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(1) Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Sollen wir ruhig weitersündigen, damit sich die Gnade noch mächtiger entfalten kann? (2) Auf gar keinen Fall! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch länger in ihrem Machtbereich leben? (3) Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus getauft sind, durch diese Taufe in seinen Tod getauft sind? (4) Durch seine Taufe in den Tod sind wir zusammen mit ihm begraben worden. Aber Christus ist danach durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt worden. Deshalb sollen jetzt auch wir ein neues Leben führen. (5) Denn wenn gleichsam sein Tod unser Tod geworden ist, dann werden wir dies auch mit seiner Auferstehung sein. (6) Wir wissen doch, dass unser alter Mensch, unsere Existenzweise in Adam und ohne Christus, mitgekreuzigt worden ist. Wozu? Damit unser alter Mensch mit seinem sündigen Handeln tot ist und wir nicht länger Sklaven der Sünde sein müssen. (7) Denn wer gestorben ist, ist vom Herrschaftsanspruch der Sünde freigesprochen. (8) Wenn wir nun mit Christus gestorben sind, werden wir - und davon sind wir überzeugt - auch mit ihm leben. (9) Wir wissen doch, dass Christus, nachdem er von den Toten auferstanden ist, nie mehr sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. (10) Denn den Tod, den er starb, starb er ein für alle Mal für die Sünde. Das Leben aber, das er nun lebt, lebt er für Gott. (11) Von dieser Tatsache ausgehend betrachtet euch wie folgt: Ihr seid für die Sünde tot, aber in der Verbundenheit mit Christus Jesus lebt ihr für Gott.
(12) Lasst es also nicht zu, dass euer sterblicher Körper von der Sünde beherrscht wird. Sie will euch dazu bringen, dass er seinen Begierden gehorcht. (13) Stellt auch eure Glieder nicht der Sünde als Werkzeuge der Ungerechtigkeit zur Verfügung. Stellt euch vielmehr Gott als solche, die vom Tod zum Leben gelangt sind, zur Verfügung. Und stellt Gott zudem eure Glieder als Werkzeuge der Gerechtigkeit zur Verfügung! (14) Denn die Sünde wird ihre Macht nicht mehr über euch ausüben. Ihr steht ja nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz, sondern unter der Gnade.
Nicht mehr unter der Herrschaft der SündeIn Kapitel 5 Vers 20b sagte Paulus, dass dort, wo sich durch das mosaische Gesetz die Sünde so richtig entfalten konnte und ihr Vollmaß erreicht hat, die Gnade Gottes jegliches Maß übersteigt. Darauf bezieht sich die Frage in Vers 1:
(1) Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Sollen wir ruhig weitersündigen, damit sich die Gnade noch mächtiger entfalten kann?
Schon in Kapitel 3 Vers 8 drehte man Paulus aus dem, was er sagte, einen Strick. Dort missbrauchte man seine Lehre dahingehend, dass man ihm nachsagte, er lehre:
"Lasst uns ruhig das Böse tun, denn letztlich wird dabei das Gute herauskommen!"
Hier nun verdrehen eventuell dieselben Leute Kapitel 5,20b und sagen:
"Habt ihr's gehört? Paulus lehrt: Sündigt fleißig weiter, denn dadurch vermehrt ihr die Gnade! Dieser Ketzer behauptet doch allen Ernstes, dass Gott, durch fleißiges Weitersündigen unsererseits, Gelegenheit bekommt, uns seine Liebe und Barmherzigkeit in ganz besonderer Weise zu beweisen. Das ist doch die Höhe!"
(2) Auf gar keinen Fall! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch länger in ihrem Machtbereich leben?
Zu dieser Verdrehung sagt Paulus ein klares "NEIN!" und begründet es damit, indem er sagt:
"Als Christen sind wir für die Sünde tot. Und wenn wir ihr gegenüber tot sind, wie soll es da möglich sein, dass wir weiterhin unter ihrem Machtbereich leben?"
Der Einwand ist also nicht nur verleumderisch und böswillig. Er ist darüber hinaus auch noch unsinnig. Tote sind tot. Wer der Sündenmacht gestorben ist, ist ihr gegenüber tot!
(3) Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Christus Jesus getauft sind, durch diese Taufe in seinen Tod getauft sind?
Für Paulus ist es nun wichtig, darzulegen, "wann" und "auf welche Weise" dieses Sterben stattgefunden hat. In den Versen 3-5 sagt er meines Erachtens:
Dazu gibt es zwei andere Auslegungen, die ich hier kurz beschreiben möchte:
Beide Auslegungen halte ich für unbiblisch.
Im Folgenden möchte ich meine Auslegung begründen:
Paulus setzt bei den Christen von Rom dieses Wissen, dass die Taufe im Heiligen Geist die Aneignung des mit Christus Gestorbenseins ist, voraus (3).
(4) Durch seine Taufe in den Tod sind wir zusammen mit ihm begraben worden. Aber Christus ist danach durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt worden. Deshalb sollen jetzt auch wir ein neues Leben führen.
Paulus sagt uns also mit Vers 4, dass wir damals, als Christus begraben wurde, mit ihm begraben wurden. Das gottgewollte Ziel und Ergebnis davon ist, dass auch wir ein neues Leben führen können und sollen.
Fragen wir mit der Verleumdung aus Vers 1: Sollen wir fleißig weitersündigen? Nein! Wir sollen unser Leben in rechter Weise, das heißt in einer seiner Auferweckung angemessenen Weise fortführen. Die Taufe im Heiligen Geist eröffnet den Weg zu dieser neuen Lebensführung. Aber in wiefern kann man sagen, dass wir ein neues Leben führen können? Darauf antwortet Vers 5:
(5) Denn wenn gleichsam sein Tod unser Tod geworden ist, dann werden wir dies auch mit seiner Auferstehung sein.
Paulus sagt, dass wir deshalb ein neues Leben führen können, weil wir nicht nur mit Christi Tod verbunden sind, sondern auch mit seiner Auferstehung. Wir sind mit seiner Auferstehung verwachsen, das heißt (grammatikalisch): Wir sind mit ihm auferstanden und dieses Auferstehen hat fortdauernde Wirkung!
Vers 5b und Vers 8 ist in der Zukunftsform geschrieben. Damit ist aber vom Textzusammenhang nicht die zukünftige Auferstehung gemeint, sondern Paulus will damit sagen: "So sicher wir mit Christus gestorben sind, so gewiss sind wir danach auch mit ihm lebendig geworden." Anders ausgedrückt: Sobald sich Vers 5a erfüllt, wird Vers 5b zur andauernden Gegenwart. Dasselbe sagt auch Kolosser 2,12!
(6) Wir wissen doch, dass unser alter Mensch, unsere Existenzweise in Adam und ohne Christus, mitgekreuzigt worden ist. Wozu? Damit unser alter Mensch mit seinem sündigen Handeln tot ist und wir nicht länger Sklaven der Sünde sein müssen.
Christen dürfen ganz sicher wissen, dass ihr alter Mensch mit Christus mitgekreuzigt wurde. Unter dem "alten Menschen" versteht die Bibel das, was sie vor ihrer Bekehrung waren und nie wieder sein werden. Der "alte Mensch" ist der von Gott verurteilte Mensch, er ist der, der an die Sünde versklavt ist.
Was ist nun durch dieses mitgekreuzigt sein erreicht worden? Zweierlei:
Mit anderen Worten: Als "alte Menschen" existierten wir im Leib der Sünde und waren an die Sünde versklavt. Als wir Christen wurden, wurden wir von der Herrschaft der Sünde (vom Leib, der durch die Macht der Sünde beherrscht wurde) und vom Sündenzwang (von der Versklavung an die Sünde) befreit. Der Leib der Sünde wird danach als
bezeichnet.
Das ändert aber nichts daran,
Und dennoch muss dieser Leib nicht mehr sündigen. Er ist nicht mehr ihr Sklave - er kann zur Sünde NEIN sagen! Vers 7 sagt uns, wie es zu dieser Befreiung kam.
(7) Denn wer gestorben ist, ist vom Herrschaftsanspruch der Sünde freigesprochen.
Wie also kam diese Befreiung? Durch das Mitgestorbensein, das in unserem Leben durch die Geistestaufe Wirklichkeit geworden ist. Und weil die Sünde von einem Toten ganz und gar nichts mehr zu fordern hat und fordern kann, weil sie keinen Rechtsanspruch mehr hat, kann es in unserem Leben auch nicht heißen, dass wir fleißig weitersündigen sollen!
(8) Wenn wir nun mit Christus gestorben sind, werden wir - und davon sind wir überzeugt - auch mit ihm leben.
Was schon in Vers 5 gesagt wurde, davon müssen wir überzeugt sein / sind die Christen in Rom und ist Paulus überzeugt: Wir sind Teilhaber des Auferstehungslebens Jesu Christi geworden.
(9) Wir wissen doch, dass Christus, nachdem er von den Toten auferstanden ist, nie mehr sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
Diese Überzeugung stützt sich auf das Wissen, dass Christus nie wieder sterben wird und der Tod keine Macht mehr über ihn hat.
(10) Denn den Tod, den er starb, starb er ein für alle Mal für die Sünde. Das Leben aber, das er nun lebt, lebt er für Gott.
Aber es gibt noch mehr über das Sterben und Leben Christi zu sagen:
(11) Von dieser Tatsache ausgehend betrachtet euch wie folgt: Ihr seid für die Sünde tot, aber in der Verbundenheit mit Christus Jesus lebt ihr für Gott.
Und das hat für Christen Konsequenzen: Sie, die sich durch die Geistestaufe das Mitgestorben, Mitbegraben und Mitauferweckt angeeignet haben, müssen sich nun als solche betrachten,
Paulus sagt nicht, dass Christen sich so ansehen sollen, als ob sie für die Macht der Sünde tot wären und für Gott leben könnten. Sie SIND für die Macht der Sünde tot und sie KÖNNEN für Gott leben!
(12) Lasst es also nicht zu, dass euer sterblicher Körper von der Sünde beherrscht wird. Sie will euch dazu bringen, dass er seinen Begierden gehorcht. (13) Stellt auch eure Glieder nicht der Sünde als Werkzeuge der Ungerechtigkeit zur Verfügung. Stellt euch vielmehr Gott als solche, die vom Tod zum Leben gelangt sind, zur Verfügung. Und stellt Gott zudem eure Glieder als Werkzeuge der Gerechtigkeit zur Verfügung!
In den Versen 12+13 sagt Paulus, dass Christen, als Befreite, der Sünde jegliche Weiter-Herrschaft verweigern sollen. Sie sind der Sünde gegenüber weder machtlos noch wehrlos. Und das auch dann nicht, wenn diese an ihren Leib / Körper weiterhin Ansprüche stellt. Die Sünde kann nur dann herrschen, wenn Christen ihr gehorchen. Und wenn sie ihr gehorchen, dann geben sie ihrem selbstsüchtigen Begehren nach.
In Vers 13 ermahnt Paulus in Bezug auf die Glieder des Körpers. Sie sind das, was zum Handeln dient und Christen sollen ihre Glieder eben nicht als Werkzeuge / Waffen für Ungerechtigkeiten zur Verfügung stellen. Was dann?
Vers 13b: Als solche, die Lebende aus den Toten sind (5+8),
(14) Denn die Sünde wird ihre Macht nicht mehr über euch ausüben. Ihr steht ja nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz, sondern unter der Gnade.
Mit Vers 14 begründet Paulus die Forderungen aus Vers 12+13:
Warum nicht?
Wären Christen noch unter dem mosaischen Gesetz, dann wäre jeder Widerstand gegen die Sünde zweck- und aussichtslos. Aber die Gnade befähigt zum "STÄNDIGEN Gott zur Verfügung stellen"!
Wer die Errettung "allein aus Gnade" predigt und damit auch jeglichen Beitrag des christlichen Glaubenslebens (Heiligung) zur Errettung aus Glauben ablehnt, der steht in der Gefahr, dass man ihm von "christlicher Seite" aus nachsagt, dass er quasi zum Weitersündigen ermutigt. Und dies insbesondere dann, wenn er auch noch hinzufügt, dass das Sündigen die Gnade noch größer werden lässt.
Christen, die Ihren Glauben ernst nehmen und danach leben, befürchten, dass auf diese Weise die göttliche Gnade billig gemacht wird. Ich verstehe diese Sorge. Gleichzeitig bin ich aber um diese Geängstigten besorgt. Warum? Nun, ich frage mich, was für ein Leben der Heiligung diese Menschen führen. Leben sie in der Heiligung, weil Gott dies fordert? Und kommen sie dieser Forderung nach, weil sie sonst ein schlechtes Gewissen haben? Eventuell sogar um ihr Heil (ewiges Leben) fürchten? Und welche Art von Gehorsam leben sie? Ist er von einem MUSS und nicht von einem ICH WILL VON HERZEN bestimmt? Sagen sie tief in ihrem Inneren: "Wenn ich gehorsam sein muss, dann will ich dafür sorgen, dass auch der Andere gehorsam ist?"
Sowohl das hier dargestellte "Heiligungsleben" des Geängstigten als auch seine "Motivation zum Heiligungsleben" anderer sind grundverkehrt. Christen sind entweder "von Herzen gehorsam" oder ungehorsam. Das scheinbare Gehorsamsleben des Geängstigten ist kein Gehorsam im biblischen Sinne. Es ist Ungehorsam und damit Sünde! Auch das, was ihn dazu motiviert, bei anderen Gehorsam zu "erzwingen", ist Sünde.
Weit schlimmer ist aber, dass die klare Botschaft der Bibel in Bezug auf die Gnade auf den Kopf gestellt wird. Sie wird gelehrt, bis der Suchende sich bekehrt hat und danach wird sie entkräftigt und in den Schmutz getreten. Darüber hinaus wird der frisch Bekehrte zu einem Gehorsam erzogen, der unbiblisch ist und Gott nicht verherrlicht.
Ein weiterer Aspekt ist, dass man in der selbstgerechten Ausformung der Begierde (unter der Macht der Sünde) lebt. Das Gesetz fordert und man gehorcht in der Muss-Haltung. Das ist kein geistliches Leben. Es ist wie der Kadavergehorsam unter der Macht der Sünde.
Wer wirklich Christ geworden ist, wird aus der Liebe zu Gott gehorsam sein. Die erlebte Gnade stimmt ihn so dankbar, dass er von Herzen gehorsam ist. Unser Text drückt es etwas anders aus:
Viele Christen wissen kaum etwas über die Geistestaufe. Andere Christen werden bei dieser Thematik nervös. Wiederum andere machen aus ihr eine zweite Erfahrung. Usw.
Fest steht aber, dass die Geistestaufe heilsnotwendig ist und dass jeder Christ diese Geistestaufe bei seiner Bekehrung erhalten hat. Ob ihm das bewusst war oder auch nicht - ob er das gefühlt hat oder auch nicht - es ist geschehen! Was hat es also mit dieser Geistestaufe auf sich? Was lehrt das Neue Testament über sie?
Die Geistestaufe macht zu Gliedern des Leibes Christi!
In 1. Korinther 12 Vers 13 schreibt Paulus: "Ihr Christen von Korinth seid mit einem Geist zu einem Leib getauft worden!" Die Geistestaufe ist also das Geschehen, durch das Gott Menschen zu Gliedern des Leibes (der weltweiten Gemeinde Jesu Christi) macht. Interessant ist an dieser Stelle, dass Paulus diese Aussage an Christen richtet, die er als fleischlich und als Kinder im Glauben bezeichnet (1. Korinther 3,1-3)! Sie sind geistgetauft, aber ihr geistlicher Zustand entspricht dieser Stellung, die sie dadurch innehaben, nicht!
In Apostelgeschichte 1 Vers 5 sagt Jesus kurz vor seiner Himmelfahrt zu den Jüngern, dass sie in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden. Am historischen Pfingsttag wurden dann 120 Menschen (Apostelgeschichte 1,15) nicht nur mit dem Heiligen Geist getauft, sondern auch mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten in fremden Sprachen, wie es ihnen der Geist eingab (geistgewirkten Sprachen) (Apostelgeschichte 2,4).
In Apostelgeschichte 10 lesen wir dann, wie Petrus zu den Heiden gesandt wurde. Dieser Satz liest sich, als hätte Gott nur sagen müssen, dass Petrus gehen soll. So einfach war es aber nicht. Gott wies Petrus zunächst in einer Vision darauf hin, dass er das, was er für rein erklärt hat, nicht als unrein betrachten soll (15). Petrus verstand das nicht. Daraufhin teilte ihm der Heilige Geist mit, dass drei Männer nach ihm suchen und dass er, ohne zu zweifeln, mit diesen Männern gehen soll, weil er sie gesandt hat (20). So kam er zu Kornelius und vielen anderen Heiden, die sich in dessen Haus versammelt hatten. Petrus begriff daraufhin, dass er die Heiden, die Gott für rein erklärt hat, nicht als unrein betrachten soll (28) und verkündete ihnen das Evangelium (34-43). Und während Petrus noch redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die zuhörten (44).
In den Versen 45-48 heißt es dann: "Die gläubigen Juden, die Petrus nach Cäsarea begleitet hatten, waren außer sich vor Verwunderung, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde. Sie hörten sie nämlich in geistgewirkten Sprachen (Zungenrede, Sprachenrede) reden und Gott preisen. Daraufhin sagte Petrus zu seinen Begleitern: "Kann jetzt noch jemand diesen Menschen die Wassertaufe verweigern, wo sie doch genau wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?" Und Petrus befahl, sie im Namen Jesu Christi zu taufen."
Dieses Handeln brachte Petrus in Jerusalem Ärger ein (Apostelgeschichte 11). Die Juden stritten mit ihm. Und Petrus verteidigte sich. In Vers 15+16 sagt er: "Kaum hatte ich damit begonnen, zu den Versammelten zu sprechen, da fiel, genau wie bei uns (an Pfingsten), der Heilige Geist auf sie. Das erinnerte mich an Jesu Worte: "Johannes hat mit Wasser getauft. Ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.""
Warum erzähle ich das so ausführlich? Nun, die (jüdischen) Jünger hatten zwar den Missionsbefehl, allen Völkern das Evangelium zu bringen, aber sie waren in ihrem Denken und in ihrer Tradition so festgefahren, dass dieser Befehl nicht bei ihnen ankam. Und so erlebten sie Pfingsten,
und blieben weiterhin unter sich. Es war ihnen nicht gestattet, engeren Kontakt zu Heiden zu haben und diese in ihren Häusern zu besuchen. Heiden waren unrein!
Deshalb bereitete Gott Petrus mit einer Vision auf solch einen Kontakt vor. Und als er dann im Haus des Kornelius war, begriff er Gottes Botschaft und begann, das Evangelium zu verkündigen. Die Versammelten nahmen die Botschaft an. Und dann geschah bei den Heiden genau dasselbe, wie bei den Juden an Pfingsten:
Dieses "Gesamtpaket" benötigte Gott, um Judenchristen davon zu überzeugen, dass auch Heiden Christen werden können! Was hier geschah, war ein heilsgeschichtliches Geschehen.
Bevor ich diese Gedanken weiter ausführe, möchte ich noch darauf hinweisen, dass im Bericht über die ersten Heidenchristen drei verschiedene Taufen genannt werden:
Zwei Sonderberichte zur Geistestaufe
Ich möchte Ihnen nicht verschweigen, dass es in der Apostelgeschichte zwei weitere Berichte zur Geistestaufe gibt. Der eine ist zwischen 1. und 2., also zwischen den Juden und den Heiden einzuordnen, der andere zwischen 2. und 3., also nach den Heiden und bevor die Lehre (die Erkenntnis) der Geistestaufe sich durchgesetzt hatte.
In Apostelgeschichte 8 finden wir den Bericht über die Verfolgung der jüdischen Christen nach der Steinigung des Stephanus. Dadurch wurden sie in die Gebiete von Judäa und Samaria zerstreut. Nur die Apostel blieben in Jerusalem. Durch die zerstreuten Christen kam das Evangelium nach Samaria. Die Samaritaner, die ein Mischvolk aus Juden und Heiden waren, nahmen das Evangelium an. Ab Vers 14 erfahren wir, dass Petrus und Johannes diese Christen aufsuchten und für sie beteten, damit auch sie den Heiligen Geist empfangen, weil bis zu diesem Zeitpunkt keiner von ihnen den Heiligen Geist empfangen hatte.
Ich bin der Ansicht, dass wir auch hier einen heilsgeschichtlichen Bericht vor uns haben. Das Evangelium erreichte zuerst die Juden, dann das Mischvolk der Samaritaner und dann erst die Heiden. Deshalb ordne ich dieses Geschehen zwischen 1. und 2. (weiter oben) ein.
Ein weiterer Bericht findet sich in Apostelgeschichte 19. Hier erlebt man mit, wie sich das Evangelium verbreitete. Paulus trifft nach diesem Text in Ephesus auf Christen und fragt sie, ob sie, als sie gläubig wurden, den Heiligen Geist empfangen haben. Sie antworteten, dass sie bisher noch nicht einmal etwas vom Heiligen Geist gehört hatten. Paulus fragte sie daraufhin nach ihrer Taufe. Sie antworteten, dass sie auf die Taufe des Johannes getauft wurden.
Um es kurz zu machen: Nach diesem Gespräch wurden sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft, empfingen auch den Heiligen Geist (die Geistestaufe) und redeten in geistgewirkten Sprachen.
Der Bericht zeigt uns, dass sich das Evangelium zwar verbreitete, die christliche Lehre aber hinterherhinkte. Diese Menschen waren gläubig, wurden aber nicht mit der christlichen Wassertaufe getauft, sondern mit der Taufe des Johannes und vom Heiligen Geist hatten sie noch nichts gehört. Paulus rückte dies alles zurecht und Gott bestätigte das Geschehen wie an Pfingsten.
Gläubigwerden - Geistestaufe - Geistesfülle - geistgewirkte Sprachen (Zungenrede)
In unseren bisher besprochenen Textabschnitten geht es hauptsächlich um
Betrachtet man diese Themen, ohne die übrigen Schriftstellen des Neuen Testaments zu beachten, kommt es vor, dass diese Begriffe miteinander vermischt werden. Dann wird das Gläubigwerden zeitlich von der Geistestaufe getrennt. Wer dieser Ansicht ist, der redet auf Christen ein, dass sie unbedingt diese Geistestaufe als Erfahrung neben der Bekehrung benötigen. Manchmal geht diese Lehre so weit, dass man Christen damit ängstigt, dass sie ohne diese zweite Erfahrung verloren gehen. Darüber hinaus legt man auch gerne die Hände auf, um die Geistestaufe zu vermitteln.
Es ist richtig, dass ein Christ ohne Geistestaufe verloren geht. Und es ist auch richtig, dass die Geistestaufe manchmal durch Handauflegung vermittelt wurde. Aber es ist nicht richtig, dass die Geistestaufe nach dieser geschilderten heilsgeschichtlichen Übergangsperiode eine zweite Erfahrung ist. Auch muss sie nicht durch Handauflegung vermittelt werden. Ein Mensch, der Christ wird, wird in diesem Moment geistgetauft!
Eine weitere falsche Lehre ist die, dass die Geistestaufe und die Geistesfülle ein und dieselbe Erfahrung sind. Dem ist nicht so. Es wird wohl oft so sein, dass es im Moment des Gläubigwerdens und der Geistestaufe auch zur Geistesfülle kommt. Das ist nur natürlich, weil ein Mensch bei der Bekehrung wohl nicht sofort in einer Glaubenserprobung steckt. Er ist ergriffen von dem, was Gott für ihn getan hat und nicht umsonst ist im Neuen Testament von der ersten Liebe die Rede. Die Geistestaufe ist ein einmaliges Geschehen zum Zeitpunkt der Wiedergeburt. Die Geistesfülle schwankt während des Glaubenslebens. Paulus ermahnt in Epheser 5,18: "Berauscht euch nicht mit Wein, sondern werdet voll Geist!"
Dadurch, dass in der Apostelgeschichte die Geistestaufe, die Geistesfülle und die Zungenrede sozusagen als "Dreierpack" in Erscheinung treten, lehren viele Christen, dass die Geistestaufe und / oder die Geistesfülle mit der Zungenrede einhergeht. Mit anderen Worten: Ein Christ, der geistgetauft und / oder geisterfüllt ist, kann und muss auch in geistgewirkten Sprachen reden. Auch diese Lehre ist unbiblisch. Die Zungenrede ist eine Geistesgabe. In 1. Korinther 12 erfahren wir folgende Einzelheiten:
Wie empfängt man die Geistestaufe und was bewirkt sie?
Diese Fragen habe ich eigentlich schon beantwortet:
Nun könnte man sagen, dass die Geistestaufe wohl nicht dreierlei bewirkt. Dass sie zu einem Glied des Leibes Christi macht, ist klar, aber die anderen Dinge?! Aber die Frage ist doch, ob die Aussagen wirklich so verschieden sind? Wenn Christen ein Glied am Leib Christi sind, dann sind sie mit ihm verbunden / eins. Sie haben den alten Menschen (in Adam) ausgezogen (der alte Mensch ist gestorben) und den Neuen (in Christus) angezogen (sind mit Christus auferstanden). Das ganze Heilsgeschehen wurde ihnen in und mit Christus angeeignet. Ihre Stellung ist nun "in Christus" "Glied des Leibes Christi". Diese Stellung ändert sich nicht, wohingegen zur Geistesfülle immer wieder ermahnt / ermuntert werden muss!

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