Mit einer Erfindung könnten Sie es zum Millionär schaffen - mit 10 Verbesserungsvorschlägen auch! Einer meiner ehemaligen Arbeitgeber bezahlte nämlich pro Top-Verbesserungsvorschlag 100.000 €.
Soweit die Theorie. Aber 10 solcher Innovationen muss man erst einmal schaffen. Schon eine Innovation ist schwer genug!
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
auf der vorangegangenen Seite habe ich über Erfindungen und deren Anmeldung als Patent oder Gebrauchsmuster geschrieben. Was ich Ihnen dort vermittelt habe, das sollten Sie unbedingt als Grundlage für die Thematik hier lesen. Ich werde das nämlich nicht wiederholen. Ich gehe zum Beispiel davon aus, dass Sie Probleme so wahrnehmen, dass Sie intensiv nach einer Lösung suchen. Genau so entstehen nämlich auch Verbesserungsvorschläge!
Zunächst einmal sind es Verbesserungen bis hin zu Erfindungen, die Sie für Ihren Arbeitgeber entwickeln. Das kann von der Einsparung einer kleinen Schraube, über ein kleines Programm bis hin zur Neuentwicklung eines Gerätes - einfach alles sein!
Zur Veranschaulichung zähle ich Ihnen mal ein paar VVs - Verbesserungsvorschläge - aus meiner beruflichen Laufbahn auf:
Sie merken schon - ich bin Metaller. Aber auch in Ihrem Fachgebiet gibt es Möglichkeiten der Verbesserung. Ich selbst habe auch in anderen Gebieten rumverbessert:
Und was ich kann, das können Sie auch. Ich glaube, dass die Hauptvoraussetzung für Erfindungen, Verbesserungsvorschläge und Innovationen die Wahrnehmung von Problemen ist. Wenn Sie dann noch den Wunsch haben, solche Probleme aus der Welt zu schaffen und irgendwie ein Tüftler / Bastler sind, dann läuft diese Einnahmequelle zum Reich werden wie von selbst!
Grundsätzlich ist diese Aussage nicht falsch. Rein theoretisch ist das so - in der Praxis sieht es allerdings oft ganz anders aus! Einige Gründe dafür möchte ich Ihnen hier nennen:
Ihr direkter Vorgesetzter ist nicht erfreut!
Das kommt vor. Er ist Ihr direkter Ansprechpartner und oftmals trifft er die Entscheidung, ob die Idee weitergereicht wird.
Manche Vorgesetzte sind stolz, wenn ihre Truppe sich so in die Arbeit einbringt. Andere fühlen sich in ihrer Ruhe gestört. Oder sie wagen einen Vorstoß, erfahren Widerstand und wollen einfach nicht für die Sache kämpfen. Manche haben auch Sorge, dass sie dann einen Mitarbeiter einsparen müssen und sie durch diese Maßnahme noch mehr Mühe haben, die geforderte Leistung der Abteilung sicher zu stellen.
Es gibt viele Gründe dafür, dass Vorgesetzte kein Interesse an Ihren Verbesserungsvorschlägen haben - gute, aber auch schlechte Gründe!
Der Sachbearbeiter ist absolut unqualifiziert!
Auch das habe ich erlebt. Da benötigt ein Mitarbeiter aus irgendwelchen Gründen einen neuen Arbeitsplatz und schwups ist er der Fachmann für Verbesserungsvorschläge. Früher hat er einen branchenfremden Beruf ausgeübt, dann ging er ans Fließband und plötzlich ist er Sachbearbeiter für Innovationen. Von Tuten und Blasen keine Ahnung - davon aber viel.
Und dem Unternehmen scheint nicht bewusst zu sein, dass es sich damit ins eigene Knie schießt. Denn bei diesem Mitarbeiter prallen viele Verbesserungsvorschläge mit unergründlichen Argumenten ab.
Die Zuständigkeiten sind absolut falsch geregelt!
Das ist auch so ein Ding. Der Konstrukteur entwickelt ein Bauteil. Der kleine Mann vom Band mit viel Praxiserfahrung sieht die Schwächen des Bauteils, reicht einen Verbesserungsvorschlag ein, der landet beim Konstrukteur - und der wird blass. Kann er seine Fehlkonstruktion einfach so zugeben? Verliert er dabei nicht sein Gesicht?
Nicht nur das, das knabbert auch an seinem Ruf. Und deshalb findet er viele Gründe, warum sein Produkt nicht geändert werden kann.
Ich will ehrlich sein. Mir ist es auch schon so ergangen, dass ich mich über Verbesserungsvorschläge anderer "geärgert" habe. Zum Beispiel habe ich mich mal bei der Bekanntgabe eines 100.000 € Verbesserungsvorschlages gefragt, warum ich Depp eigentlich nicht darauf gekommen bin. Über einen langen Zeitraum hatte ich mit genau dem Teil täglich zu tun. Da versteht man ein wenig, wenn der Konstrukteur bei so mancher Innovation peinlich berührt ist!
Trotzdem - schade, dass es teilweise so läuft. Es entmutigt viele kleine Erfinder, die einer Firma zu mehr Innovationen verhelfen würden. Viel und noch viel mehr läuft an dieser Stelle verkehrt.
Einmal abgesehen von alledem, was ich gerade geschrieben habe, landen viele VVs deshalb im Mülleimer, weil sie unausgereift sind.
Mitarbeiter machen oft den Fehler, dass sie von einer Idee überwältigt werden und diese dann sofort einreichen. Das aber sollten Sie auf gar keinen Fall tun.
Gehen Sie stattdessen mit Ihrer Verbesserung für einige Zeit "schwanger". Vielleicht können Sie zu Hause mal einen Prototyp bauen und im Betrieb in der Mittagspause damit herumexperimentieren. Natürlich nicht vor den Augen der anderen - sonst ist die Idee weg.
Aber es könnte für die Sache auch von Vorteil sein, wenn Sie eine zweite Person einweihen und mit ihr gemeinsame Sache machen. Glauben Sie mir - das erhöht die Aussicht auf Erfolg. Warum? Weil Ihre Verbesserung reift - Schwachstellen eliminiert werden - mögliche Gegenargumente erkannt und Entkräftigungen vorbereitet werden können usw. So lange schon ist niemand darauf gekommen - dann wird Ihnen doch nun auch niemand zuvorkommen.
Jedes Patent, das Sie anmelden möchten, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber vorstellen. Und betrifft es dessen Produkte, so ist er eventuell auch daran interessiert, dass das Patent über das Unternehmen eingereicht wird.
Damit habe ich keine gute Erfahrung gemacht. Nur ein einziges Mal wollte ich über einen ehemaligen Arbeitgeber ein Patent anmelden. Man hatte nichts dagegen - allerdings sollten die Verwertungsrechte bei ihm liegen und ich die Kosten tragen?! Ich war so enttäuscht und sauer, dass ich die Sache ganz fallen ließ. Jahre später haben mir ehemalige Kollegen erzählt, dass mein "Patent" umgesetzt wurde. Ich erhielt kein Dankeschön - keinen Pfennig Geld - nicht einmal meine Prototyp-Investitionen wurden ersetzt.
Um Kosten zu sparen, habe ich eine Zeit lang Verbesserungsvorschläge per Prototyp an Firmen geschickt. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass ich immer einen Dankesbrief erhalten habe. Von einem einzigen Unternehmen erhielt ich ein Geschenk. Bei einem anderen Verbesserungsvorschlag kann ich mich daran erinnern, dass man zurückschrieb, begründete, wie "unsinnig" meine Idee sei - und sie einige Jahre später umsetzte.
Ich komme zum Schluss. Wenn ich meine Ausführungen hier betrachte, dann habe ich Sie eher entmutigt und Ihnen keine Hoffnung aufs "Reich werden" gemacht. Das war aber nicht mein Sinnen und Trachten. Ich wollte Ihnen die Widrigkeiten auf dem Weg zum Reichtum per Verbesserungsvorschläge aufzeigen. Dann können Sie dann, wenn Ihnen solche Dinge begegnen, entsprechend reagieren und sind nicht mehr wie vor den Kopf gestoßen.
Vergessen Sie bitte nicht. Verbesserungsvorschläge können Ihnen sehr wohl zu Reichtum verhelfen. Lassen Sie sich was einfallen!
Und auch hier empfehle ich Ihnen dieselben Bücher wie auf der "Erfinder"-Seite:
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