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Auf dieser Seite möchte ich Ihnen das Geschehen von Karfreitag auf Golgatha nahebringen. Jesu Worte am Kreuz habe ich dabei besonders hervorgehoben.
Auf Golgatha angekommen wollten die Soldaten Jesus Wein mit betäubendem Zusatz geben. Aber als Jesus das merkte, trank er ihn nicht.
Gegen 9:00 Uhr nagelten die Soldaten Jesus ans Kreuz. Nach ihm nagelten sie auch die beiden Verbrecher an Kreuze, einen links und einen rechts von ihm.
Bevor Jesus und die beiden Verbrecher gekreuzigt wurden, zog man ihnen ihre Kleider aus. Danach wurden sie gegen 9:00 Uhr ans Kreuz genagelt, zunächst Jesus an den mittleren Pfahl, danach die beiden Verbrecher rechts und links von ihm. So ging in Erfüllung, was der Prophet Jesaja vorausgesagt hatte: »Er wurde zu den Verbrechern gezählt«. Über Jesu Kopf brachten sie noch eine Schuldtafel an. Darauf stand: »Das ist Jesus aus Nazareth, der König der Juden«.
Für einige Zeit waren nach der Kreuzigung Jesu Mitglieder des Ältestenrates auf Golgatha anwesend. Sie warteten darauf, dass Jesus seine Schuld eingestehen und widerrufen würde. Aber nichts dergleichen geschah. So konnte er auch nicht losgesprochen werden und keines seligen Todes sterben.
Das Volk stand dabei und sah zu.
Jesus sagte: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
Nachdem die Soldaten die Kreuzigungen vollzogen hatten, nahmen sie Jesu Kleider (das Obergewand, den Gürtel, die Sandalen und das Untergewand) und teilten sie so untereinander auf, dass jeder der vier Soldaten etwas davon bekam. Das Untergewand aber war in einem Stück gewebt und hatte keine Naht. Deshalb sagten die Soldaten zueinander: "Lasst es uns nicht zerreißen; das Los soll entscheiden, wer es bekommt." So ging in Erfüllung, was in Psalm 22 vorausgesagt war: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt, und mein Gewand haben sie verlost«. Genau das taten die Soldaten.
Danach setzten sie sich und bewachten ihn. Ihre Aufgabe war es, endlos zu warten bis die Gekreuzigten entweder durch Erschöpfung, Erstickung, Kollaps oder Schock starben.
Die Leute, die vorbeikamen, schüttelten den Kopf und lästerten: "Ha! Wolltest du nicht den Tempel niederreißen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, dann komm jetzt vom Kreuz herunter!"
Genauso verhöhnten ihn auch die Mitglieder des Ältestenrates: "Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen! Wenn er wirklich der Christus ist, der, den Gott uns als Retter bestimmt hat, der König Israels, dann soll er jetzt vom Kreuz herunterkommen, und dann werden wir auch an ihn glauben. Er hat doch immer auf Gott vertraut; der soll ihn jetzt retten, wenn er ihn wirklich liebt. Er hat doch behauptet, Gottes Sohn zu sein!"
Ebenso schmähten ihn auch die beiden Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren.
Auch die Soldaten machten sich über ihn lustig, indem sie ihm Weinessig zu trinken gaben und sagten: "Wenn du wirklich der König der Juden bist, dann rette dich selbst!"
Nachdem die Mitglieder des Ältestenrates Jesus verhöhnt hatten, gingen sie geschlossen zum Gottesdienst. Sie hatten nun ihr hochheiliges Sühneritual. Im Tempelhof wurden viele Opfertiere geschlachtet. Die Leviten sangen die Festpsalmen, so zum Beispiel aus Psalm 118: Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen - und - der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Auf Golgatha waren die Posaunen und Hornsignale zu hören. Sie verkündigten, dass Gott am blutbesprengten Opferaltar mit seinem Volk Frieden und Versöhnung schloss. Aber das wahre Lamm Gottes, das im Begriff war für die Sünden der gesamten Menschheit stellvertretend zu sterben, verblutete hier.
Einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, lästerte: "Bist du nicht der Christus? Dann rette dich selbst und uns!"
Der andere wies ihn zurecht: "Hast du so kurz vor dem Tod immer noch keine Furcht vor Gott? Du bist doch genauso zum Tod verurteilt. Wir beide sind es zu Recht. Wir haben den Tod verdient. Aber der hier hat nichts Unrechtes getan."
Dann sagte er zu Jesus: "Jesus, denke an mich, wenn du deine Königsherrschaft antrittst!"
Jesus antwortete ihm: "Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein."
Zu diesem Zeitpunkt standen nahe bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, Maria, die Mutter Jesu, ihre Schwester Salome, die Mutter der beiden Zebedäussöhne, Maria, die Frau von Kleopas, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und Josef (Joses), und Maria aus Magdala. Als Jesus nun seine Mutter sah und Johannes, den er besonders lieb hatte, neben ihr, sagte er zu ihr: "Frau, statt meiner soll er jetzt dein Sohn sein!"
Und zu Johannes sagte er: "Sie ist jetzt deine Mutter!" Von da an nahm Johannes sie bei sich auf.
Um 12:00 Uhr mittags wurde es plötzlich im ganzen Land dunkel. Die Sonne verfinsterte sich bis 15:00 Uhr.
Gegen 15:00 Uhr schrie Jesus: "Eli, eli, lema sabachtani?" - das heißt: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«
Einige von den Dabeistehenden, die es hörten, ihn aber falsch verstanden hatten, sagten: "Er ruft nach Elija!"
Jesus wusste, dass nun sein Auftrag erfüllt war. Damit sich wieder eine Voraussage aus Psalm 22 und 69 erfüllte, sagte er: "Ich habe Durst!" In der Nähe stand ein Gefäß mit Weinessig.
Einer der Dabeistehenden lief schnell nach einem Schwamm, tauchte ihn in den Weinessig, steckte ihn gemeinsam mit einem Ysopzweig auf eine Stange, gab Jesus zu trinken und sagte: "Nun werden wir ja sehen, ob Elija kommt und ihn herunterholt."
Auch die anderen sagten: "Wir wollen doch sehen, ob Elija kommt und ihn rettet!"
Als Jesus von dem Weinessig genommen hatte schrie er laut auf und sagte: "Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!" Dann neigte er sein Haupt und starb.
In diesem Moment hörte man wieder vom Tempelplatz her die Posaunen. Sie riefen zum Abendgebet. Die vielen Festpilger beteten den 31. Psalm. Dort heißt es in Vers 2: Herr, meine Zuflucht suche ich bei dir! - und in Vers 6: In deine Hände lege ich meinen Geist!
In dem Moment, als Jesus gestorben war, zerriss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel in zwei Stücke, von oben bis unten. Dies konnte nur bedeuten, dass nun der Weg zu Gott frei war. Das Opferlamm auf Golgatha hatte die Versöhnung mit Gott vollbracht.
Außerdem bebte die Erde, Felsen spalteten sich, und Gräber öffneten sich. Viele aus unserem Volk, die Gottes Willen getan hatten und schon gestorben waren, erwachten vom Tod. Später, nach der Auferstehung Jesu, verließen diese Auferweckten ihre Gräber, kamen nach Jerusalem und erschienen dort vielen Leuten.
Als der römische Hauptmann, der dem Kreuz gegenüberstand, und die Soldaten, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben und alles andere miterlebten, und wie Jesus starb, fürchteten sie sich sehr.
Der Hauptmann aber verherrlichte daraufhin Gott und sagte: "Dieser Mann war wirklich unschuldig!"
Und gemeinsam bekannten sie: "Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn!"
Auch die vielen Leute, die nur aus Schaulust hergekommen waren, schlugen sich, als sie sahen, was geschehen war, an die Brust und kehrten tief betroffen in die Stadt zurück.
Damit die Toten nicht über den Sabbat am Kreuz hingen, baten nachmittags die Hohenpriester Pilatus, er solle den Gekreuzigten die Beine brechen und sie vom Kreuz abnehmen lassen.
Pilatus schickte Soldaten, die den Verurteilten die Beine zerschlagen sollten. Dies bewirkte, dass die Gekreuzigten einem schnellen Erstickungstod zum Opfer fielen. Aber Jesus war schon tot. Deshalb brachen sie ihm nicht die Beine, sondern stachen nur in seine linke Seite. Sofort kamen Blut und Wasser aus der Wunde. Dabei erfüllten sich wieder prophetische Worte (2. Mose 12,46 und 4. Mose 9,12): »Kein Knochen soll ihm zerbrochen werden.« - und Sacharja 12,10: »Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.«
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