Der Römerbrief:
Bibeltext von Kapitel 2
2,1 - 3,8: Gottes Zorn über den Juden
Der Maßstab des Gerichtes Gottes
(1) Aber auch du, der du diese Dinge verurteilst, hast keine Entschuldigung. Denn wenn du über einen anderen zu Gericht sitzt und ihn verurteilst, verurteilst du dich auch selbst. Denn du tust doch genau dasselbe wie er, den du verurteilst. (2) Wir wissen aber, dass Gott die zu Recht verurteilt, die diese Dinge tun. (3) Wie kannst du dann meinen, du könntest dem Gericht Gottes entgehen, wo du doch dieselben Dinge wie die tust, die du verurteilst?
(4) Oder ist es so, dass du Gottes große Güte, Nachsicht und Geduld verachtest? Merkst du denn nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr bringen will? (5) Stattdessen häufst du dir selbst wegen deiner Härte und deinem Herzen, das nicht umkehren will, ständig immer mehr Zorn auf, bis er am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes über dich hereinbricht. (6) Da wird Gott jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat:
- (7) Denen, die auf die Weise nach Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit streben, dass sie unermüdlich Gutes tun, ewiges Leben.
- (8) Denen jedoch, die sich selbstsüchtig der Wahrheit widersetzen, der Ungerechtigkeit aber gehorchen, Zorn und Grimm.
- (9) Bedrängnis und Angst wird über jede Menschenseele kommen, die das Böse tut, den Juden zuerst und auch den Heiden.
- (10) Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden über jeden, der das Gute tut, den Juden zuerst als auch den Heiden.
(11) Denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.
- (12) Denn die, die ohne das mosaische Gesetz gesündigt haben, werden ohne mosaisches Gesetz aufgrund ihrer Sünde verloren gehen.
- Und die, die unter dem mosaischen Gesetz gesündigt haben, werden durch das mosaische Gesetz gerichtet werden.
(13) In Gottes Augen sind nämlich nicht die Hörer des mosaischen Gesetzes gerecht, sondern die, die das mosaische Gesetz tun, werden für gerecht erklärt werden. (14) Denn wenn Heiden, die das mosaische Gesetz nicht haben, von sich aus so handeln, wie es das mosaische Gesetz fordert, dann sind sie, die das mosaische Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. (15) Sie beweisen dadurch, dass das, was das mosaische Gesetz fordert, ihnen ins Herz geschrieben ist. Und ihr Gewissen und ihre Gedanken, die sich untereinander anklagen oder auch verteidigen, bezeugen das auch. (16) Das geschieht an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus und entsprechend meinem Evangelium richten wird.
Die Sünde der Juden
- (17) Wenn du dich nun voller Stolz einen Juden nennst,
- dich auf das mosaische Gesetz verlässt,
- dich Gottes rühmst,
- (18) seinen Willen kennst und einschätzen kannst, worauf es ankommt, weil du aus dem mosaischen Gesetz unterrichtet bist,
- (19) bist überzeugt, ein Führer der Blinden zu sein, ein Licht für die, die in der Finsternis sind,
- (20) ein Erzieher der Unverständigen,
- ein Lehrer der Unwissenden, der der Inbegriff der Erkenntnis und Wahrheit des mosaischen Gesetzes ist -
- (21) Wenn du nun einen anderen belehrst, warum belehrst du dich dann nicht auch?
- Du predigst, man dürfe nicht stehlen, du selbst aber stiehlst?
- (22) Du sagst, man dürfe nicht ehebrechen, du selbst aber begehst Ehebruch?
- Du verabscheust Götzen, du bereicherst dich aber an ihnen, indem du ihre Tempel plünderst?
- (23) Du rühmst dich des mosaischen Gesetzes, behandelst Gott aber durch die Übertretung des mosaischen Gesetzes verächtlich? (24) Denn "euretwegen wird der Name Gottes unter den Heiden in den Schmutz gezogen", heißt es in Jesaja 52 Vers 5.
- (25) Auch die Beschneidung nützt dir nur, wenn du das mosaische Gesetz befolgst. Wenn du aber das mosaische Gesetz übertrittst, bist du in Wirklichkeit zum Unbeschnittenen geworden.
- (26) Umgekehrt ist es genauso. Wenn der Unbeschnittene die Forderungen des mosaischen Gesetzes befolgt, gilt er als ein Beschnittener. (27) Und der von seiner Herkunft her Unbeschnittene, der das mosaische Gesetz befolgt, wird dich, der du trotz geschriebenem mosaischem Gesetz und trotz Beschneidung ein Übertreter des mosaischen Gesetzes bist, richten.
- (28) Denn nicht der ist ein wahrer Jude, der es nach außen hin ist,
- und nicht das ist die rechte Beschneidung, die äußerlich sichtbar ist;
- (29) sondern der ist ein wahrer Jude, der es in seinem Innersten ist,
- und die rechte Beschneidung ist die, die durch den Geist am Herzen geschieht und nicht durch das geschriebene mosaische Gesetz. Dessen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.
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