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Zacharias und Elisabeth

(Dies ist ein Auszug aus meinem Buch: Was ist Weihnachten?)

Marias Besuch bei Zacharias und Elisabeth

Jutta im Bergland von Judäa
Ende Tammuz 3752 bis Ende Tischri 3753
(am 1. Tischri ist bei uns
Rosch ha-Schana = Neujahr)
= Mitte Juli bis Mitte Oktober 8 vor Christus

nach Lukas 1, 39 - 56:

Nachdem ich von der Schwangerschaft Elisabeths erfahren hatte, wollte ich sie so schnell wie möglich besuchen. Dazu musste ich aber eine Viertagesreise auf mich nehmen, denn Elisabeth wohnte mit ihrem Mann, der zur Priestergruppe Abija gehörte, in der Priesterstadt Jutta. Sie liegt südlich von Hebron im judäischen Bergland, etwa 200 km von Nazareth entfernt.

Dreieinhalb Tage später betrat ich das Haus des Zacharias und begrüßte seine total überraschte Frau.

Nach einem herzlichen Empfang rief sie mit verklärten Augen: "Gott hat dich mehr als alle anderen Frauen gesegnet, dich und dein Kind! Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn mich besucht? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte mein Kind vor Freude in meinem Bauch. Du bist zu beglückwünschen, weil du geglaubt hast, was Gott dir durch den Engel sagen ließ. Es wird in Erfüllung gehen."

Erstaunt stand ich da. Woher wusste sie nur, dass auch ich schwanger war? Wer hatte ihr gesagt, dass mein Kind nicht einfach nur meiner Beziehung zu Josef entsprang? Wie kam es, dass sie so ohne weiteres mein Kind als ihren Herrn - ihren Gott - bezeichnete und auf welchen Unglauben wies die Beglückwünschung "weil ich geglaubt hatte" hin? Darauf gab es nur eine Antwort. Elisabeths Worte waren übernatürlichen Ursprungs, sie war vom Heiligen Geist erfüllt.

Dasselbe geschah nun auch mit mir. Ich spürte in mir ein glühendes Leuchten, das unbedingt nach außen dringen wollte und sagte:

   "Von ganzem Herzen preise ich den Herrn
   und juble über Gott, meinen Retter!
   Denn er hat meiner Demut
   seine Aufmerksamkeit zugewendet;
   von nun an wird man mich
   in allen Generationen glücklich preisen.
   Denn Großes hat der heilige
   und mächtige Gott an mir getan.
   Sein Erbarmen hört niemals auf.
   Er schenkt es allen,
   die ihm Ehrfurcht entgegenbringen.
   Er hat eingegriffen.
   Die Stolzen hat er auseinandergetrieben
   und ihre Pläne vereitelt.
   Herrscher stürzt er von ihrem Thron
   und richtet die Unterdrückten auf.
   Hungernden gibt er reichlich zu essen
   und die Reichen schickt er mit leeren Händen weg.
   Er kümmert sich um Israel
   und erweist seinem Volk Barmherzigkeit,
   wie er es unserem Vorfahren Abraham
   und dessen Nachkommen für alle Zeiten zugesagt hat."

Erstaunt standen wir da und schauten uns ergriffen an. Gott war dabei, in den Lauf der Geschichte einzugreifen und wir, Elisabeth und ich, waren ein Teil seines Planes - durften seine Werkzeuge sein.

Doch wie ich nun von Elisabeth erfahren sollte, war der Glaube an Gottes Botschaft keinesfalls selbstverständlich. Ihre Aussage "Du bist zu beglückwünschen, weil du geglaubt hast, ..." beruhte auf einer Begebenheit, die sich einige Monate vor meiner Ankunft in Jerusalem ereignet hatte. Noch bevor ihr Mann Zacharias nach Hause kam, erzählte sie mir folgende Geschichte:

"Es ist nun ca. sieben Monate her, dass die Priestergruppe Abija, der ja mein Mann angehört, zum einwöchigen Priesterdienst im Tempel in Jerusalem eingeteilt war. Wie üblich, wurden die einzelnen Dienste durch das Los verteilt. An einem bestimmten Tag musste Zacharias das Räucheropfer darbringen. Er ging also in das Innere des Tempels, während das Volk draußen wartend betete.

Plötzlich sah Zacharias an der rechten Seite des Altars, auf dem der Weihrauch verbrannt wurde, einen Engel stehen. Natürlich erschrak er sehr. Gleichzeitig bekam er auch große Angst.

   Aber der Engel sagte zu ihm:
   "Fürchte dich nicht, Zacharias!
   Gott hat deine Gebete erhört.
   Deine Frau Elisabeth wird einen Sohn bekommen
   und du sollst ihn Johannes nennen.
   Nicht nur du wirst über dieses Kind
   froh und glücklich sein;
   auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.
   Denn er ist von Gott zu einer großen Aufgabe berufen.
   Auf Wein sowie andere alkoholische Getränke
   wird er verzichten.
   Schon vor seiner Geburt
   wird der Heilige Geist ihn erfüllen.
   Viele Israeliten wird er zum Herrn,
   ihrem Gott, zurückführen.
   Wie der Prophet Elia, im gleichen Geist
   und mit der gleichen Kraft,
   wird er das Kommen des Messias vorbereiten.
   Väter werden ihr Herz wieder den Kindern zuwenden.
   Ungehorsame wird er
   auf den rechten Weg zurückbringen.
   Auf diese Weise wird er dem Messias
   ein vorbereitetes Volk zuführen."

Ungläubig fragte daraufhin mein Mann: "Wie soll so etwas möglich sein? Ich bin ein alter Mann und abgesehen davon, dass meine Frau unfruchtbar ist, ist auch sie nicht mehr die Jüngste."

Daraufhin antwortete ihm der Engel: "Ich bin Gabriel, der unmittelbar vor Gottes Thron steht. Gott hat mich gesandt, um dir diese gute Nachricht zu überbringen. Aber weil du mir nicht geglaubt hast, wirst du bis zu dem Tag, da dies geschehen wird, nicht mehr sprechen können. Meine Worte werden sich zu ihrer Zeit erfüllen."

Währenddessen wartete draußen immer noch das Volk und wunderte sich bereits, dass Zacharias so lange im Tempel blieb. Als er dann endlich vor den Tempel trat, brachte er kein Wort heraus und gab ihnen stattdessen Zeichen mit der Hand.

Als seine Dienstwoche zu Ende war, kam er wieder nach Hause. Ich bin nun bereits im sechsten Monat schwanger, aber er ist bis heute stumm geblieben. Du wirst es ja nachher erleben."

Ungefähr drei Monate blieb ich bei Elisabeth. Kurz vor der Geburt ihres Sohnes reiste ich ab und kehrte nach Nazaret zurück. Was mich dort wohl erwartete? Schließlich war auch ich bereits im vierten Monat schwanger!




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