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(1) Jetzt gibt es also für die, die mit Christus Jesus verbunden sind, kein Verdammungsurteil mehr. (2) Denn wenn du mit Christus Jesus verbunden bist, hat dich das Gesetz des Leben schaffenden Geistes vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit. (3) Denn was dem mosaischen Gesetz unmöglich ist, weil es durch die menschliche Existenz unter der Herrschaft der Sünde kraftlos ist, hat Gott folgendermaßen vollbracht: Er sandte seinen Sohn in einer Gestalt, die dem von der Sünde beherrschten menschlichen Dasein gleich war (in Gestalt des Fleisches der Sünde). Als Sühne für die Sünde sandte er ihn und vollzog das Urteil über die Sünde in ihrem Herrschaftsbereich (im Fleisch). (4a) So wird in uns die Rechtsforderung des mosaischen Gesetzes erfüllt.
(4b) Deshalb lassen wir uns nicht mehr von unserer eigenen Natur (nach dem Fleisch) bestimmen, sondern vom Geist. (5) Denn die, die sich von ihrer eigenen Natur (nach dem Fleisch) bestimmen lassen, streben nach dem, was die eigene Natur will (was des Fleisches ist). Die aber, die sich vom Geist bestimmen lassen, streben nach dem, was der Geist will. (6) Denn das Bestreben der eigenen Natur führt zum (bringt den) Tod, das Bestreben des Geistes aber zu Leben und Frieden. (7) Denn das Bestreben der eigenen Natur (des Fleisches) ist Feindschaft gegenüber Gott; es gehorcht dem mosaischen Gesetz Gottes nicht, es ist dazu auch nicht fähig. (8) Darum können die, die sich von ihrer eigenen Natur bestimmen lassen (im Fleisch sind), Gott nicht gefallen. (9) Ihr aber lasst euch nicht von eurer eigenen Natur bestimmen (seid nicht im Fleisch). Denn wenn Gottes Geist wirklich in euch wohnt, dann lasst ihr euch vom Geist bestimmen. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, dann ist er auch nicht sein eigen.
Von der Verdammnis befreitKapitel 8 ist die Fortsetzung von Kapitel 6,1 bis 7,6. In Kapitel 7 Vers 6 schrieb Paulus, dass Christen durch die "Wende" (jetzt) vom Gesetz befreit wurden, um in der neuen Wirklichkeit des Geistes zu dienen.
Kapitel 8,1 schließt aber auch an Kapitel 7,24 an. Dort fragt Paulus: "Ich elender Mensch. Wer wird mich von diesem Todesleib erretten?" In Vers 25a antwortet er darauf: "Gott hat es getan! Ihm danke ich durch Jesus Christus, unseren Herrn!
(1) Jetzt gibt es also für die, die mit Christus Jesus verbunden sind, kein Verdammungsurteil mehr.
Jetzt also, nach der Geistestaufe (6,3), jetzt, nachdem Gott uns vom Todesleib errettet hat (7,24+25a), gibt es für Christen keine Verdammnis mehr. Sie sind sowohl von der Verurteilung als auch vom Strafvollzug befreit. Es ist absolut unmöglich, dass Christen dieses Gericht treffen kann.
In den Versen 2-4a nennt uns Paulus den tieferen Grund für diese Gewissheit:
(2) Denn wenn du mit Christus Jesus verbunden bist, hat dich das Gesetz des Leben schaffenden Geistes vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit.
Einst lebten die Christen von Rom in der Gesetzmäßigkeit / Ordnung der Sünde. Diese zwang sie zum Sündigen - immer weiter und immer mehr (7,23). Dadurch war es auch eine Gesetzmäßigkeit / Ordnung des Todes. Damals wären die noch ungläubigen Christen von Rom zugrunde gegangen. Sie waren nicht nur geistlich tot und hätten sterben müssen. Sie wären auch ewig tot gewesen - hätten die ewig durchlebte Trennung von Gott erfahren.
Aber davon wurden sie befreit. Paulus hätte sagen können, dass der Heilige Geist sie befreit hatte. Aber er drückt sich anders aus. Paulus schrieb den Christen von Rom: "Die Gesetzmäßigkeit / Ordnung des Geistes, der das Leben will, schafft und gibt, der hat euch befreit."
Und wie wird diese Gesetzmäßigkeit / Ordnung wirksam? Nur durch die Verbundenheit mit Christus Jesus!
(3) Denn was dem mosaischen Gesetz unmöglich ist, weil es durch die menschliche Existenz unter der Herrschaft der Sünde kraftlos ist, hat Gott folgendermaßen vollbracht: Er sandte seinen Sohn in einer Gestalt, die dem von der Sünde beherrschten menschlichen Dasein gleich war (in Gestalt des Fleisches der Sünde). Als Sühne für die Sünde sandte er ihn und vollzog das Urteil über die Sünde in ihrem Herrschaftsbereich (im Fleisch).
In Vers 3 beschreibt Paulus nun dieses "in Christus Jesus / in der Verbundenheit mit Christus Jesus" näher. Der Befreiung durch die Gesetzmäßigkeit / Ordnung des Geistes liegt das Heilsgeschehen Christi zugrunde. Zunächst aber bestätigt Paulus das, was er zuvor in Kapitel 7,7-25 gesagt hatte. Dort machte er schon deutlich, dass das mosaische Gesetz als möglicher Heilsweg völlig ausgeschlossen ist.
Die Befreiung von der Gesetzmäßigkeit / Ordnung der Sünde und des Todes ist durch das heilige, gerechte, gute und geistliche mosaische Gesetz Gottes unmöglich. Warum? Weil der Mensch, so wie er geboren wird, der Macht der Sünde ausgeliefert ist. Das mosaische Gesetz hat die Absicht, aus der Gesetzmäßigkeit / Ordnung der Sünde und des Todes zu befreien. Aber der Zustand des Menschen macht diese Absicht zunichte. In dieser Hinsicht ist das mosaische Gesetz kraftlos (schwach).
Aber wie ist dann die Befreiung geschehen? Indem Gott gehandelt hat.
Damit verfolgte Gott aber noch ein weiteres Ziel:
(4a) So wird in uns die Rechtsforderung des mosaischen Gesetzes erfüllt.
Durch Gottes Handeln wurde in uns die Rechtsforderung des mosaischen Gesetzes erfüllt. Und wenn das im Leben eines Menschen geschehen ist, dann kann auch er diesen gerechten Willen Gottes erfüllen (13,9+10)!
Aufgrund des Handelns Gottes kann sein gerechter Wille nach Römer 6,17 von Herzen getan werden. Aber wie geschieht dies im Leben der Christen von Rom? Darauf geben die folgenden Verse eine Antwort.
(4b) Deshalb lassen wir uns nicht mehr von unserer eigenen Natur (nach dem Fleisch) bestimmen, sondern vom Geist.
Früher ließen wir uns von der Macht der Sünde (unserer eigenen Natur) bestimmen (wandelten / lebten nach dem Fleisch). Heute, nachdem die Befreiung geschehen ist, lassen wir uns vom Geist bestimmen (wandeln / leben nach dem Geist). Der gerechte Wille Gottes wird also dann durch uns getan, wenn wir unser Leben vom Heiligen Geist bestimmen lassen.
(5) Denn die, die sich von ihrer eigenen Natur (nach dem Fleisch) bestimmen lassen, streben nach dem, was die eigene Natur will (was des Fleisches ist). Die aber, die sich vom Geist bestimmen lassen, streben nach dem, was der Geist will. (6) Denn das Bestreben der eigenen Natur führt zum (bringt den) Tod, das Bestreben des Geistes aber zu Leben und Frieden. (7) Denn das Bestreben der eigenen Natur (des Fleisches) ist Feindschaft gegenüber Gott; es gehorcht dem mosaischen Gesetz Gottes nicht, es ist dazu auch nicht fähig. (8) Darum können die, die sich von ihrer eigenen Natur bestimmen lassen (im Fleisch sind), Gott nicht gefallen. (9) Ihr aber lasst euch nicht von eurer eigenen Natur bestimmen (seid nicht im Fleisch). Denn wenn Gottes Geist wirklich in euch wohnt, dann lasst ihr euch vom Geist bestimmen. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, dann ist er auch nicht sein eigen.
Die Art und Weise wie Christen und Nichtchristen ihr Leben leben (sollten), macht Paulus, wie er es schon in Kapitel 6,1 bis 7,6 getan hat, durch eine Gegenüberstellung deutlich.
EINST (im Fleisch / nach dem Fleisch / durch die eigene Natur bestimmt):
Betreff: Lebensvollzug!
Betreff: Ziel / Ergebnis
Betreff: Stellung
JETZT (im Geist / vom Geist bestimmt):
Betreff: Lebensvollzug!
Betreff: Ziel / Ergebnis
Betreff: Stellung
Es war nicht Gott, der sich aus der Gemeinschaft mit dem Menschen schlich. Der Mensch selbst sorgte dafür, dass die Beziehung in die Brüche ging. Dadurch machte er sich zum Feind Gottes. Er kümmerte sich auch nicht mehr um Gottes Rechtsforderungen und wurde zum Sünder.
Doch obwohl Gott die Sünde hasst, liebt er dennoch den Sünder. Er möchte nicht, dass aus der Trennung mit ihm eine ewige Trennung wird. Doch auf das Sünderdasein und das Sündigen steht der Tod. Wie sollte er also den Sünder retten?
Durch das mosaische Gesetz. JA und NEIN! Erfüllt der Mensch das ganze mosaische Gesetz ohne Ausnahme, so würde er sich den Frieden mit Gott verdienen. Doch beim Versuch, dies zu erreichen, müsste jeder Mensch einsehen, dass es ihm unmöglich ist, das mosaische Gesetz zu erfüllen.
Das mosaische Gesetz ist zwar heilig, gerecht und gut, hat aber den Nachteil, dass die Macht der Sünde es missbrauchen und obendrein auch noch vortäuschen kann, dass Selbstgerechtigkeit und Ungerechtigkeit das wahre Leben ist. Wie sollte da Rettung möglich werden?
Indem das mosaische Gesetz "Nebenwirkungen" hat. Es mehrt zwar die Sünde, sagt aber auch, was Sünde ist und dass kein Mensch durch Gesetzeswerke gerettet werden kann. Schon im mosaischen Gesetz rettet allein der Glaube. Und: Es weißt auf den hin, der das Gesetz tatsächlich erfüllen wird!
Gottes Handeln!
Als die Zeit "reif" war, sandte Gott seinen Sohn. Unser Text sagt uns, dass er ihn als Mensch mit derselben Möglichkeit zum Sündigen, mit demselben Leib und denselben Gliedern in die Welt sandte. Sein Auftrag stand von vornherein fest: Er sollte die Rechtsforderungen des Gesetzes erfüllen. Wenn ihm dies gelänge, wäre er ein sündloses Lamm Gottes (Opfergesetze des mosaischen Gesetzes), an dem stellvertretend das Urteil Gottes über die Sünde vollstreckt werden könnte. Unser Text bringt dies in Vers 3 und 4 zum Ausdruck.
Und Jesus blieb sündlos und vergoss sein Blut für die Sünden der Menschheit. Er hat die Errettung vollbracht. Sie "liegt bereit".
Wie aber wird man dieser Errettung teilhaftig?
Wer meint, so Gott auch nur einen Zentimeter näherzukommen, der irrt!
Mit Christus Jesus verbunden!
Wenn man mit jemandem eine telefonische Verbindung aufbauen möchte, wählt man seine Nummer. Geht es um eine Beziehung, spricht man die betreffende Person an. Und manchmal ist es auch so, dass man bei dieser betreffenden Person erst einmal etwas in Ordnung bringen muss, bevor überhaupt an eine Beziehung nur gedacht werden kann.
Bei der bereitliegenden Errettung ist es genauso. Sie ist ja durch eine stellvertretende Verurteilung und durch eine stellvertretende Vollstreckung des Urteils vollbracht worden. Nach wie vor steht da noch der Grund für dieses Todesurteil zwischen Gott und jedem einzelnen Menschen.
Was muss der Mensch also tun? Er muss die Sache mit der Feindschaft in Ordnung bringen. Das heißt: Sich eingestehen, dass er aufgrund seiner Sünde mit Gott in Feindschaft steht, dass diese Feindschaft / Sünden das Todesurteil nach sich zieht / ziehen und dass Jesus dieses Sühneopfer stellvertretend für ihn erbracht hat. Friede mit Gott wird nur dann, wenn man seine Begnadigung annimmt! Nicht automatisch, nicht mit dem Glauben an eine höhere Macht, nicht durch ein scheinbar vorbildliches Leben, nicht durch irgendwelche Verdienste oder Sakramente, sondern einzig und allein durch das Vertrauen in und die Bejahung dessen, was Jesus für ihn getan hat und die Annahme der geschenkten Gerechtigkeit vor Gott (Begnadigung). So kann jeder Mensch den Frieden mit Gott erlangen.
Dann ist man "in Christus Jesus" oder anders ausgedrückt "mit Christus Jesus verbunden und sein Eigentum" (8,1). Das hat zur Folge, dass es für diese Person keine Verdammnisverurteilung mehr gibt. Niemals! Wer begnadigt ist, ist für immer und ewig begnadigt!
Die Innewohnung des Heiligen Geistes!
In dem Moment, in dem ein Mensch mit Christus verbunden wird, erfährt dieser Mensch die Taufe im Heiligen Geist, der dann in diesem soeben neugeborenen Christen wohnt. Und das natürlichste der Welt ist dann, dass dieser Christ sich vom Heiligen Geist bestimmen lässt. Er ist bestrebt, das zu tun, was der Heilige Geist will. Der Heilige Geist hat das wirkliche Auferstehungsleben in ihm bewirkt, nun soll der weitere Verlauf des Glaubenslebens auch wirkliches Leben und Frieden sein (8,6). Nur ein solches Christenleben gefällt Gott (8,8).
Eventuell sagen Sie nun: "Wie oft muss ich mir denn diese Leier noch anhören?" Nun, Paulus kommt im Römerbrief immer und immer wieder darauf zu sprechen. So wichtig ist ihm dieses Evangelium, dass er immer wieder aus einem etwas anderen Blickwinkel auf dieses Thema zurückkommt. Meine Überschriften lauteten zwar "Von der Verdammnis befreit" und "Leben im Geist", aber das Evangelium ist die Grundlage dieser Tatsache der Befreiung und dieser Herausforderung des Lebens im Geist. Ohne die Verbundenheit mit Christus wartet die Verdammnis und lebt man im Fleisch!
Der dreieinige Gott hat aber einen Ausweg geschaffen. Gott-Vater sandte seinen Sohn. Jesus Christus gab sein Leben als Sühneopfer für die Sünde. Der Heilige Geist hat vom Gesetz der Sünde und des Todes befreit. Und Sie? Haben Sie sich befreien lassen? Gibt es für Sie keine Verdammnis mehr? Lassen Sie sich schon vom Heiligen Geist bestimmen und streben nach dem, was der Wille des Geistes ist? Wenn ja, dann leben Sie ein wirkliches Leben und ein Leben des Friedens und: DANN HAT GOTT FREUDE AN IHNEN!
Auch über die sogenannte Heilsgewissheit habe ich schon einige Male geschrieben. Aber ich bin davon fasziniert, wie die Schreiber des Neuen Testaments immer wieder diese Heilsgewissheit betonen - und auch immer wieder aus einem anderen Blickwinkel heraus.
Doch es gibt Christen, denen diese Lehre ein Dorn im Auge ist. Für sie wurde die "Heilsgewissheit" im 4. Jahrhundert erfunden. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie sie darauf kommen - es interessiert mich auch nicht. Für mich steht fest, dass wenn in Vers 1 steht, dass es keine Verdammnis für die gibt, die in Christus Jesus sind (mit Christus Jesus verbunden sind), dass dann wieder einmal mehr von der Heilsgewissheit eines Christen die Rede ist. Dabei ist es mir völlig egal, ob die Bibel diesen Begriff kennt, oder auch nicht.
Und wenn in Römer 8,1 so ganz lapidar steht, dass es jetzt keine Verdammnis für die gibt, die in Christus Jesus sind, dann ist hier ebenfalls von der "Heilsgewissheit" die Rede!
JETZT!
Aber ab wann ist JETZT? Welcher Zeitpunkt oder welches punktuelle Geschehen geht diesem JETZT voraus? Im näheren Textzusammenhang lautet die Antwort:
Und wann war das? Als ich Christ wurde, bin ich in eine Verbundenheit mit Christus eingetreten und wurde sein Eigentum. Als ich Christ wurde, wurde ich vom Gesetz der Sünde und des Todes und damit auch vom Leib des Todes freigemacht (errettet). Als ich Christ wurde, habe ich das stellvertretende Sühneopfer Jesu angenommen und wurde begnadigt. Als ich Christ wurde, zog der Heilige Geist in meinem Herzen ein. Und als ich Christ wurde, begann mein Leben unter der Führung durch den Heiligen Geist.
Christen trifft das Verdammungsurteil nicht!
Aufgrund der Sünde hat Gott alle Menschen zum Tod verurteilt. Das ist die gerechte Strafe Gottes. Zum Strafvollzug gibt es zwei Termine. Der eine war vor ca. 2.000 Jahren. Am Kreuz von Golgatha wurde das Urteil über die Sünde der Menschheit vollstreckt. Seither können Menschen sich auf diese Vollstreckung berufen. Sie können sich schuldig bekennen und sagen, dass sie die Begnadigung annehmen. Das Verdammungsurteil ist dann in Christus und für die betreffende Person vollzogen. Die Thematik kommt vor Gott nie mehr auf den Tisch!
Der zweite Termin ist das Gericht Gottes. Wer dort erscheinen muss, hat die Gelegenheit der Begnadigung an sich vorübergehen lassen. Eine Begnadigung ist dort nicht mehr möglich. Ein mit Gott Rechten ebenfalls nicht. Gott wird recht behalten (3,4) und sein Urteil wird verkündet und vollstreckt. Die betreffende Person war ihr ganzes Leben lang geistlich tot, starb und wird dann zum ewigen Tod (zur ewig durchlebten Trennung von Gott) verurteilt.
Es gibt aber auch eine Teilvollstreckung des Urteils. Jeder Mensch kommt als geistlich Toter zur Welt und nahezu alle Menschen werden körperlich sterben. Wenn nun jemand die Begnadigung annimmt, dann ist er vom Tod zum Leben durchgedrungen. Er hat dann eine Beziehung zu Gott und ist damit geistlich lebendig. Sein Körper stirbt zwar, aber das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott wartet auf ihn.
Christen sind von der Verdammnis befreit. Das dürfen sie nach vielen Bibelstellen ganz sicher wissen. Christ wird man aber nicht automatisch, auch nicht durch die Geburt in ein christlich geprägtes Land. Christ wird man in einem bestimmten Augenblick seines Lebens. Ein Christ ist ein Mensch, der (im christlichen) Sinne wiedergeboren ist. Deshalb können viele Christen sagen, dass sie zum Beispiel an einem bestimmten Tag Christ wurden und diesen zweiten Geburtstag feiern. Gab es in Ihrem Leben schon diesen Geburtstag in ein neues Leben?
Die "Aufforderung" nach dem zu streben, was des Geistes ist, ist klar - ihr Inhalt eher weniger! Zumindest wird der christliche Lebensvollzug im Heiligen Geist teilweise falsch gedeutet und auch missbraucht. Was heißt es, nach dem zu streben, was des Geistes ist oder sein Leben vom Heiligen Geist bestimmen zu lassen?
Zu diesem komplexen Thema werde ich hier keine ausführliche Antwort geben. Nur Gedankenanstöße sollen Ihnen helfen, das Streben nach dem, was des Geistes ist, besser einzuordnen.
Ich strebe (nur) nach dem, was des Geistes ist!
Solche und ähnliche Aussagen habe ich schon oft zu hören bekommen. Was für Sie recht positiv klingt, war im Kontext dessen, was gesagt wurde, ganz und gar nicht positiv. Mit dieser Aussage wird nämlich immer wieder biblische Unterweisung und biblisches Leben, ja selbst das Lesen der Bibel vom Tisch gefegt. Etwas ketzerisch ausgedrückt wird mit diesem Satz oft gesagt, dass man, um gottgemäß zu leben, weder die Bibel regelmäßig lesen sollte, noch ein verbindliches Gemeindeleben praktizieren sollte, noch Bibelstudium betreiben sollte, noch das Gesetz Christi verinnerlichen sollte, noch sich dem dreieinigen Gott hingeben sollte, noch ... Nein, das alles spielt nicht die Rolle. Einzig die Führung durch den Heiligen Geist und damit auch das eigene Streben nach dem, was des Geistes ist, ist christlicher Lebensvollzug.
Und wenn der Heilige Geist dann noch nicht in dieser oder jener Sache Klarheit geschenkt hat (ohne dass man sich um diese Klarheit bemüht hätte!), dann hat der christliche Lebensvollzug die Freiheit, dies und jenes und das zu vernachlässigen. Man hat dann noch keine Erkenntnis dazu, und wenn man es ohne diese Erkenntnis täte, dann wäre das gesetzlich! Und Paulus würde dies, davon bin ich felsenfest überzeugt, ein scheinchristliches Leben nach der Gesinnung des Fleisches nennen.
Der Geist will, was Gott will!
Bleiben wir einfach einmal im Römerbrief. Dort kann man aus Kapitel 8 Vers 27 genau diese Aussage herauslesen: "Der Geist will, was Gott will." Es geht sogar noch präziser: "Der Geist will, was Gott FÜR MICH will!" Und wenn ich nach dem strebe, was des Geistes ist, dann will ich mein Leben nach dem Willen Gottes für mich persönlich leben. Andere Stellen, die etwas über "was des Geistes ist" aussagen, sind:
Was des Geistes ist, ist kein Rivalitätskampf!
Was meine ich damit. Nun, durch Gespräche habe ich den Eindruck gewonnen, dass so manches Mal die "Institutionen" zur Erkennung des Willens Gottes gegeneinander ausgespielt werden.
Aber das "Gesetz Christi", das "Gewissen im Heiligen Geist (9,1)", das "Geistesstreben" usw. können weder gegeneinander ausgespielt werden, noch schließen sie einander aus. Vielmehr stehen sie in Einklang miteinander. Das Geistesstreben wird wohl kaum entgegen den Verhaltensregeln des Gesetzes Christi sein. Auch das Gewissen (im Heiligen Geist) und die Hingabe (nach 12,1) wird es nicht ausschließen. Der wahre Wille Gottes wird sowohl vom Geistesstreben als auch vom Gewissen (im Heiligen Geist), als auch vom Gesetz Christi usw. bezeugt.
Das harmonische Zusammenspiel der Instanzen zur Erkennung des Willens Gottes!
Unter diesen Instanzen verstehe ich alles, was dem Christen hilft, den Willen Gottes zu erkennen. Da gibt es absolute Instanzen wie:
aber auch Instanzen, die geprüft werden müssen:
Ich bin mir nicht sicher, ob man hier eine Hierarchie aufstellen kann. Die oberste Instanz für den Willen Gottes ist aber immer Gott selbst. In der Praxis heißt dies eventuell:
Das Leben im Heiligen Geist ist keine Wohlfühloase, deren Hintertürchen nach dem strebt, was des Fleisches ist. Es ist ein Leben gemäß der ersten Liebe (siehe Anwendungen zu 7,1-6).
Wie gehen Sie mit den Instanzen zur Erkennung des Willens Gottes um? Versuchen Sie, den harmonischen Gleichklang zu finden? Oder spielen Sie die eine gegen die andere Instanz aus? Oder ist es vielleicht sogar so, dass Sie nur eine Instanz in Ehren halten, um ihr Leben gemäß Ihren Wünschen und Vorstellungen leben zu können. Das kann sich in verschiedenen Instanzen abspielen. Es kann wie im eingangs erwähnten Beispiel sein, kann aber als weiteres Beispiel auch den seelsorgerlichen Rat betreffen, der nur dort eingeholt wird, wo einem nach dem Mund geredet wird. Ein gesunder Christ strebt aber nach dem, was des Geistes ist!

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