Startseite
❙ Datenschutz
❙ Impressum
Menü: Geld & Aktien Abnehmen & Sport Religion & Glaube Eigenbau & Kunst Autor Partnerprogramm
Menü
Kommentare - Sachbücher - Harmonien:
Übersicht zum Online-Römerbrief-Kommentar zum:
Übersicht zu den Artikeln über die Karwoche bis Himmelfahrt:
Übersicht zu den Artikeln über Weihnachten:
Übersicht zu Literatur fürs Selbststudium:
(1) Ihr, meine Glaubensgeschwister (Brüder), wisst doch ganz genau - denn ich rede ja zu solchen, die das mosaische Gesetz kennen -, dass das mosaische Gesetz nur so lange Geltung für einen Menschen hat, wie er lebt.
(2) Eine verheiratete Frau zum Beispiel ist durch das mosaische Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Stirbt der Mann, so ist sie von dem Gebot (Gesetz), das sie an den Mann bindet, entbunden. (3) Wenn sie sich aber zu Lebzeiten des Mannes mit einem anderen Mann einlässt, wird sie zu Recht eine Ehebrecherin genannt. Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie von dem Gebot (Gesetz) entbunden, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einen anderen Mann heiratet.
(4) So seid auch ihr, meine Glaubensgeschwister (Brüder), dadurch, dass Christus seinen Leib hingegeben hat, dem mosaischen Gesetz gegenüber tot. Ihr gehört jetzt nicht mehr dem mosaischen Gesetz, sondern Christus, der von den Toten auferstanden ist. Dadurch kann unser Leben für Gott fruchtbringend werden. (5) Denn als unser Leben noch von unserer alten Natur (vom Fleisch) bestimmt war, wirkten die Leidenschaften, die zur Sünde führen, in unseren Gliedern. Durch das mosaische Gesetz wurden sie hervorgerufen, um für den Tod fruchtbringend zu sein. (6) Jetzt aber sind wir vom mosaischen Gesetz entbunden. Früher hielt es uns gefangen. Aber wir sind ihm gestorben, sodass wir in der neuen Wirklichkeit des Geistes dienen und nicht in der alten Wirklichkeit des mosaischen Gesetzesbuchstabens.
Frei vom GesetzBeim Lesen dieses Abschnitts gewinnt man den Eindruck, dass die Christen von Rom das in Kapitel 6 Gesagte doch nicht so ganz nachvollziehen konnten. Mit seinem "ihr wisst doch ganz genau" (das ist die Bedeutung von "oder wisst ihr nicht") verbindet Paulus den neuen und auch vertiefenden Gedankengang und spricht dabei die Empfänger sehr eindringlich an (Brüder):
(1) Ihr, meine Glaubensgeschwister (Brüder), wisst doch ganz genau - denn ich rede ja zu solchen, die das mosaische Gesetz kennen -, dass das mosaische Gesetz nur so lange Geltung für einen Menschen hat, wie er lebt.
Die Christen von Rom sind solche, die das mosaische Gesetz kennen, bzw. damit vertraut sind. Als solche Menschen wissen sie, dass das mosaische Gesetz nur zu Lebzeiten eines Menschen Herr über diesen Menschen ist und ihm gebietet (Gültigkeit für ihn hat).
Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob Paulus hier, wie manche Ausleger meinen, vom römischen Gesetz oder dem mosaischen Gesetz spricht. Die Aussage gilt für beide Gesetze und spätestens ab Vers 4 ist auf jeden Fall vom mosaischen Gesetz die Rede!
(2) Eine verheiratete Frau zum Beispiel ist durch das mosaische Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Stirbt der Mann, so ist sie von dem Gebot (Gesetz), das sie an den Mann bindet, entbunden.
Aus diesem Wissen sollen die Christen von Rom das folgern, was Paulus mit dem Beispiel aus dem Eherecht (es kann sowohl aus dem römischen als aus dem mosaischen Gesetz sein) verdeutlichen möchte. Das Gesetz herrscht - aber in wiefern herrscht das Gesetz in diesem Eherecht?
Indem es bestimmt, dass eine verheiratete Frau so lange an ihren Mann gebunden ist, wie er lebt. Erst wenn der Mann gestorben ist, hat dieses Gesetz, durch das sie an ihn gebunden war, keine Gültigkeit mehr (4. Mose 5,11-31 und 1. Korinther 7,39).
Wenn man dieses Beispiel genauer unter die Lupe nimmt, dann stellt man fest, dass es eigentlich unlogisch ist. Gemäß von Vers 1 müsste nämlich in Vers 2 vom Tod der Frau die Rede sein. Es müsste heißen:
"Eine verheiratete Frau zum Beispiel ist durch das mosaische Gesetz an ihren Mann gebunden, solange SIE lebt. Stirbt SIE, so ist sie von dem Gebot (Gesetz), das sie an den Mann bindet, entbunden."
Dies ergibt natürlich keinen Sinn. Paulus möchte mit seinem Beispiel noch einen weiteren Gedanken verbinden. Dieser findet sich in Vers 3.
(3) Wenn sie sich aber zu Lebzeiten des Mannes mit einem anderen Mann einlässt, wird sie zu Recht eine Ehebrecherin genannt. Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie von dem Gebot (Gesetz) entbunden, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einen anderen Mann heiratet.
Zunächst möchte ich aber die Anwendung des Beispiels ausführen. Paulus zeigt für die Ehefrau zwei Konsequenzen des Eherechts auf:
Paulus verbindet also mit seinem Beispiel die Freiheit vom mosaischen Gesetz mit der Freiheit zu einer neuen Bindung! Die drei wichtigsten Aussagen des Beispiels sind also:
(4) So seid auch ihr, meine Glaubensgeschwister (Brüder), dadurch, dass Christus seinen Leib hingegeben hat, dem mosaischen Gesetz gegenüber tot. Ihr gehört jetzt nicht mehr dem mosaischen Gesetz, sondern Christus, der von den Toten auferstanden ist. Dadurch kann unser Leben für Gott fruchtbringend werden.
Mit Vers 4 wendet Paulus das Beispiel an. Das, was er über die Frau gesagt hat, das trifft auf die Situation der Christen von Rom zu:
Neben diesen angewendeten Aussagen des Beispiels beschreibt Paulus zwei weitere Details:
(5) Denn als unser Leben noch von unserer alten Natur (vom Fleisch) bestimmt war, wirkten die Leidenschaften, die zur Sünde führen, in unseren Gliedern. Durch das mosaische Gesetz wurden sie hervorgerufen, um für den Tod fruchtbringend zu sein. (6) Jetzt aber sind wir vom mosaischen Gesetz entbunden. Früher hielt es uns gefangen. Aber wir sind ihm gestorben, sodass wir in der neuen Wirklichkeit des Geistes dienen und nicht in der alten Wirklichkeit des mosaischen Gesetzesbuchstabens.
In den Versen 5 und 6 nennt Paulus die Gründe dafür, warum dieses "für Gott Frucht bringen" erst dann möglich ist, wenn man dem mosaischen Gesetz gestorben und mit Christus verbunden ist:
EINST (unter dem mosaischen Gesetz):
Die WENDE (Vers 6):
Im gesamten Textzusammenhang ab Kapitel 6,1 kam es folgendermaßen zu dieser Wende:
JETZT (die Folgen dieser Wende):
Früher traf das mosaische Gesetz mit seinen Forderungen von außen auf den Menschen. Da er der Macht der Sünde ausgeliefert ist, kann er die Forderungen (den mosaischen Gesetzesbuchstaben) nicht erfüllen. Er wird sogar zum Gegenteil getrieben, wodurch das mosaische Gesetz ihm zum Verderben wird.
Durch die Geistestaufe ist der Mensch für die Macht der Sünde tot (Beispiel: Ehemann stirbt). Der Heilige Geist wohnt nun in ihm und bewirkt von innen heraus und in der neuen Bindung an Christus (Beispiel: frei für die neue Bindung, den neuen "Ehemann") einen Gehorsam, der aus dem Herzen kommt.
Die meisten Christen lehren wohl, dass der Heilige Geist eine Person der Dreieinigkeit ist. Die Glaubenslebenspraxis spricht allerdings eine andere Sprache. Da ist der Heilige Geist dann eher eine Sache und eigentlich ist er auch tot!
Zugegeben, das ist jetzt ziemlich ketzerisch dahergesagt. Aber lassen Sie das bitte einfach einmal stehen und überlegen Sie bitte mit, ob ich eventuell nicht ganz unrecht habe.
Es ist vorbei! Wirklich?
In unserem Text ist einmal mehr davon die Rede, dass Christen dem mosaischen Gesetz gestorben sind. Dadurch sind sie diesem Gesetzesbuchstaben, der von außen an sie herangetreten ist tot. Mit so manchem Krimi könnte man sagen: "Es ist vorbei! Die Macht der Sünde ist tot. Und das mosaische Gesetz ist in gewisser Weise auch tot, weil sie dem mosaischen Gesetz gestorben sind. Sie können nun ein befreites Leben führen."
Fast möchte ich sagen: "Wenn das nur so einfach wäre." Menschen, die solch einen Krimi erleben, haben Mühe, zu glauben, dass es tatsächlich vorbei ist. Die Angst sitzt ihnen im Nacken und sie benehmen sich wahrscheinlich für eine lange Zeit immer noch so, als wäre die Gefahr noch real. Vielleicht liegt dies auch daran, dass die Gefahr ja tatsächlich noch real ist. Es laufen noch mehr Mörder in dieser Welt herum!
Im geistlichen Bereich könnte es ähnlich sein. Dadurch, dass ich nun schon sehr oft gesagt habe, dass ein Christ dem mosaischen Gesetz gestorben ist, wurde beim ein oder anderen eventuell die Denkweise korrigiert. Der alte Mensch ist nun in der Theorie tot. Und auch dem mosaischen Gesetz ist es genauso ergangen. Die Leiche des Alten wurde über Bord geworfen und das mosaische Gesetz gleich mit. Dann, um das Bild weiter zu gebrauchen, wurden ein paar Schleppnetze ausgeworfen. Als man sie wieder einzog, lagen der Alte und das mosaische Gesetz wieder drin.
Das Leben als Christ ist von einer gewissen Machtlosigkeit gegenüber der Sünde geprägt und durch Gesetze aller Art, denen wir nachkommen müssen, schleichen sich auch wieder die mosaischen Gebote von außen an uns heran.
Theorie und Praxis!
Man ist ehrlich und lehrt die biblische Version, aber im Leben spielt sie nicht wirklich die Rolle. Man lebt, als wäre man noch unter dem mosaischen Gesetz. Aber immerhin, man handelt nicht unbedingt so, dass man sich seines Tuns schämen müsste. Doch obwohl das Glaubensleben nach außen hin nicht unfromm erscheint, müsste man sich dennoch schämen. Warum? Weil jeglichem Tun als Forderung von außen nachgekommen wird. Und da gilt kein "Hauptsache es wird Gutes getan", nein, dieses "Guten" muss man sich schämen.
Entweder oder!
Ich skizziere mal drei Versionen und denke dabei nur an Christen:
In Version 1 und 2 lebt der Christ "wie" unter dem Gesetz. Er ist dem mosaischen Gesetz nicht wirklich gestorben. Vor Gott schon, aber vor und für sich selbst nicht. Nur in Version 3 ist der Christ dem mosaischen Gesetz gestorben. Vor Gott und sich selbst. Version 1 und 2 ist "entweder", Version 3 ist "oder" - ein dazwischen gibt es nicht, auch kein sowohl als auch!
Entweder mosaisches Gesetz oder Heiliger Geist!
Wer als Christ wie unter dem mosaischen Gesetz lebt, der ist für ein Leben mit und unter dem Heiligen Geist tot. Sein Leben sieht nach Gehorsam aus, aber es ist ein fleischlicher Scheingehorsam. Gottes Wille tritt von außen als Buchstabe an ihn heran und er tut ihn, er muss ihn tun!
Wer als Christ unter dem Heiligen Geist lebt, der ist für ein Leben unter dem mosaischen Gesetz tot. Sein Leben ist ein Glaubensgehorsam, der von Herzen kommt. Gottes Wille tritt von innen durch die Person des Heiligen Geistes an ihn heran und er tut ihn, weil er ihn tun will!
Entweder der Heilige Geist ist im Alltag eines Christen eine Sache und als Person tot, oder er ist im Alltag eines Christen eine lebendige Person.
Ich gebe zu, dass ich dies etwas überspitzt vortrage. Dennoch möchte ich auch hier danach fragen, wo in etwa Sie mit Ihrem "geistlichen" Leben stehen. Hat der Tod Sie von Ihrem ersten Ehepartner (dem mosaischen Gesetz) getrennt? Haben Sie die dadurch entstandene Freiheit zu einer neuen Ehe genutzt (mit Jesus Christus)? Und ist aus dieser neuen Ehe die in unserem Text angesprochene "Frucht für Gott" (4) entstanden? Dann wohnt die Person des Heiligen Geistes in Ihnen und bewirkt von innen und in dieser "Ehe-"Gebundenheit mit Christus einen von Herzen gehorsamen Lebensvollzug.
Ich habe mich auf gefährliches Eis begeben und könnte mir dabei die Beine brechen. Oder besser gesagt: Sie könnten sich die Beine brechen, weil ich Sie aufs spiegelglatte Eis geschickt habe!
Sie verstehen nicht ganz, was ich meine? Nun, ich, beziehungsweise unser Text behauptet ja, dass Christen dem mosaischen Gesetz gestorben sind. Und dabei wird ausgerechnet ein Gesetz aufgegriffen, dass heutzutage auch unter Christen ein großes Problem darstellt. Viele Ehen, wo einer der Partner zum Glauben gekommen ist, gehen in die Brüche. Selbst Ehen, in denen beide Partner Christen sind, werden geschieden. Aber nicht der Tod, sondern das Gericht scheidet. Und es geht sogar noch weiter, indem auch ohne den Tod wieder geheiratet wird. Mit anderen Worten: In christlichen Gemeinden gibt es Scheidungen und Wiederverheiratungen ohne die Todesklausel, also Ehebrecher und Ehebrecherinnen zuhauf.
Wenn der Molzahn nun recht hat und diesen Bibelabschnitt recht auslegt, dann muss er wohl eingestehen, dass Christen dem mosaischen Gesetz gestorben sind und von daher die Begriffe Ehebrecher, Ehebrecherin und weitere wie "Sünde", "in Sünde leben", usw. in Bezug auf Scheidung und Wiederheirat zurücknehmen muss. Denn, was hier als Beispiel genannt wird, ist Inhalt des mosaischen Gesetzes. Nun, da haben Sie recht. Und dazu stehe ich auch.
Scheidung und Wiederheirat nach dem Gesetz Christi!
Aber die Thematik ist noch nicht ausdiskutiert. Christen stehen nicht unter dem mosaischen Gesetz, sie sind ihm sogar weggestorben. Aber Christen leben das Gesetz, das ihnen ins Herz geschrieben ist und das sich Gesetz Christi nennt. Was es sagt, will in der Verbundenheit mit Christus und im Neuen des Geistes voller Vertrauen und von Herzen gehorsam gelebt sein!
Was Jesus zum Thema sagte!
Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das, was uns Lukas in Kapitel 16 Vers 18 berichtet, zitieren. Aber das wäre zu einfach. Stattdessen nehme ich Matthäus 5,31+32. Dort sagt Jesus in der Bergpredigt:
Dieser Text ist nicht einfach. Jesus hatte eine große Volksmenge um sich und stieg mit ihr auf einen Berg. Dort begann er seine Jünger mit der Bergpredigt zu belehren (Matthäus 5,1+2). Er predigte also nicht der Volksmenge, sondern den Jüngern! Und diese Jünger belehrte er auszugsweise mit folgenden Worten:
Indem Jesus sündlos für die Sünde der Menschheit starb, erfüllte er das Gesetz. Und indem er immer wieder sagte: "Im mosaischen Gesetz wird gesagt, ... ich aber sage euch ..." lehrt er diese vorzüglichere (bessere) Gerechtigkeit und bringt damit das Vollmaß des Willens Gottes zum Ausdruck!
Das Gesetz Christi besagt also:
Nun möchte man meinen, dass es dabei eine Ausnahme gibt. Wenn ein Ehepartner Hurerei betreibt, scheint Scheidung erlaubt zu sein. Erstaunlicherweise wird diese Klausel in Markus und Lukas nicht wiederholt. Und ich glaube auch, dass wir diese Klausel im jüdischen Kontext lösen müssen. Im Judentum war es so, dass eine Verlobung ein fester Ehevertrag war. Was bei uns auf dem Standesamt geschieht, könnte man in etwa mit der jüdischen Verlobung gleichsetzen.
Maria und Josef waren zum Beispiel verlobt (mit einem Ehevertrag verheiratet, Mann und Frau, aber noch nicht heimgeholt). Dann entdeckte Josef, dass Maria schwanger war. Das Kind war nicht von ihm. Sie hatte also Hurerei betrieben. Und Josef dachte daran, sich von Maria zu scheiden (Matthäus 1,19). Daraufhin bekam Josef Besuch von einem Engel. Dieser sagte zu ihm (20): "Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine FRAU, zu dir zu nehmen." Zu diesem Zeitpunkt war Josef mit Maria verlobt und hatte noch keinen Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt (18). Nach dem Besuch des Engels nahm Josef seine FRAU zu sich und wartete mit dem ehelichen Vollzug (Geschlechtsverkehr) bis nach der Geburt Jesu (24+25).
Mit anderen Worten: Jesus gewährt die Scheidung nur in der Verlobungszeit. Das Paar war da schon verheiratet. Der erste Geschlechtsverkehr fand aber erst nach der Heimholung statt (nach etwa einem Jahr Verlobungszeit). Lies sich in dieser Zeit die Frau mit einem anderen Mann ein, konnte sich der Betrogene von ihr scheiden.
Ein zweites Schriftzeugnis zum Thema!
Lesen Sie einmal 1. Korinther 7,10-16+39. Dort schreibt Paulus den Christen von Korinth:
Christen sind dem mosaischen Gesetz, das Scheidung und Wiederheirat verbietet, gestorben. Aber Christen leben mit Freude ein anderes Gesetz, nämlich das Gesetz Christi. Die Messlatte dieses Gesetzes Christi liegt viel höher (bessere Gerechtigkeit) als die des mosaischen Gesetzes.
Nur zur Information. Es gibt noch viel mehr solcher christlicher Verhaltensregeln zu diesen Fragen. Nicht umsonst füllt diese Thematik ganze Bücher! Die hier genannten Punkte haben aber direkt mit meinen Ausführungen zu Römer 7 zu tun.
Was ist und wo liegt der Unterschied?
Wahrscheinlich brennt Ihnen genau diese Frage auf den Lippen. Zum Beispiel aus Römer 7 sage ich für Christen ein deutliches NEIN und im nächsten Moment mache ich daraus ein noch deutlicheres JA. Zudem erscheint das mosaische Gesetz nahezu identisch mit dem Gesetz Christi.
Lassen Sie mich diese Einwände mit einigen Anmerkungen beantworten (Römer 8 wird noch weitere Antworten liefern!):
Zum Schluss möchte ich diese Thematik noch von einer etwas anderen Seite betrachten:
Der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Christi ist ein Gehorsam der ersten Liebe!
Ein Bekannter von mir würde meine bisherigen Ausführungen als verwirrend bezeichnen. Er würde auch diese Thematik kurz und bündig erklärt haben wollen. Und eigentlich ist das auch möglich (wobei der Tiefgang aber auch nötig ist!)!
Den Christen von Ephesus wirft Jesus in Offenbarung 2,4 durch Johannes vor, dass sie (ihn) nicht mehr so wie am Anfang lieben! Weiter fordert er sie auf: "Bedenkt, wovon ihr abgefallen seid. Kehrt um und tut wieder die ersten Werke (handelt wieder so wie zu Beginn eures Glaubenslebens)!"
Vier Dinge sind in unserem Zusammenhang wichtig:
Was hier beschrieben wird, geschieht in vielen Bereichen unseres Lebens. Da ist man frisch verheiratet und die Liebe zum Partner ist so groß, dass man von Herzen alles Mögliche füreinander tut, selbst Dinge, die man früher weit von sich gewiesen hätte. In der ersten Liebe spielt das keine Rolle. Da fragt man auch nicht nach der "Theologie", die dahinter steckt. Man hat den Partner fürs Leben gefunden, gibt gerne Bereiche seines Lebens auf und liebt hingebungsvoll. Doch plötzlich kommen andere Tage. Und mit ihnen erkaltet diese Liebe. Man ist vielleicht sogar dieser Beziehung überdrüssig und möchte sich scheiden lassen. Von erster Liebe ist nichts mehr zu spüren. Was man für den anderen tut, sind keine Werke der Liebe mehr.
Wenn nun dieses Ehepaar mit jemandem darüber spricht, dann erinnert diese Person hoffentlich an damals - an den Lebensalltag der ersten Liebe. Sie erinnert und sagt: "Bedenke, von was du im Begriff stehst, abzufallen, was du im Begriff stehst, aufzugeben. Kehre um, gehe auf deinen Partner zu, vergebt einander und macht doch bitte genau dort weiter, wo ihr zuletzt eure erste Liebe gelebt habt."
Meine Erfahrung ist, dass man da reden muss wie ein Buch. Man tischt "Erinnerung um Erinnerung" auf und trotzdem geht die Beziehung auseinander. Das Gleiche spielt sich bei verschiedenen Mitgliedschaften ab. Da spielt man zum Beispiel Tischtennis, tritt einem Verein bei, ist begeistert dabei (erste Liebe) und plötzlich kündigt man die Mitgliedschaft.
Die Christen von Ephesus lebten ihren Glauben in der ersten Liebe. Und man kann nicht sagen, dass in dieser Zeit der ersten Liebe alles eitel Sonnenschein war. In den Versen 2.3+6 ist davon die Rede, dass sie sich unermüdlich eingesetzt haben. Sie haben niemanden in ihrer Mitte geduldet, der Böses tut. Falsche Apostel haben sie entlarvt. Sie haben um ihres Glaubens willen gelitten und sind trotzdem dabei geblieben. Usw. Aber das war einmal. Diese erste Liebe war dahin. Nun hätte Johannes schreiben können, dass ihr alter Mensch gestorben ist, dass sie sich der Sünde für tot halten sollen, dass sie in der Neuheit des Geistes leben sollen, dass sie ... Aber das schreibt er nicht. Er erinnert einfach an die erste Liebe und sagt, dass sie bedenken sollen, von was sie da abfallen, dass sie umkehren und wieder in der ersten Liebe leben sollen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Beides ist wichtig: Sowohl die Lehre als auch diese seelsorgerliche Ermahnung.
Zwei weitere Verse der Bibel möchte ich hierzu erwähnen. Diese passen sehr gut zu diesem Glaubensleben in der ersten Liebe:
So einfach ist das, möchte man fast sagen. In der ersten Liebe ist kein Gebot zu schwer. Da ist man davon ergriffen, wie viel einem vergeben wurde (von der Begnadigung ergriffen), liebt Gott dafür zurück und lebt diese Liebe durch dick und dünn des Glaubensalltags.
Ich komme zum Schluss: In dieser Anwendung haben wir zwei Themen besprochen. Es ging um Scheidung und Wiederheirat und es ging um das Leben im Glauben (gemäß des mosaischen Gesetzes und des Gesetzes Christi). Auch wenn es in christlichen Kreisen modern geworden ist, sich scheiden zu lassen, so sagt dennoch das Gesetz Christi, dass Christen sich weder scheiden lassen sollen, noch eine geschiedene Person heiraten sollen. Drumherum hat das Gesetz Christi zum Thema Ehe noch viel zu sagen. Ich möchte Sie aber hier "nur" dazu ermutigen, bei Problemen in Ihrer Ehe, nicht an Scheidung zu denken, sondern sich gemeinsam an Ihre erste Liebe zu erinnern und daran zu arbeiten, dass Sie dort weitermachen, wo sie diese erste Liebe verlassen haben.
Was das Glaubensleben angeht, gilt dasselbe. Erinnern Sie sich an die erste Liebe. Ihnen wurde viel vergeben. Deshalb haben Sie viel geliebt und deshalb war auch die Gehorsamsfrage keine Frage des "MUSS", sondern ein begeistertes Leben gemäß des Gesetzes Christi. Solche Menschen müssen eher "gebremst" werden, als dass man sie ermahnen müsste, Werke des Glaubens zu leben beziehungsweise von Herzen gehorsam zu sein. Und das Wissen darum, dass Ihr alter Mensch wirklich tot ist, und dass Sie ... ist ein gutes Fundament, in dieser ersten Liebe zu bleiben!

© copyright by verlag-wolfgang-molzahn.com