung war, sehen wir in den Versen 18-22:
(18) Obwohl es nichts zu hoffen gab, glaubte Abraham voller Hoffnung, dass er zum Vater vieler Völker wird, weil Gott ihm in 1. Mose 15,5 gesagt hatte: "So (zahlreich wie die Sterne) wird deine Nachkommenschaft sein." (19) Abraham war damals fast hundert Jahre alt und konnte keine Kinder mehr zeugen. Und seine Frau Sara konnte keine Kinder mehr bekommen. Und obwohl Abraham das bewusst war, wurde er im Glauben nicht schwach. (20) Er zweifelte auch nicht ungläubig an der Verheißung Gottes, sondern erstarkte in seinem Glauben, weil er Gott die Ehre gab. (21) Er war felsenfest davon überzeugt, dass Gott das, was er verheißen hat, auch tun kann. (22) Aus diesem Grund wurde ihm dieser Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet.
Bei Abraham waren seine Glaubensüberzeugung und seine Glaubenspraxis eine Einheit. Er hatte die Verheißung eines Kindes. Der künftige Erbe musste aus seiner Ehe mit Sara hervorgehen.
In verschiedenen Bibelübersetzungen liest man nun, dass Abraham "gegen Hoffnung auf Hoffnung hin glaubte". Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass es menschlich gesehen keinen Grund zur Hoffnung gab (gegen Hoffnung). Die Erfüllung der Verheißung schien ganz und gar unmöglich. Aber Abrahams Glaube schöpfte aus der Verheißung Hoffnung (auf Hoffnung). Gott hatte durch seine Zusage diese Hoffnung geweckt. Es gab keinen Grund zur Hoffnung, aber durch seinen Glauben schöpfte Abraham dennoch Hoffnung, zumal ihm Gott diese Verheißung gegeben hatte. Und dieser Glaube machte ihn zum Vater vieler Völker.
In Vers 19 sagt Paulus, warum es keine Hoffnung auf einen Erben gab:
Bei Sara gab es noch weniger Hoffnung:
Menschlich gesehen war dies eine Situation völliger Hoffnungslosigkeit, die im Widerspruch zur Verheißung Gottes stand.
Aber Abrahams Glaube schwächelte nicht. Er hielt an Gottes Verheißung fest und wurde dadurch im Glauben gestärkt (er gewann Kraft, er wurde unerschütterlich). Vers 20 endet mit: "Weil er Gott die Ehre gab." oder: "Er gab Gott die Ehre." Ich denke, dass diese Worte eine Wechselwirkung aufzeigen.
Hätte Abraham mit Unglaube geantwortet (wäre er im Glauben schwach geworden), hätte dieser Unglaube Zweifel hervorgerufen. Dann hätte er die Verheißung mit Bedenken betrachtet und wäre zwiespältig und dadurch auch unschlüssig gewesen.
Aber Abraham war felsenfest davon überzeugt, dass Gott seine Verheißung wahr machen kann (Vers 21). Warum? Weil er, wie Vers 17 schon sagte, glaubte, dass Gott die Macht hat, Tote lebendig zu machen und das Nichts ins Dasein zu rufen. Er, der in Bezug auf seine Zeugungsfähigkeit tot war (Hebräer 11,19), konnte Gott in Bezug auf seine Zeugungsfähigkeit wieder lebendig (zeugungsfähig) machen. Gott konnte die nicht seiende Zeugungsfähigkeit wieder ins Dasein rufen. Dieser Glaube, diese feste Überzeugung, dieses Vertrauen wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.
(23) Aber 1. Mose 15,5 wurde nicht nur wegen Abraham aufgeschrieben. Dass ihm die Gerechtigkeit angerechnet worden ist,
Von diesem Glauben und seinen Auswirkungen ist im Alten Testament nicht nur wegen Abraham geschrieben.
(24) wurde auch wegen uns aufgeschrieben. Auch uns wird, wenn wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat, die Gerechtigkeit angerechnet werden.
Auch wegen uns ist davon die Rede. Auch wir finden nur dann bei Gott Anerkennung, wenn wir glauben. Und zwar an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat (an den Gott glauben, der Tote lebendig macht - Vers 17).
(25) Gott gab ihn wegen unserer Übertretungen dahin. Und wegen unserer Rechtfertigung hat er ihn auferweckt.
Abraham hatte eine Glaubensüberzeugung. Man könnte sagen, dass Gott für ihn ein Gott war, der die Macht hat, Wunder zu tun. Abraham dachte dabei insbesondere an zwei Wunder, nämlich die, Tote lebendig zu machen und aus dem Nichts etwas zu schaffen.
Und plötzlich wurde dieser Glaube im Leben Abrahams auf die Probe gestellt. Gott verhieß ihm und Sara einen Erben. Was sprach dagegen? Nun, Abraham konnte keine Kinder mehr zeugen (Abraham war fast hundert Jahre alt). Und Sara hatte ihr ganzes fruchtbares Leben hindurch keine Kinder bekommen und war nun in einem Alter, in dem sie auch keine Kinder mehr bekam. Beides war Abraham voll bewusst.
Mir ist dieser Tatsachenbericht eine große Hilfe. Es ist ja nicht so, dass wir Christen Gott nichts zutrauen. Ich möchte behaupten, dass überzeugte Christen glauben, dass Gott die Macht hat, Wunder zu tun. Sie haben normalerweise keine Probleme damit, zu glauben, dass er diese Welt aus dem Nichts geschaffen hat. Und dass er Tote auferwecken kann, Kranke heilen, von Dämonen befreien usw. Sobald dieser Glaube aber Praxis werden soll, sind wir verunsichert. Klar, im Neuen Testament gibt es Verheißungen bezüglich dieser Dinge. Da ist davon die Rede, dass Jesus seine Jünger aussandte und sie mit der Vollmacht ausstattete, diese Wunder zu vollbringen.
Aber gelten diese Verheißungen auch uns - mir? Es gibt Christen, die dies behaupten. Für sie ist es eine Sache des Glaubens, die Verheißungen bezüglich solcher Wunder in Anspruch zu nehmen. Und bei ihnen geschehen anscheinend auch solche Wunder. Ich habe aber auch schon erlebt, dass erbetene Wunder, die nicht eingetroffen sind, hinterher verdreht wurden. Da betete man zum Beispiel inbrünstig dafür, dass die eigene Mutter geheilt wird. Aber sie starb und hinterher wurde dann gesagt, dass sie nun gesund ist. Ja, bei Jesus gibt es keine Krankheit und kein Leid mehr, aber man betete um Heilung im Hier und Jetzt! Und diese Heilung war nicht eingetroffen und die hinterher verdrehte Erklärung empfanden viele - insbesondere Ungläubige - als abstoßend. Meines Erachtens wurde dadurch der Glaube ein Stück weit in den Dreck gezogen.
Andere Christen lehnen solche Wunder ganz ab. Auf der einen Seite glauben sie, dass Gott diese Macht hat und auf der anderen Seite führen sie Bibelstellen auf, um darzulegen, dass die Zeiten der Wunder, die wir wirken sollen / können, vorbei sind. Diese Meinung kann ich so nicht teilen.
Für mich gleicht die Praxis unserer Glaubensüberzeugung wieder einmal einer Gratwanderung.
Wie war es nun bei Abraham?
Und worin ist uns nun sein Beispiel eine Hilfe?
Vor Kurzem wurde ich um Gebetsunterstützung gebeten. Falls ich es könnte, sagte man, sollte ich mitbeten, damit eine verstorbene junge Frau auferweckt wird. Menschlich gesehen sprachen viele Gründe dafür, dies zu tun. Aber ich konnte nicht. Mir fehlte dazu die Legitimation (oder der Glaube?), es zu tun. Und für mich war auch klar, dass mein Gebet nicht nur ein Versuch sein sollte (damit man nichts unversucht gelassen hat), bei dem es egal ist, ob er "funktioniert" oder auch nicht. Für mich hätte die Frau auferweckt werden müssen. Diese Erhör-Gewissheit hatte ich aber nicht. Man könnte auch sagen, dass ich diese Verheißung Gottes nicht hatte.
Ich will mein Verhalten nicht positiv darstellen. Eventuell war es Unglaube, der mich daran hinderte, mit zu beten. Mir fehlte einfach die direkte Verheißung an mich in diese Situation. Kein Zweifel, ich glaube, dass Gott Tote lebendig macht. Aber ich wusste nicht, ob er diese Tote lebendig machen wollte! Und wäre ich mir dessen sicher gewesen, weiß ich trotzdem nicht, ob auch ich - wie Abraham - mit Gott verehrender Glaubensstärke gehandelt hätte, oder glaubensschwach ins Zweifeln gekommen wäre. Abraham glaubte, dass Gott Tote wieder lebendig machen kann. Und er hat dies später im wörtlichen Sinn nochmals bewiesen (Opferung Isaaks). Wie weit gehen wir mit unserem Glauben?
Liest man Vers 20 in verschiedenen Übersetzungen, dann wird manchmal die Fantasie angeregt und man stellt sich schmunzelnd vor, wie Abraham an sich runter schaute, seinen erstorbenen Leib betrachtete, und dennoch nicht schwach im Glauben wurde. Er blieb dabei und glaubte, dass Gott einem bereits zeugungsunfähigen Mann noch einen Erben schenken kann.
Das Schöne an der Schilderung ist, dass Abraham nicht an der Wirklichkeit vorbeischaute. Er sah den Tatsachen ganz nüchtern ins Auge und musste in Bezug auf sich selbst bekennen: "Da geht nichts mehr! Menschlich gesehen ist der Zug abgefahren!"
Und ein Seitenblick auf Sara ließ ihn menschlich abwinken. Sie war unfruchtbar, weit über die Wechseljahre hinaus, eben fast 90 Jahre alt. Keine Chance! Für einen Kindersegen war die Zeit längst abgelaufen!
Doch Abraham glaubte. Ich sehe ihn nickend und mit zusammengekniffenen Lippen vor mir. "Gott packt das! Mein Gott packt das!" sagte er. Das war seine vorherrschende Überzeugung.
Und warum waren dann Abraham und Sara Menschen wie Sie und ich?
Nun, dazu müssen Sie die ganze Geschichte lesen. Beginnen Sie mal in 1. Mose 15 und lesen Sie bis Kapitel 18 Vers 15.
Verstehen Sie nun, warum ich schreibe, dass Abraham und Sara Menschen wie Sie und ich waren? Abraham und Sara lachten über diese unmögliche Verheißung. Die Situation war doch auch lächerlich, oder? Aber Abraham hörte mit dem Lachen auf. Er tauschte diesen Moment des Zweifels wieder gegen seine Überzeugung ein. Sein Lachen verstummte wieder. Er wurde nicht dauerhaft schwach im Glauben. Er überwand die Versuchung, die durch diese lächerlichen Gegebenheiten an ihn herangetreten war. Er ließ sich nicht durch sie überwältigen, sondern glaubte gegen Hoffnung auf Hoffnung hin.
Es ist also wichtig, zur echten und eigentlichen Glaubensüberzeugung zurückzukehren. Die war bei Abraham ganz tief verwurzelt. Trotzdem schwankte er in einem Moment. Er fasste sich aber wieder und fand zur Glaubensüberzeugung zurück. Auch Sie und ich haben sicherlich echte und tief verwurzelte Glaubensüberzeugungen. Das heißt aber nicht, dass es deshalb keine Momente des Strauchelns gibt. Wichtig ist dann, dass man wieder dahin kommt, Gott die Ehre zu geben, um dadurch wieder im Glauben zu erstarken. Und der erstarkte Glaube ehrt Gott dann auch wieder.
Im Gegensatz zu Abraham hat Sara wohl von Anfang an nicht an die wörtliche Erfüllung der Verheißung Gottes geglaubt. Erst überredete sie Abraham dazu, diesen Sohn mit der Sklavin zu zeugen. Dann lachte sie über die Wiederholung der Verheißung, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt greifbar wurde. Der HERR sagte nämlich, dass das Kind in einem Jahr da sein würde. Trotzdem lachte sie und belog dann auch noch den HERRN. Sie hatte keine Ehrfurcht vor Gott, sondern nackte Furcht packte sie, als der HERR ihr offenbarte, dass er ihr in sich hineinlachen sehr wohl mitbekommen hatte. Aber am Ende lachte Sara ganz anders. Gott hatte ihr ein freudiges und erfülltes Lachen geschenkt.
Welchen Weg des Glaubens gehen wir? Abrahams oder Saras? Kann sich Gott an unserem Glauben erfreuen oder muss er uns bis zur Erfüllung der Verheißung durchschleppen, damit wir dann endlich dieses geschenkte Lachen von Herzen lachen können?

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