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Sowohl das Gesetz als auch die Propheten belegen die Rechtfertigung aus Glauben für Abraham und alle Glaubenden(1) Was sollen wir denn von unserem Stammvater Abraham, dessen leibliche Nachkommen wir Juden sind, sagen? [Oder: (1) Wie war es denn bei unserem Stammvater Abraham, dessen leibliche Nachkommen wir Juden sind? Hat Abraham, als er in 1. Mose 18,3 den HERRN fragte, ob er in seinen Augen Gnade gefunden habe, des HERRN Gnade erlangt?]
(2) Folgendes: Wenn Abraham durch eigene Leistungen gerechtfertigt worden wäre, hätte er allen Grund gehabt, stolz zu sein und sich dessen zu rühmen. Aber nur vor Menschen, denn eigene Leistungen sind nicht das, was vor Gott rechtfertigt. (3) Denn was sagt 1. Mose 15,6: "Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet."
(4) Der aber, der Leistungen erbringt, hat Anspruch auf Lohn. Dieser Lohn wird ihm nicht als Gnade angerechnet. (5) Dem hingegen, der keine Leistungen erbringt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet.
(6) Genau dies sagt auch David in Psalm 32,1+2. Dort beglückwünscht er den Menschen, dem Gott seine Gerechtigkeit ohne Gegenleistungen anrechnet:
(7) "Zu beglückwünschen sind die, deren gesetzeswidrige Taten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind!
(8) Beneidenswert ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!"
(9) Gilt diese Beglückwünschung nur für Beschnittene oder auch für Unbeschnittene?
Wir haben bereits gesehen, dass Abraham der Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet wurde. (10) In welchem Zustand wurde er ihm denn angerechnet? War er damals schon beschnitten oder noch unbeschnitten? Er war noch unbeschnitten! (11) Das in der Beschneidung bestehende äußere Zeichen empfing er als Besiegelung der Glaubensgerechtigkeit, die ihm schon im Zustand des Unbeschnittenseins zugesprochen wurde.
So ist Abraham der Vater all derer geworden, die im Zustand der Unbeschnittenheit glauben, sodass ihnen die Gerechtigkeit angerechnet wird. (12) Er ist aber genauso der Vater der Beschnittenen. Allerdings nur dann, wenn sie nicht nur wie er beschnitten sind, sondern auch in der Fußspur seines Glaubens gehen, den unser Stammvater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.
(13) Dasselbe gilt für die Verheißung, die Gott Abraham und seinen Nachkommen gab. Nicht durch die Befolgung des noch ungeschriebenen mosaischen Gesetzes sollte er der Welt Erbe sein, sondern um der Glaubensgerechtigkeit willen.
(14) Wären diejenigen, die nach dem mosaischen Gesetz leben, die Erben, dann wäre der Glaube um seine Wirkung gebracht und die Verheißung aufgehoben. (15) Denn das mosaische Gesetz bewirkt durch die Übertretungen Gottes Zorngericht. Wo es aber das mosaische Gesetz nicht gibt, ist auch keine Übertretung.
(16) Deshalb ist das verheißene Erbe an den Glauben gebunden, damit es entsprechend der Gnade wirksam wird. Dadurch wird sichergestellt, dass die Verheißung für die ganze Nachkommenschaft Abrahams gültig ist. Nicht nur für die, denen das mosaische Gesetz gegeben wurde (und die glauben), sondern auch für die, welche ohne das mosaische Gesetz zu haben so wie Abraham glauben, der auf diese Weise unser aller Vater ist. (17a) So steht es auch schon in 1. Mose 17,5: "Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht."
(17b) Vor dem Gott, an den er glaubte, ist Abraham unser aller Vater. Sein Glaube beinhaltete auch, dass Gott die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft. (18) Obwohl es nichts zu hoffen gab, glaubte Abraham voller Hoffnung, dass er zum Vater vieler Völker wird, weil Gott ihm in 1. Mose 15,5 gesagt hatte: "So (zahlreich wie die Sterne) wird deine Nachkommenschaft sein."
(19) Abraham war damals fast hundert Jahre alt und konnte keine Kinder mehr zeugen. Und seine Frau Sara konnte keine Kinder mehr bekommen. Und obwohl Abraham das bewusst war, wurde er im Glauben nicht schwach. (20) Er zweifelte auch nicht ungläubig an der Verheißung Gottes, sondern erstarkte in seinem Glauben, weil er Gott die Ehre gab. (21) Er war felsenfest davon überzeugt, dass Gott das, was er verheißen hat, auch tun kann. (22) Aus diesem Grund wurde ihm dieser Glaube zur Gerechtigkeit angerechnet.
(23) Aber 1. Mose 15,5 wurde nicht nur wegen Abraham aufgeschrieben. Dass ihm die Gerechtigkeit angerechnet worden ist, (24) wurde auch wegen uns aufgeschrieben. Auch uns wird, wenn wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat, die Gerechtigkeit angerechnet werden. (25) Gott gab ihn wegen unserer Übertretungen dahin. Und wegen unserer Rechtfertigung hat er ihn auferweckt.

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