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Seit dem 6. Jahrhundert wurde in Myra (Lykien) der zu Beginn des 4. Jahrhunderts amtierende Bischof Nikolaus von Myra als Heiliger verehrt. Aus ihm entwickelte sich der heilige Nikolaus, dessen Kult seit dem 10. Jahrhundert in Deutschland existiert. Der heilige Nikolaus ist einer der 14 Nothelfer und der Patron der Schiffer, Bäcker, Schüler, ...
Sankt Nikolaus lebt in dem nach ihm benannten Volksbrauch weiter. Als weißbärtiger Mann erscheint er entweder am Vorabend oder in der Nacht seines Festtages (6. Dezember) in den Häusern, um die Kinder zu beschenken oder mit der Rute zu bestrafen.
Der heutige Weihnachtsmann geht auf den heiligen Nikolaus zurück. Auch wenn die Ähnlichkeiten sehr groß sind, darf man ihn aber auf gar keinen Fall mit dem Nikolaus gleichsetzen.
Der Weihnachtsmann wird als dicklicher, freundlicher und alter Mann mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, Kirschnase, langem weißem Bart und einer Pfeife dargestellt. Darüber hinaus ist er in einen roten Mantel (Fellmantel) gehüllt und trägt einen Geschenksack und eine Rute mit sich. Seine Anreise geschieht auf einem fliegenden Schlitten, der von Rentieren gezogen wird. In die Häuser steigt der Weihnachtsmann durch den Kamin. Den braven Kindern bringt er an Heiligabend Geschenke und die Bösen bestraft er mit der Rute.
Nach und nach bekam der heilige Nikolaus Begleiter. Einer davon ist der pelzvermummte Knecht Ruprecht, der seit dem 18. Jahrhundert mit Rute, Kette und Sack erscheint, um die Kinder entweder zu beschenken oder zu bestrafen.
In Österreich wird der heilige Nikolaus vom Krampus begleitet. Er erscheint in der Gestalt des Teufels und straft böse Kinder.
Andere verwandte Schreckgestalten und Begleiter des heiligen Nikolaus sind zum Beispiel der Schmutzli, der Rubbert, der Rugeklas, der Pelzbock, der Herscheklos, der Klaubauf, der Bartel ...
Insbesondere in Süddeutschland bringt das Christkindl den Kindern die Weihnachtsgeschenke. Meistens wird es mit dem Jesuskind gleichgesetzt. Von seiner Darstellung her ist es aber auch ein Engel oder ein Mädchen. Da das Christkind aber niemals die Kinder bestraft (sie gehen geschenkemäßig höchstens leer aus) wurde im 17. Jahrhundert das Christkindl vom Knecht Ruprecht begleitet.
Der heilige Martin (316 bis 397) war Bischof von Tours. Er bekämpfte die Überreste heidnischen Glaubens und den Arianismus. Seine Attribute sind die Gans und der Mantel.
Über die Herkunft der Gans gibt es viele Geschichten. Eine besagt, dass der heilige Martin sich in einem Gänsestall versteckte, als man ihn zum Bischof weihen wollte. Natürlich haben ihn die Gänse durch ihr aufgeregtes Geschnatter verraten.
Hinter dem Mantel steckt folgende Geschichte: Der heilige Martin begegnete einem armen und unbekleideten Mann. Martin trug nur seinen Militärmantel bei sich, teilte diesen mit seinem Schwert und gab dem Armen die eine Hälfte davon.
In all diesen Bräuchen geht es immer wieder um das Beschenken der Kinder. Dabei war lange Zeit der eigentliche Bescherungstag zu Nikolaus am 6. Dezember. Im Laufe der Reformation änderte Martin Luther diesen Brauch. Nicht ein katholischer Heiliger (Ablehnung der Heiligenverehrung) sollte im Mittelpunkt des Schenkens und der Verehrung stehen, sondern das Christkind. Es verteilt entweder an Heiligabend oder am ersten Weihnachtsfeiertag die Geschenke.
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