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Der Römerbrief:
Text, Auslegung & Anwendung

Vorwort

VorwortDies ist ein Römerbrief-Kommentar der etwas anderen Art. Deshalb sollten Sie dieses Vorwort unbedingt lesen. Es bereitet Sie nämlich darauf vor, was Sie in diesem Werk erwartet. Falls Sie es nicht lesen, werden Sie sehr bald an den Punkt kommen, wo Sie Ihre Augenbrauen hochziehen und sich fragen, warum, weshalb und wieso ich solch eigene Wege gehe und was der Sinn und Zweck meines geordneten Durcheinanders ist. Diese und andere Fragen können Sie sich ersparen, indem Sie dieses Vorwort, das ich sehr kurz halten werde, vorweg lesen.

Für wen ist dieser Kommentar?

Eigentlich würde ich hier am liebsten schreiben, dass ich ihn für jedermann geschrieben habe. Dann aber wird der wissenschaftlich arbeitende Mensch darüber enttäuscht sein, dass dieser Kommentar so kurz und unwissenschaftlich gehalten ist. Deshalb beantworte ich diese Frage folgendermaßen:

  • Mein Kommentar zum Römerbrief ist zunächst einmal für jeden gedacht, der den christlichen Glauben systematisch kennenlernen möchte. Darum geht es nämlich im Römerbrief. Um das Fundament des Glaubens in Lehre und Tat.

  • Natürlich ist dieses Werk nicht so niveaulos, dass man es nicht zum Studium des Römerbriefes verwenden kann. Im Gegenteil, möchte ich sagen. Ich bin schon der Meinung, dass dieser Kommentar Tiefgang hat. Nur seine Sprache unterscheidet ihn von anderen Werken, weil ich die biblische Botschaft eher in der Umgangssprache vermitteln möchte.

  • Aber mein Römerbrief-Kommentar ist nicht nur für Suchende und Studierende, sondern auch eine gute Lektüre für jeden Christen. Was Paulus da verfasst hat, haut einen geistlich vom Hocker. Gerade weil man bei meinem Kommentar nicht die Philippus-Frage: "Verstehst du auch, was du da liest?" aus Apostelgeschichte 8,30 stellen muss, sollte das Lesen eigentlich große Begeisterung hervorrufen. So vieles darf man auf nur wenigen Seiten lernen. So viele Fragen werden ganz nebenbei geklärt. So tiefe Zusammenhänge kann man endlich verstehen. Trotzdem muss aber Apostelgeschichte 17,11 beachtet werden: Meine schwere aber dennoch leichte Kost darf nicht nur gerne aufgenommen werden, sondern muss auch überprüft werden!

  • Warum ich mein Werk auch für Prediger, Jugendstundenleiter und andere an der Gemeindefront wirkende Mitarbeiter gut finde, erkläre ich Ihnen weiter unten!

Warum dieses Durcheinander?

Das Wichtigste zuletztSie verstehen nicht, was ich meine? Das ist gut. Denn das zeigt mir, dass Sie tatsächlich das Vorwort als Vor-Wort lesen. O. K. - in meinem Kommentar nehme ich mir das Recht, den Römerbrief ein wenig durcheinander auszulegen.

Schauen Sie sich bitte einmal die Grafik links etwas genauer an. Hier habe ich den Inhalt des Römerbriefes als Sonne dargestellt. Sie strahlt mit acht Strahlen und hat diesen glühenden Kern. Und sowohl die Strahlen als auch der Sonnenball sind mit Abschnitten aus dem Römerbrief versehen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich möchte nun nicht behaupten, dass das eine wichtiger als das andere wäre. Der ganze Römerbrief ist Gottes Wort. Dennoch möchte ich gerne zuerst die Strahlen auslegen, um am Schluss dann beim Thema des Römerbriefes zu bleiben und auch damit zu enden. Irgendwie widerstrebt es mir, nach dem "Glaubenspraxisteil" (12,1 bis 15,7) des Paulus Rechtfertigung des Briefes, seine Reisepläne und seine Grüße zu behandeln. Das kommt mir so vor, als würde ich dann die "Evangeliums- und Glaubenslebensluft" wieder rauslassen.

Also, Sie werden sehen, dass uns auch die Strahlentexte sehr viel zu sagen haben. Falls Sie mit meiner Vorgehensweise nicht einverstanden sind und Bedenken haben, dann hilft Ihnen vielleicht folgender Gedanke: Als die Christen von Rom den Brief erhielten, war dieser Brief für sie aktuell sehr wichtig. Hätten Sie das ganze Neue Testament gehabt, wäre dennoch der Römerbrief dran gewesen.

Oder: Die ganze Bibel ist Gottes Wort. Dennoch empfehlen wir Menschen, die sich für den Glauben interessieren, das Lesen in der Bibel mit einem Evangelium zu beginnen und nicht unbedingt mit 1. Chronik!

Also, lassen Sie sich bitte einfach einmal auf meine Vorgehensweise ein. Ich lege den ganzen Brief aus, nur eben nicht in der Vers-für-Vers-Reihenfolge, wie er geschrieben wurde.

Der eigene und so andere Bibeltext!

Eigentlich ist es ja normal, dass ein Kommentar auch eine eigene Übersetzung des Urtextes enthält. Deshalb, und weil es dann auch keine Probleme mit Textrechten gibt, habe auch ich mich darin "versucht". Aber ich hatte noch weitere Gründe:

  • Mir war wichtig, eine Übersetzung zu schaffen, welche den schwer verständlichen Römerbrief verständlich macht. Gott ist es sehr wichtig, dass er verstanden wird. Ein Bibeltext, bei dem der Leser nur mit einem Fragezeichen im Gesicht liest, geht meines Erachtens am Anliegen Gottes vorbei. Heutzutage wird viel von der "Verflachung" durch neuere Bibelübersetzungen gesprochen. Für mich sind sehr alte Bibelübersetzungen eine solche Verflachung, weil sie nicht (mehr) verstanden werden.

  • Ich bestehe nicht darauf, dass meine Übersetzung als Übersetzung betrachtet wird. An manchen Stellen führe ich den Text ziemlich aus, weil meines Erachtens seine römische Leserschaft (nicht wir) genau wussten, von was Paulus implizit schreibt. Ich bin völlig zufrieden, wenn mein Text eine gute Übertragung ist. Trotzdem möchte ich aber anmerken, dass es mir ein Anliegen war, diese Übertragung analysetauglich zu schreiben. Bei einer grammatischen Analyse sollte bei ihr dasselbe herauskommen, wie bei einer wortgetreuen Übersetzung. Und eine oder mehrere solcher getreuen Übersetzungen zusätzlich zu verwenden, möchte ich Ihnen empfehlen. Arbeiten Sie bitte auch mit der revidierten Elberfelder und der Schlachter 2000 Bibel.

  • Im Römerbrief und auch in anderen Schriften der Bibel erscheinen immer wieder Formulierungen wie zum Beispiel: "wie geschrieben steht". Wenn dann die Bibel, die man gerade liest, keine Parallelstellen angibt, kostet es viel Mühe, den Ort, wo es geschrieben steht, zu finden. Diesbezüglich habe ich mir die Freiheit genommen, die Bibelstellenangabe von Zitaten gleich in den Text einzuarbeiten. Ich bin überzeugt, dass mir dafür viele Leser dankbar sind.

  • Mir ist bewusst, dass es Christen gibt, die mit meiner Formatierung des Bibeltextes Probleme haben. Für mich ist sie ein Ausdruck meiner Liebe zum Wort Gottes. Wenn ich dieses Wort vorlese, dann lese ich mit Betonung (nicht monoton) und wenn ich es niederschreibe, dann formatiere ich es so, dass man Freude daran hat, diesen Text zu lesen. Soviel an mir liegt, möchte ich alles, was eine ablehnende Haltung gegenüber dem biblischen Wort verursacht, fernhalten. Was wollte Gott wohl? Die Bibel als Buch, das gerne gelesen wird oder die Bibel als ein lieblos dahingeschmissener Textklumpen (den es glücklicherweise wohl so nicht mehr gibt)?

  • Vielleicht wundern Sie sich, dass ich den Bibeltext gleich drei Mal wiedergebe:

    - 1x als ganzen Römerbrief (im Kommentar als Buch),
    - 1x über der Auslegung und
    - 1x innerhalb der Auslegung.

    Lange habe ich hin und her überlegt, ob ich den ganzen Römerbrief abdrucken soll und mich dann dafür entschieden. Leider ist es oft so, dass man einen Kommentar nur zu einer bestimmten Stelle, die man gerade studieren möchte, liest. Das ist deshalb schade, weil diese Stelle im Zusammenhang eines Abschnitts, dieser Abschnitt im Zusammenhang eines Kapitels und dieses Kapitel im Zusammenhang des ganzen Buches steht. Mit anderen Worten: Ich möchte Sie dazu ermutigen, den ganzen Römerbrief immer und immer wieder zu lesen. Deshalb habe ich die zusätzlichen Seiten nicht gescheut und ihn als ganzen Brief veröffentlicht.

    Den kleineren Zusammenhang eines Verses in einem Abschnitt gewähre ich Ihnen, indem ich jedem neuen Abschnitt den gesamten Text des Abschnitts voranstelle.

    Und damit Sie bei der Auslegung der einzelnen Verse nicht immer zurückblättern müssen, steht der Vers nochmals da. So hätte ich das gerne in jedem Kommentar und so bekommen Sie es von mir!

Die Auslegung des Bibeltextes (der eigentliche Kommentar)!

Natürlich gehe ich auch bei der Auslegung eigene Wege. Dabei ist mein Sinnen und Trachten aber nicht der "Irr"weg. Vielmehr liegt mir zunächst einmal daran, die Auslegung von der Anwendung deutlich zu trennen. Das hat folgenden Hintergrund. Wenn ich Predigten oder Bibelstunden vorbereite, dann möchte ich den Text zumindest zunächst unbeeinflusst anwenden. Ich möchte mich in meine Zuhörer hineinversetzen und den Text in ihr und in mein Leben hineininterpretieren. Sind aber die Auslegung und Anwendung miteinander verschmolzen, dann ist dies nicht so leicht möglich. Deshalb nehme ich an, dass mir Prediger und andere Gemeindemitarbeiter dankbar sind, dass sie die Auslegung zunächst einmal ohne in Gemeindesituationen passende Anwendungen durcharbeiten können.

Noch einmal ein paar Worte zum ganzen Kommentar und damit auch zur ganzen Auslegung. Natürlich kann man sich Abschnitte herauspicken. Aber Paulus wiederholt im Römerbrief viele Dinge oder sagt sie erneut ein wenig anders und dann habe ich das nicht unbedingt nochmals ausgeführt. Vieles baut auch aufeinander auf. Deshalb empfehle ich Ihnen, diesen Kommentar tatsächlich durchzulesen. Er soll auch ein Lesebuch sein!

Bei der Auslegung war mir wichtig, diese so kurz wie möglich zu halten. Zum Gelingen dieses Vorhabens trägt der zugrunde liegende Bibeltext viel bei. Deshalb enthält meine Übersetzung teilweise viel erklärenden Text, wodurch ich mir, entgegen anderer Kommentatoren, viele Worte sparen kann. Lesen Sie bitte parallel auch andere Übersetzungen!

Größtenteils bleibe ich mit meiner Auslegung auch im Römerbrief. Ich bin kein Freund davon, alles mit 1.000 Stellen aus der ganzen Bibel zu belegen. Wenige und vor allen Dingen zutreffende und vertiefende Parallelen sind mir viel lieber. Die Christen von Rom hatten den Römerbrief. Viele andere Schriften waren ihnen völlig unbekannt.

Die Anwendungen des Bibeltextes!

Meine Anwendungen sind eine Symbiose zwischen einem "exegetischen" und einem "erbaulichen" Kommentar. Während der exegetische Kommentar die Inhalte des Bibeltextes erklären soll, fügt der erbauliche Kommentar Anwendungen für das Heute, Hier und Jetzt hinzu.

Die Anwendungen selbst sind für die verschiedensten Leser erarbeitet. Oft spreche ich dem Christentum ferne Personen direkt an. Dann aber auch Christen. So mancher Mitarbeiter einer Gemeinde wird durch die Anwendungen auch Material an die Hand bekommen, das er für Predigten, persönliche Gespräche usw. ver- und anwenden kann.

Nun wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen
mit meinem "Lesebuch"-Kommentar
zum Römerbrief

Ihr
Wolfgang Molzahn



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