Startseite   ❙  Datenschutz   ❙  Impressum   Wolfgang Molzahn     Verlag Wolfgang Molzahn     Social Media Button  

Verlagsbanner

Menü:   Geld & Aktien   Abnehmen & Sport   Religion & Glaube    Eigenbau & Kunst    Autor   Partnerprogramm

Glaube Banner

Menü

Kommentare - Sachbücher - Harmonien:

  • Luthers' "allerlauterstes" Evangelium: Der Römerbrief
  • Kommentar zum Römerbrief: Glaube ich falsch oder liege ich richtig?!
  • Sachbuch: Was ist Weihnachten?
  • Sachbuch: Was ist Ostern?
  • Harmonie: Eine Harmonie der vier Evangelien
  • Harmonie (Software): Eine Harmonie der vier Evangelien
  • Harmonie (Software): Eine Harmonie der Samuel-, Könige- und Chronikbücher
  • Sachbuch: Gott ist nicht prüde!

Übersicht zum Online-Römerbrief-Kommentar zum:

  • Übersicht zum Online-Römerbrief-Kommentar

Übersicht zu den Artikeln über die Karwoche bis Himmelfahrt:

  • Artikel über die Karwoche bis Himmelfahrt

Übersicht zu den Artikeln über Weihnachten:

  • Artikel über Weihnachten

Übersicht zu Literatur fürs Selbststudium:

  • Christliche Literatur fürs Selbststudium


Der Römerbrief:
Text, Auslegung & Anwendung

Römer 8,18-30:
Hoffnung in Leiden!

(18) Denn ich bin davon überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit angesichts der zukünftigen Herrlichkeit, die sich an uns offenbaren wird, nicht ins Gewicht fallen.

(19) Denn die sehnsüchtig harrende Schöpfung wartet auf das Offenbarwerden der Herrlichkeit der Kinder (Söhne) Gottes. (20) Denn die Schöpfung wurde der Vergänglichkeit unterworfen. Nicht durch eigenes Verschulden, sondern weil Gott sie unterworfen hat. Damit verbunden ist aber die Hoffnung, (21) dass auch die Schöpfung selbst von der Versklavung an die Vergänglichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes befreit wird. (22) Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt seufzt und in Wehen liegt.

(23) Aber nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist bereits als Erstlingsgabe erhalten haben, auch wir selbst seufzen in unserem Inneren und warten auf die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft; nämlich auf die endgültige Erlösung unseres Körpers. (24) Denn unsere Errettung schließt ja diese Hoffnung ein. Eine Hoffnung aber, die man schon verwirklicht sieht, ist keine Hoffnung mehr. Denn warum sollte einer noch auf das hoffen, was er bereits verwirklicht sieht? (25) Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht verwirklicht sehen, dann warten wir geduldig, bis wir es verwirklicht sehen.

(26) In gleicher Weise kommt auch der Geist unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen und wie es angemessen ist. Aber der Geist selbst tritt stellvertretend mit unaussprechlichen Seufzern für uns ein. (27) Gott (Der) aber, der die Herzen erforscht, weiß, was der Geist mit seinen unaussprechlichen Seufzern sagen will, denn der Geist tritt für die Heiligen Gott gemäß ein. (28) Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten mitwirkt. Es sind ja Christen, die er nach seinem Plan berufen hat. (29) Denn die, die er vorher erkannt hat, die hat er auch dazu vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes zu entsprechen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Kindern Gottes (Brüdern) sein. (30) Die aber, die er vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen. Und die, die er berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt. Und die, die er gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.


Auslegung:

Römer 8,18-30Hoffnung in Leiden

In Vers 17 war vom "Mitleiden" und vom "Mitverherrlicht werden" die Rede. Mit Vers 18 knüpft Paulus an diese "Stichworte" an und spricht seine Überzeugung aus:

(18) Denn ich bin davon überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit angesichts der zukünftigen Herrlichkeit, die sich an uns offenbaren wird, nicht ins Gewicht fallen.

Mit anderen Worten: Ganz egal was ein Christ so durchmacht, es steht in keinem Verhältnis zu der von Gott für ihn bereitgehaltenen Herrlichkeit. Im Vergleich zur Herrlichkeit sind diese Leiden, diese Schmerzen, diese Entbehrungen, diese Verfolgungen, diese ... nicht der Rede wert.

Es ist gut, dass Paulus dies schreibt. Hätte diesen Vers jemand geschrieben, dem weder Sorgen, noch Nöte und auch keine Leiden begegnet sind, dann würde man ihm mit den Worten: "Du hast gut reden, dir ..." widersprechen wollen. Aber Paulus berichtet darüber, was ihm in seinem Leben als Christ widerfahren ist (2. Korinther 11,23-28):

  • Er hat große Mühen auf sich genommen.
  • Oft saß er im Gefängnis.
  • Oft wurde er ausgepeitscht.
  • Immer wieder war er in Todesgefahr.
  • Fünf Mal bekam er 39 Schläge.
  • Drei Mal wurde er mit Ruten geschlagen.
  • Ein Mal gesteinigt.
  • Drei Mal erlitt er Schiffbruch.
  • Ein Mal trieb er einen ganzen Tag und eine ganze Nacht im offenen Meer.
  • Auf seinen beschwerlichen Reisen war er ständig Gefahren durch reißende Flüsse, Wegelagerer, Wüsten, unechte Christen, ... ausgesetzt.
  • Litt Hunger und Durst, war häufig zum Fasten gezwungen, ertrug bittere Kälte und hatte nichts anzuziehen. ...

Und dieser Mann sagt: "Das alles ist im Vergleich zur bereitstehenden Herrlichkeit nicht der Rede wert!" Er sagt nicht, dass dies alles nicht der Rede wert ist. Im Grunde genommen sagt er: "Wenn ich auf das Leben nach dem Tod fokussiere, auf die zukünftige Herrlichkeit bei Gott, dann - und nur dann - ist alles Leiden nicht der Rede wert. Der Herrlichkeit gegenüber fällt es nicht ins Gewicht."

Wie aber kann man wissen, dass es eine solche Herrlichkeit überhaupt gibt? Diese Frage beantwortet Paulus etwas seltsam:

(19) Denn die sehnsüchtig harrende Schöpfung wartet auf das Offenbarwerden der Herrlichkeit der Kinder (Söhne) Gottes.

Christen können deshalb wissen, dass es die zukünftige Herrlichkeit gibt, weil die ganze Schöpfung sehnsüchtig und geduldig auf diese Herrlichkeit der Kinder Gottes wartet und nach ihr verlangt. Von diesem Verlangen schreibt Paulus in Vers 22:

(22) Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis jetzt seufzt und in Wehen liegt.

Das ist auch eine Predigt der Schöpfung (vergleiche Kapitel 1,20). Und Kinder Gottes wissen um diese "Predigt", die ein Seufzen und Leiden ist. Die Schöpfung liegt seit dem Sündenfall in Geburtswehen. Auch sie möchte wiedergeboren werden (Matthäus 19,28, Apostelgeschichte 3,21).

Aber warum eigentlich seufzt und leidet die Schöpfung?

(20) Denn die Schöpfung wurde der Vergänglichkeit unterworfen. Nicht durch eigenes Verschulden, sondern weil Gott sie unterworfen hat. Damit verbunden ist aber die Hoffnung, (21) dass auch die Schöpfung selbst von der Versklavung an die Vergänglichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes befreit wird.

Die Schöpfung seufzt und leidet, weil Gott sie der Vergänglichkeit ausgeliefert hat. Und das ohne eigenes Verschulden. Gott hat die Schöpfung in das Strafgericht über den Menschen mit einbezogen.

Aber nicht nur dem Menschen hat Gott eine Hoffnung gegegen. Auch die Schöpfung hofft:

  • Sie hofft auf die Befreiung aus der Versklavung an die Vergänglichkeit.
  • Und sie hofft auf die Befreiung zur Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Das heißt, dass die Schöpfung an der zukünftigen Herrlichkeit der Kinder Gottes Anteil haben wird. Auch sie wird von der Vergänglichkeit / vom Tod befreit. Da diese Befreiung an die Herrlichkeit der Kinder Gottes gebunden ist, wartet sie sehnsüchtig harrend (19).

Und dieses sehnsüchtig harrende Warten auf die Herrlichkeit der Kinder Gottes beweist den Kindern Gottes, dass es diese zukünftige Herrlichkeit für sie gibt.

(23) Aber nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist bereits als Erstlingsgabe erhalten haben, auch wir selbst seufzen in unserem Inneren und warten auf die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft; nämlich auf die endgültige Erlösung unseres Körpers.

Die Schöpfung seufzt in der Erwartung der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Aber nicht nur sie, sondern auch die Kinder Gottes seufzen, obwohl sie bereits den Geist als Erstlingsgabe erhalten haben.

Der Begriff Erstlingsgabe kommt aus der alttestamentlichen Opfersprache und beinhaltet, dass durch den Gott geweihten und Gott dargebrachten ersten Teil der Naturerträge der ganze Ertrag geheiligt wird. Die Erstlingsgabe des Geistes ist also eine Garantieleistung (Anzahlung / Bürgschaft) auf die Herrlichkeit der Kinder Gottes (die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft / die endgültige Erlösung des Körpers), durch die diese Herrlichkeit der Kinder Gottes sichergestellt ist.

Und trotzdem seufzen Kinder Gottes. Warum eigentlich? Weil sie durch ihren Körper begrenzt sind. Er ist noch der Vergänglichkeit unterworfen und durch ihn sind Gotteskinder anfechtbar. Man könnte also Vers 23 kurzfassen und sagen: "Kinder Gottes seufzen deshalb im Leiden, weil ihr Körper (mit seinen Gliedern) noch nicht erlöst ist. Sie seufzen nach dem Körper der Herrlichkeit!"

(24) Denn unsere Errettung schließt ja diese Hoffnung ein. Eine Hoffnung aber, die man schon verwirklicht sieht, ist keine Hoffnung mehr. Denn warum sollte einer noch auf das hoffen, was er bereits verwirklicht sieht? (25) Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht verwirklicht sehen, dann warten wir geduldig, bis wir es verwirklicht sehen.

Unsere Errettung schließt diese Hoffnung auf den Körper der Herrlichkeit ein. Was genau ist Hoffnung nach diesen Versen?

  • Inhaltlich ist die Hoffnung die Herrlichkeit der Kinder Gottes / die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft / die endgültige Erlösung des Körpers.
  • Diese Hoffnung ist unsichtbar.
  • Diese Hoffnung wird aber auf jeden Fall eintreffen.
  • Diese Hoffnung ist durch ein geduldiges Warten gekennzeichnet.
  • In dieser Hoffnung ist die Herrlichkeit / die vollständige Verwirklichung der Sohnschaft / die endgültige Erlösung des Körpers schon vollendet.

Nicht nur das sehnsüchtige Verlangen der Schöpfung lässt Kinder Gottes wissen, dass sie verherrlicht werden, sondern auch ihr eigenes Seufzen und Hoffen!

(26) In gleicher Weise kommt auch der Geist unserer Schwachheit zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen und wie es angemessen ist. Aber der Geist selbst tritt stellvertretend mit unaussprechlichen Seufzern für uns ein.

  • In Vers 22 wurde gesagt, dass die Schöpfung seufzt.
  • In Vers 23 heißt es weiter, dass auch die Kinder Gottes innerlich seufzen.
  • Nun, in Vers 26, teilt Paulus mit, dass auch der Heilige Geist seufzt. Sein Seufzen ist sogar ein Seufzen, das unaussprechlich ist, aber ganz genau das ausdrückt, was menschliche Worte nicht ausdrücken können.

  • Für wen oder was seufzt nun der Heilige Geist? Er seufzt für Kinder Gottes und tritt für sie vor Gott ein.

  • Aus welchem Grund tut er dies? Er kommt der Schwachheit der Kinder Gottes zu Hilfe und hilft ihnen mit seinem Seufzen bei ihrem Seufzen.

  • Was ist mit Schwachheit gemeint? Die Schwachheit der Kinder Gottes, die in Leiden zu Gott beten, ist die, dass sie nicht wissen, was sie bitten und wie sie bitten sollen. Das "wie es angemessen ist", geht aber von Vers 27 her noch tiefer. Es ist die Schwachheit, in diesen Situationen dem Willen Gottes gemäß zu beten!

  • Auf welche Art und Weise hilft der Heilige Geist? Er nimmt an der Schwachheit der Kinder Gottes Anteil und seufzt aus ihrem Herzen (27) stellvertretend für sie und dem Willen Gottes entsprechend zu Gott und macht damit ihr Seufzen zu einem Gott angemessenen Seufzen.

(27) Gott (Der) aber, der die Herzen erforscht, weiß, was der Geist mit seinen unaussprechlichen Seufzern sagen will, denn der Geist tritt für die Heiligen Gott gemäß ein.

Und Gott hört dieses Seufzen aus den Herzen seiner Heiligen (Alle Kinder Gottes sind Heilige!) heraus. Er weiß, was der Heilige Geist will. Denn der Heilige Geist will, was Gott für das betreffende Kind Gottes in dessen Lebenssituation hinein will.

(28) Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten mitwirkt. Es sind ja Christen, die er nach seinem Plan berufen hat.

Gott erhört das Seufzen des Geistes. Er hat jedes Kind Gottes nach seinem Plan (Vorsatz, Ratschluss) vor aller Zeit berufen (2. Timotheus 1,9, Epheser 3,11) und nur solche Menschen können ihn wirklich lieben. Und wenn sie ihn lieben, dann wissen sie auch, dass ihnen alle Dinge - gerade auch die Leiden - zum Guten mitwirken. Dieses Gute betrifft die gegenwärtige Erfahrung auf dem Weg zur Verherrlichung hin.

(29) Denn die, die er vorher erkannt hat, die hat er auch dazu vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes zu entsprechen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Kindern Gottes (Brüdern) sein. (30) Die aber, die er vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen. Und die, die er berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt. Und die, die er gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.

Die Verse 29 und 30 begründen dieses "Mitwirken zum Guten". Interessant ist hier, dass Gott im Grunde genommen seine Kinder schon die ganze Verherrlichung erfahren ließ (sie sind bereits verherrlicht):

  • Er hat sie vorher erkannt (anerkannt).
  • Er hat sie vorherbestimmt. Mit welchem Ziel? Um seinem Sohn wesensgleich zu werden (Römer 6,1-11).
  • Er hat sie (durch das Evangelium) berufen.
  • Er hat sie gerechtfertigt (gerecht gesprochen).
  • Und er hat sie schon verherrlicht (= prophetische Vergangenheit, um zum Ausdruck zu bringen, dass dies mit absoluter Sicherheit geschehen wird).


Anwendungen:

1 - Von der wahren Hoffnung!

Wahre HoffnungChristen sind Menschen mit Hoffnung.

  • Heißt das, dass sie hoffen (sich wünschen), dass ihre Hoffnung in Erfüllung geht?
  • Und kann es sein, dass ihre Hoffnung vergebens ist?
  • Ist ihre Hoffnung nur eine Vermutung?
  • Oder sind Christen mit ihrer Hoffnung guter Hoffnung, deren Ausgang aber nicht 100%ig sicher ist?

Nichts von alledem. In unserem Abschnitt belehrt uns Paulus, was christliche Hoffnung ist:

Die Hoffnung ist das ewige Leben bei Gott!

Unser Text spricht nicht vom "ewigen Leben bei Gott". Ich habe diese Formulierung gewählt, weil sich jeder darunter etwas vorstellen kann. Paulus schreibt "vom Offenbarwerden der zukünftigen Herrlichkeit der Kinder Gottes (18f)", "von der vollständigen Verwirklichung der Sohnschaft (23)" und "der endgültigen Erlösung des Körpers (23)". Und das wird dann sein, wenn Christen ins ewige Leben bei / mit Gott eingehen.

Die Errettung schließt diese Hoffnung ein!

Vers 24 sagt nun, dass die Errettung diese klar definierte Hoffnung einschließt:

  • Nach Hebräer 10 Vers 23 ist sie eine Verheißung, die Gott in seiner Treue erfüllen wird.
  • Gott, der nicht lügt, hat die Hoffnung des ewigen Lebens schon vor ewigen Zeiten versprochen (Titus 1,2).
  • Durch das Evangelium haben wir von dieser Hoffnung erfahren. Für Christen ist sie im Himmel bereit (Kolosser 1,5).
  • Christen wurden zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren (1. Petrus 1,3).
  • Er hat uns durch seine Gnade gerechtfertigt, wodurch wir Erben dieser Hoffnung des ewigen Lebens geworden sind (Titus 3,7). ...

Noch ist diese Hoffnung unsichtbar!

Verse 24+25: Noch ist diese Hoffnung unsichtbar. Wäre sie schon verwirklicht und sichtbar, dann wäre sie keine Hoffnung. Es liegt in der Natur der Hoffnung, dass sie sich erst beim Offenbarwerden verwirklicht und sichtbar wird.

Zur Hoffnung gehört ein geduldiges Warten!

Gerade weil diese Hoffnung noch nicht verwirklicht und auch nicht sichtbar ist, ist sie ein geduldiges Warten des Hoffenden. Es gilt, unbeirrbar an dieser Hoffnung festzuhalten (Hebräer 10,23) und jederzeit und jedermann Rede und Antwort zu stehen, der dazu auffordert, über diese Hoffnung Auskunft zu geben (1. Petrus 3,15).

Diese Hoffnung wird sich 100%ig erfüllen!

Das ist das Zeugnis der Bibel, dass sich nämlich für jeden Christen / Gläubigen diese Hoffnung erfüllen wird. Sie wurden zu einer lebendigen Hoffnung wiedergeboren (1. Petrus 1,3), die im Himmel bereits Wirklichkeit ist (Kolosser 1,5). Der treue Gott, der nicht lügt, wird diese Verheißung erfüllen (Hebräer 10,23 und Titus 1,2).

In wahrer Hoffnung ist die Hoffnung schon erfüllt!

Das macht Vers 29 deutlich. Dieser Vers schließt mit den Worten: "Die Gott gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht!" Mit dieser Formulierung in prophetischer Vergangenheit macht Paulus noch einmal deutlich, dass diese Hoffnung sich mit absoluter Sicherheit erfüllt und schon erfüllt ist.

In Hebräer 11,1 heißt es: "Der Glaube ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Tatsachen, die man nicht sieht!" Lassen Sie uns einmal die Wörter "Glaube" und "hoffen" vertauschen. Dann ist die Hoffnung eine Verwirklichung dessen, was man glaubt, ein Überzeugtsein von Tatsachen, die man nicht sieht! Im Grunde genommen entspricht dies genau dem, was wir in dieser Anwendung gesehen haben.

Nichtchristen können diese Hoffnung nicht haben. Ich weiß sehr wohl, dass ihnen diese Hoffnung von verschiedenen Seiten eingeredet wird. Aber es ist eine falsche Hoffnung. Diese Hoffnung kann nur der haben, der aus Gnaden errettet wurde. Nur Christen können, dürfen und sollen sich über diese Hoffnung freuen (sich ihrer rühmen - Römer 5,2).

Aber das ist das Problem. Viele Christen verknüpfen diese Hoffnung mit Dingen, die ihr diese 100%ige Erfüllung rauben. So kann es sein, dass sie heute diese Hoffnung in sich tragen und in ein paar Tagen, weil sie bei etwas versagt haben, aus der lebendigen Hoffnung eine tote Hoffnung wird. Vers 24 und viele andere Stellen sagen uns aber, dass die Errettung die Hoffnung einschließt.

Andere Christen wollen von dieser Hoffnung gar nichts wissen. Für sie stellt sie eine Gefahr zur Überheblichkeit dar. So gesehen können sie dann auch nicht der Aufforderung durch 1. Petrus 1,3 nachkommen.

Wo stehen Sie bezüglich der Hoffnung auf das ewige Leben? Als Nichtchrist können Sie diese Hoffnung nicht haben! Und als Christ sollten Sie diese Hoffnung nicht im Sinne des umgangssprachlichen Gebrauchs definieren. Biblische Hoffnung ist kein Wunschdenken oder eine Vermutung und sie ist auch niemals vergebens. Die biblische Hoffnung erfüllt sich und liegt bereit. Als Christ sollten Sie sich dieser Hoffnung freuen. Machen Sie sie bitte nicht zunichte. Seien Sie viel lieber jederzeit bereit, jedermann Rede und Antwort zu stehen, der über diese Hoffnung Auskunft haben möchte.

2 - Willkommen im Klub der Seufzer!

Seufzen ist nicht gleich Seufzen. Und: Seufzen ist erlaubt!

Leiden, seufzen, Herrlichkeit!

Unser Abschnitt handelt vom Leiden. Die Schöpfung leidet (das wird heutzutage immer deutlicher), Christen, die Leid erfahren, leiden und der Heilige Geist nimmt Anteil am Leiden der Christen und leidet mit.

Unser Abschnitt handelt aber auch vom Seufzen (Stöhnen). Die Schöpfung seufzt, Christen seufzen und auch der Heilige Geist seufzt.

Unser Abschnitt handelt auch von der Herrlichkeit. Die Schöpfung sehnt sich nach der Herrlichkeit der Kinder Gottes, die Christen haben die Erstlingsgabe der Herrlichkeit bereits erhalten, und der Heilige Geist ist der Garant für die Herrlichkeit der Christen.

Was haben nun diese drei Themen miteinander zu schaffen? Sollen sich leidende Christen im Selbstmitleid verzehren (seufzen und stöhnen) um möglicherweise schneller in die Herrlichkeit einzugehen?

Gottgemäßes Seufzen ist erlaubt?

Der Leidende seufzt und stöhnt. Aber es ist kein Seufzen und Stöhnen in Selbstmitleid. Unser Abschnitt sagt uns sehr genau, was der Inhalt des Seufzens und Stöhnens ist. Allerdings gewinnt man zunächst den Eindruck, dass der Leidende überhaupt nicht weiß, was er bitten soll und wie er angemessen bitten kann (26). Er stammelt etwas und gibt mit diesem Stammeln eine Richtung vor, die den Wunsch zum Ausdruck bringt, auch im Leiden den Willen Gottes zu tun. Zu mehr ist er in seiner Schwachheit nicht fähig.

Doch in seinem Inneren wohnt der Heilige Geist, der sich der Schwachheit des Leidenden annimmt und stellvertretend für ihn bittet. Er seufzt mit und trägt des Leidenden Wunsch stellvertretend und gottgemäß vor.

Leiden wirken zum Guten mit!

Ein selbstmitleidig seufzender Leidender ist am Willen Gottes für sein Leben nicht wirklich interessiert. Aber ein Leidender, der stöhnend den Willen Gottes für sein Leben umsetzen möchte, zeigt, dass er Gott liebt. Und Leidenden, die im Leiden ihre Liebe zu Gott leben, dient alles - auch das Leiden - zum Guten. Vom Textzusammenhang her ist dieses Gute die zukünftige Verherrlichung. Mit dieser Aussage wird aber die Verherrlichung in die gegenwärtige Erfahrung auf dem Weg zur Verherrlichung heruntergebrochen.

In wiefern kann Leiden zum Guten mitwirken?

Paulus begründet dies damit, dass er sagt, dass die Tatsache der Anerkennung, Vorherbestimmung, Berufung, Rechtfertigung und (prophetischen) Verherrlichung eines Menschen durch Gott, diesen zur Teilhabe an dem Leiden Christi befähigt und ihm mit der Unterstützung durch den Heiligen Geist hilft, diese durchzustehen. Das Leiden wird ein Ende haben. Die Verherrlichung wird ganz sicher kommen! Gott hat schon alles geschenkt!

Leiden sind nicht der Rede wert!

Obwohl ich diese Aussage aus dem ersten Vers gebildet habe, schließt sie den Kreis dieser Anwendung. Die Verherrlichung wird ganz sicher kommen und auf dieses Offenbarwerden der zukünftigen Verherrlichung der Kinder Gottes fallen die Leiden der gegenwärtigen Zeit nicht ins Gewicht. Sie stehen in keinem Verhältnis zu dieser Verherrlichung. Dagegen sind sie ein Witz (Volxbibel) und nicht der Rede wert.

  • Nur wer im Leiden diesen Ewigkeitsblick lebt, wird Leiden auf diese Weise betrachten können!
  • Nur wer im Leiden nach Gottes Willen seufzt, wird Leiden auf diese Weise betrachten können!
  • Nur wer im Leiden die Hilfe des Heiligen Geistes annimmt, wird sein Leiden auf diese Weise betrachten können!
  • Und nur wer in seinem Leiden auch am Leiden der Schöpfung Anteil nimmt, wird sein Leiden auf diese Weise betrachten können!

Welche Art des Seufzens und Stöhnens praktizieren Sie in dem Leid, das Ihnen widerfährt? Übertrifft Ihr Leid jegliches Leid, von dem sie schon gehört haben? Zerfrisst Sie Ihr Selbstmitleid? Dann werden Sie weder glauben, dass Ihr Leid Ihnen zum Guten mitwirkt, noch die Hilfe des Heiligen Geistes schätzen und schon gar nicht zu der Überzeugung durchdringen, dass Ihr Leiden im Vergleich zu Ihrer zukünftigen Herrlichkeit nicht der Rede wert ist.

Wer leidet, darf gerne seufzen und stöhnen. Und Gott hat meines Erachtens sicherlich auch Verständnis für ein gemäßigtes Selbstmitleid, das letztlich aber nach dem Willen Gottes stöhnt, das stellvertretende und gottgemäße Stöhnen des Heiligen Geistes dankbar annimmt und seinen Blick auf die zugesicherte Ewigkeit richtet. Diese Komponenten sind der Schlüssel zum Sieg im Leiden.

  • Seufzen Sie in Ihrem Leiden zu Gott?
  • Sehnen Sie sich in Ihrem Leiden danach, den Willen Gottes zu tun?
  • Nehmen Sie in Ihrem Leiden die Hilfe des Heiligen Geistes dankbar an?
  • Richten Sie in Ihrem Leiden Ihren Blick auf die fest zugesagte Herrlichkeit?
  • Glauben Sie in Ihrem Leiden, dass Ihre Leiden zum Guten mitwirken?

Wenn Sie diese Fragen mit JA beantwortet haben, dann werden Sie Paulus' Überzeugung teilen und bekennen: "Ich bin davon überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit, angesichts der zukünftigen Herrlichkeit, die sich an mir offenbaren wird, nicht ins Gewicht fallen!" Setzen Sie Ihren Namen ein und freuen Sie sich, dass sich auch die Verheißung in Vers 17 "Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, ..." erfüllen wird (die Auslegung hierzu finden Sie bei Kapitel 14,10b).



Buchempfehlungen
(Für mehr Infos klicken Sie bitte das jeweilige Cover an!)

Cover: Glaube ich falsch oder ... Cover: Was ist Weihnachten? Cover: Was ist Ostern?
Cover: Gott ist nicht prüde! Cover: Luthers allerlauterstes Evangelium





© copyright by verlag-wolfgang-molzahn.com