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(15) Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Wenn wir unter der Gnade und nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz stehen, können, dürfen oder sollen wir dann nicht einfach weitersündigen? Auf gar keinen Fall! (16) Ihr wisst doch ganz genau: Wenn ihr Euch als gehorsame Sklaven zur Verfügung stellt, dann seid ihr die Sklaven dessen, dem ihr gehorcht. Entweder ihr stellt euch als Sklaven der Sünde zum Tod zur Verfügung oder als Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit (zum Freispruch). (17) Aber Gott sei Dank dafür, dass ihr Sklaven der Sünde wart. Jetzt aber seid ihr der Glaubenslebensunterweisung, mit der man euch angeleitet hat und der ihr verpflichtet wurdet, von Herzen gehorsam geworden. (18) Von der Herrschaft der Sünde seid ihr befreit worden. Nun seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden. (19) Wegen eures mangelnden Verständnisses gebrauche ich dieses Bild aus eurem Alltagsleben. Früher habt ihr eure Glieder als Sklaven der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit zur Verfügung gestellt. Genauso stellt nun eure Glieder als Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit zur Verfügung! (20) Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, da wart ihr Freie gegenüber der Gerechtigkeit. (21) Und was kam dabei heraus? Es waren solche Sachen, für die ihr euch heute schämt. Die Folge davon ist letztendlich der Tod. (22) Jetzt aber seid ihr von der Sünde freigemacht und Gottes Sklaven geworden. Dabei kommt ein geheiligtes Leben und als Folge letztendlich das ewige Leben heraus. (23) Denn der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod. Aber das Gnadengeschenk Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
Gott von Herzen gehorsamPaulus schloss mit Kapitel 6,14a den Gedankengang der Verse 1 bis 13 ab und schrieb:
Die Sünde wird ihre Macht nicht mehr über euch ausüben.
In Vers 14b begründet er diese Aussage:
Ihr steht ja nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz, sondern unter der Gnade.
Diese Begründung ist der Ausgangspunkt für eine weitere Fragestellung, die den Einwand von 6,1 noch einmal aufgreift:
(15) Welchen Schluss sollen wir nun daraus ziehen? Wenn wir unter der Gnade und nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz stehen, können, dürfen oder sollen wir dann nicht einfach weitersündigen? Auf gar keinen Fall!
Paulus fragt hier in Kurzform: "Sollen wir einfach weitersündigen, weil wir nicht unter dem mosaischen Gesetz, sondern unter der Gnade stehen?"
Paulus verneint vehement und erinnert die Christen von Rom auch hier wieder daran, was sie schon wissen:
(16) Ihr wisst doch ganz genau: Wenn ihr Euch als gehorsame Sklaven zur Verfügung stellt, dann seid ihr die Sklaven dessen, dem ihr gehorcht. Entweder ihr stellt euch als Sklaven der Sünde zum Tod zur Verfügung oder als Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit (zum Freispruch).
Mit anderen Worten: Auch das ist keine Möglichkeit. Als ihr nämlich die Geistestaufe erfahren habt (wiedergeboren worden / zum Glauben gekommen seid), da habt ihr euch auch für den Gehorsam entschieden. Und als Sklave ist man seinem Herrn verpflichtet.
Um die Veränderung, die im Leben der Christen von Rom (und aller anderen Christen auch) deutlich zu machen, spricht Paulus in diesem Abschnitt immer wieder von dem, was war und von dem, was jetzt ist. Im Folgenden möchte ich zusammentragen, was Paulus über unser Leben vor und nach der Geistestaufe schreibt:
EINST:
JETZT:
EINST:
JETZT:
Damit dieses EINST und JETZT in Bezug auf das "zur Verfügung stellen" vollständig ist, greife ich zusätzlich noch auf den vorhergehenden Abschnitt (6,1-14) zurück.
EINST:
JETZT:
EINST:
JETZT:
EINST:
JETZT:
EINST:
JETZT:
Die Sünde und ihre Früchte zahlen letztendlich einen Soldatensold in Form des ewigen Todes. Die Heiligkeit, das geheiligte Leben und die Gerechtigkeit zahlt nichts aus. Gott schenkt am Ende das ewige Leben!
(17) Aber Gott sei Dank dafür, dass ihr Sklaven der Sünde wart. Jetzt aber seid ihr der Glaubenslebensunterweisung, mit der man euch angeleitet hat und der ihr verpflichtet wurdet, von Herzen gehorsam geworden.
Mit Vers 17 möchte ich meine Gegenüberstellung abschließen. Paulus schrieb über das Einst und das Jetzt.
Einst waren wir Sklaven der Sünde, stellten unsere Glieder der Sünde zur Verfügung und taten dadurch Dinge, deren wir uns jetzt schämen. Wenn da keine Änderung geschieht, dann endet dieses Leben "in Adam" mit dem ewig durchlebten Tod. Das ist das Entgelt, welches die Sünde zahlt.
Aber jetzt ist das anders. Jetzt sind wir Diener Gottes und stellen ihm unsere Glieder von Herzen zur Verfügung. Wenn dem so ist, leben wir ein Leben, dessen wir uns nicht schämen müssen. Und als Abschluss beschenkt uns Gott mit dem ewigen Leben.
Dafür kann man Gott wirklich nur danken!
Schon bei den Anwendungen zum Abschnitt von Römer 6,1-14 habe ich in Bezug auf diesen Freibrief zum Weitersündigen durch die klare Lehre über die Gnade Gottes und den diesbezüglichen Ängsten vieler Christen geschrieben. Hier nun möchte ich das dort Gesagte nicht wiederholen, sondern von einer etwas anderen Warte aus erneut vertiefen.
Die Sünde wird die Gnade nie überfluten!
In und durch Adam wurden die Menschen zu Sündern und sündigen. Das war auch in der Zeit zwischen Adam und Mose so. Aber damals war die Sünde nicht definiert und wurde dadurch auch nicht als "Definitionsübertretung" zur Erfahrung. Die Folgen der Sünde waren allerdings präsent. Die Menschen starben auch damals, was beweist, dass auch sie unter der Macht der Sünde standen.
Also handelte Gott, indem er daneben (nachträglich) das mosaische Gesetz installierte. Das hatte die Wirkung, dass die Sünde nun definiert war und die Macht der Sünde die definierte Sünde missbrauchte und darüber hinaus auch noch mit der Botschaft des wirklichen Lebens durchs Sündigen täuschte. Dadurch wurden die "Definitionsübertretungen" überströmend. Nicht weil das mosaische Gesetz schlecht war, sondern weil die Macht der Sünde es missbrauchte.
Einzig die Begnadigung durch Gott befreit von dieser Sündenmacht. Sie muss auch mit überströmenden Sünden fertig werden. Und das tut sie. Die Gnade kann von der Menge der Sünden niemals überflutet werden (5,20)!
Die Gnade ermutigt nie zum Sündigen!
Rein theoretisch könnte man sich durch die Befolgung des mosaischen Gesetzes quasi selbst begnadigen. Schließlich heißt es ja, dass der, der diese Dinge tut, leben wird. Der Macht der Sünde kommt das gerade recht. Auf dieser Grundlage wirkt sie Selbstgerechtigkeit. Wiederum: Nicht das mosaische Gesetz ist daran schuld. Auch diese Täuschung geht auf das Konto der Macht der Sünde. Denn das mosaische Gesetz wird ja von jedem Menschen gebrochen. Also ist das Leben dahin.
Und wenn das Leben dahin ist, kann der Sünder nur noch durch eine Begnadigung zum Leben errettet werden. Aufgrund der überströmenden Sünden wird eine überwältigende Gnade benötigt. Und weil auch kein Mensch sich aufgrund des mosaischen Gesetzes selbst erretten kann, wird die Gnade Gottes benötigt. Sie soll das Problem der Sünde lösen und nur sie kann dieses Problem der Sünde auch lösen!
Wann erreicht die Gnade den Gottlosen?
Gemäß dessen, was ich bisher gesagt habe, kann die Gnade den Gottlosen nur dann erreichen, wenn er das Spiel der Macht der Sünde durchschaut. Wenn er weiß, dass die Macht der Sünde dieses "Du sollst nicht begehren" des mosaischen Gesetzes missbraucht. Wenn er weiß, dass die Macht der Sünde ihm vortäuscht, dass im Begehren das wirkliche Leben besteht. Wenn er weiß, dass seine Selbstgerechtigkeit ein "selbstgerechtes Begehren" ist. Wenn er weiß, dass die Macht der Sünde ihm vortäuscht, dass er durch Selbstgerechtigkeit das wirkliche Leben erreicht.
Letztlich ist es das Evangelium, das ihm dieses Wissen vermittelt und ihn über das Angebot der Gnade unterrichtet. Das Wissen allein hilft dem Gottlosen aber nicht weiter. Er muss sich sowohl seiner Stellung vor Gott bewusst, als auch bereit sein, seine Sünden (egal in welcher Form) zu bekennen, Jesu stellvertretendes Opfer (Begnadigung) annehmen, um danach ein geheiligtes Leben zu führen.
Dieser Schritt wird sehr oft als einfach bezeichnet. Das ist aber nicht zutreffend. Wenn das Evangelium auf "Komm zu Jesus und alles wird gut" reduziert wird, dann mag der Schritt leicht sein. Aber das wahre Evangelium verlangt die Bekenntnisse:
Warum sündigt ein Christ nicht weiter?
Weil ein Christ aufgrund des wahren Evangeliums zum Glauben gekommen ist. Er weiß, was Gott diese Gnade gekostet hat und er hat auch "seinen Preis" (siehe Bekenntnisse) dafür bezahlt!
Römer 6 vermittelt uns aber noch zwei weitere Gründe (Vers 2 und 16).
Christen wissen ganz genau, dass sie der Sündenmacht gestorben sind!
Wenn Paulus "Oder wisst ihr nicht, ..." schreibt, dann sagt er: "Ihr wisst doch ganz genau!" Was wissen die Christen von Rom so genau? Sie wissen, dass sie mit Christus der Sündenmacht gestorben sind. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein Christ weiß, dass er der Sünde gestorben ist, oder ob er weiß, dass er sich so verhalten soll, als ob er der Sünde gestorben ist. Wenn er der Sünde gestorben ist, hat er die Voraussetzung zum Sieg über die Sünde. Ist er der Sünde nicht wirklich gestorben, dann ist die Niederlage vorprogrammiert. Mit der Geistestaufe ist aber jeder Christ im Augenblick seiner Bekehrung mit Christus gekreuzigt worden, gestorben, begraben worden und auferweckt worden. Und: Wie Jesus jetzt Gott lebt, so kann der Christ als Lebender aus den Toten Gott leben in Christus Jesus!
Das wussten die Christen von Rom. Das sollte jeder Christ wissen!
Christen wissen ganz genau, dass sie sich für den Gehorsam Gott gegenüber entschieden haben!
Paulus geht zunächst sogar so weit, dass er sagt, dass sie entweder der Sünde gehorsam sind (obwohl sie ihr ja gestorben sind!) oder eben Gott gehorsam sind. Vielleicht ist unser fehlerhaftes geistliches Wissen ein Kind unserer Zeit. Wir lieben das "sowohl als auch". Aber das gibt es hier nicht. "Entweder / oder", sagt Paulus. Entweder Kadavergehorsam gegenüber der Sünde oder von Herzen gehorsam gegenüber Gott. Diese Beschreibung des Gehorsams Gott gegenüber sagt mir, dass es in Rom Christen gab, die Gott nicht gehorchen mussten, sondern ihm von Herzen gehorchen wollten. Die hatten das Evangelium und die Gnade verstanden. Diese Christen sind für mich völlig gesunde Wiedergeburten. Solche Christen sind Diener der Gerechtigkeit zur Heiligkeit. Solche Christen leben in der biblischen Freiheit, die eine Freiheit gegenüber der Sünde ist!
Das wussten die Christen von Rom. Das sollte jeder Christ wissen!
Alternativen in unseren Gemeinden!
Was sind die Alternativen? Hierzu liste ich einfach ein paar Dinge auf:
Das Lied "Freiheit, die ich meine", das Max von Schenckendorf dichtete, hat mit dem, was ich hier sagen möchte, nichts zu tun. Mir fällt nur immer diese erste Liedzeile ein, wenn ich in Gemeinden oder von Christen höre, welche Freiheiten sie als Christen haben.
Gewöhnlich ist die Formulierung so: "Ich habe die Freiheit, dieses und jenes zu tun!" Legt man dann dieses und jenes auf die biblische Waage, neigt sie sich zur Seite mit der Aufschrift "Sünde" hin. Es scheint, als haben viele Christen den göttlichen Sonderstatus "vom Gehorsam und zum Sündigen befreit". Kann das sein? Ist das so? Wahrscheinlich würde Paulus sagen: "Deren Gericht ist gerecht!"
Oft wird die Freiheit auch in dem Sinne genannt, dass man diese oder jene Erkenntnis nicht hat und deshalb sich die Freiheit nehmen kann, es anders zu tun. Auch "anders" entspricht da meistens nicht dem klar formulierten Willen Gottes!
Zweierlei Freiheit!
In unserem Abschnitt ist tatsächlich von der christlichen Freiheit die Rede. Sie ist die Freiheit von und gegenüber der Sünde. Nichtchristen hingegen leben in der Freiheit von und gegenüber der Gerechtigkeit (das Rechte zu tun). Mit anderen Worten: Es gibt leider sehr viele Christen, welche den Inhalt ihrer Freiheit mit dem Inhalt der Freiheit der Nichtchristen vertauschen. Man sieht da auch nicht wirklich ein "von Herzen gehorsam gegenüber Gott". Das Christenleben ist ein Schweres, die scheinchristliche Freiheit sorgt dabei für Erleichterung.
Erleichterung mit welchen Früchten?
Hier nennt Paulus die Unreinheit und Gesetzlosigkeit. An anderer Stelle würde er von jeglicher Art von Begierden sprechen. Auch Ungerechtigkeit nennt er. Der Lasterkatalog in Kapitel 1 ab Vers 29 hat diesbezüglich noch viel zu bieten. Und obwohl diese Dinge alle als Früchte der Nichtchristen beschrieben sind, habe ich auch schon erlebt, was in 1,32 geschrieben steht, nämlich dass Christen Beifall klatschen, wenn andere Christen genauso sündigen wie sie. Sie sind dann nicht so alleine. Ihre vermeintliche Freiheit lebt sich in der Masse besser.
Aber auch davon kann man umkehren. Dann kommt die Zeit, wo man sich dieser Dinge schämt (6,21)!
Was ist das Ende dieser scheinchristlichen Freiheit?
Bei der Antwort auf diese Frage muss man bedenken, dass Paulus das Ende dieser Freiheit für Nichtchristen schreibt. Es ist der Tod.
Christen werden diesen Tod nicht sterben, auch dann nicht, wenn sie zu einem Zeitpunkt ihres Christenlebens diese falsche Freiheit mit ihren Früchten leben. Dafür gibt es das Preisgericht (1. Korinther 3,12-15; 5,4), worüber ich hier aber nicht schreiben möchte.
Wichtig ist mir, dass Christen das furchtbare Ende derer sehen, die im Grunde genommen genauso leben wie sie. Sollten sich Betroffene dann nicht besinnen und von dieser falschen Freiheit lösen?
Was ist Freiheit?
Freiheit ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite nennt sich Gebundenheit. Die falsche christliche Freiheit ist eine "christliche" Art der Versklavung an die Sünde.
Die Fakten für Christen!
Das ist christliches Leben. Das andere in der scheinchristlichen Freiheit ist nur wieder eine Täuschung der Sünde, die selbst Christen vorzugaukeln scheint, dass ein in Sünde leben, das wirkliche Leben ist!
In welcher Freiheit leben Sie? Frei von der Sünde und Gott von Herzen gehorsam oder frei von der Gerechtigkeit und an die Sünde versklavt?

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