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Der Römerbrief:
Text, Auslegung & Anwendung

Wichtig: Diese Unterseite ist Teil I einer siebenteiligen Serie. Die Zusammenstellung dieser Serie finden Sie HIER. Bitte beginnen Sie mit der Lektüre bei Teil I und erarbeiten Sie sich die Texte fortlaufend bis Teil VII.

Römer 2,1 - 3,8: Bibeltext

2,1 - 3,8: Gottes Zorn über den Juden
2,1-16: Der Maßstab des Gerichtes Gottes

(2,1) Aber auch du, der du diese Dinge verurteilst, hast keine Entschuldigung. Denn wenn du über einen anderen zu Gericht sitzt und ihn verurteilst, verurteilst du dich auch selbst. Denn du tust doch genau dasselbe wie er, den du verurteilst. (2) Wir wissen aber, dass Gott die zu Recht verurteilt, die diese Dinge tun. (3) Wie kannst du dann meinen, du könntest dem Gericht Gottes entgehen, wo du doch dieselben Dinge wie die tust, die du verurteilst?

(4) Oder ist es so, dass du Gottes große Güte, Nachsicht und Geduld verachtest? Merkst du denn nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr bringen will? (5) Stattdessen häufst du dir selbst wegen deiner Härte und deinem Herzen, das nicht umkehren will, ständig immer mehr Zorn auf, bis er am Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes über dich hereinbricht. (6) Da wird Gott jedem das geben, was er für sein Tun verdient hat:

  • (7) Denen, die auf die Weise nach Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit streben, dass sie unermüdlich Gutes tun, ewiges Leben.
  • (8) Denen jedoch, die sich selbstsüchtig der Wahrheit widersetzen, der Ungerechtigkeit aber gehorchen, Zorn und Grimm.
  • (9) Bedrängnis und Angst wird über jede Menschenseele kommen, die das Böse tut, den Juden zuerst und auch den Heiden.
  • (10) Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden über jeden, der das Gute tut, den Juden zuerst als auch den Heiden.

(11) Denn Gott richtet ohne Ansehen der Person.

  • (12) Denn die, die ohne das mosaische Gesetz gesündigt haben, werden ohne mosaisches Gesetz aufgrund ihrer Sünde verloren gehen.
  • Und die, die unter dem mosaischen Gesetz gesündigt haben, werden durch das mosaische Gesetz gerichtet werden.

(13) In Gottes Augen sind nämlich nicht die Hörer des mosaischen Gesetzes gerecht, sondern die, die das mosaische Gesetz tun, werden für gerecht erklärt werden. (14) Denn wenn Heiden, die das mosaische Gesetz nicht haben, von sich aus so handeln, wie es das mosaische Gesetz fordert, dann sind sie, die das mosaische Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. (15) Sie beweisen dadurch, dass das, was das mosaische Gesetz fordert, ihnen ins Herz geschrieben ist. Und ihr Gewissen und ihre Gedanken, die sich untereinander anklagen oder auch verteidigen, bezeugen das auch. (16) Das geschieht an dem Tag, an dem Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus und entsprechend meinem Evangelium richten wird.

2,17-29: Die Sünde der Juden

  • (17) Wenn du dich nun voller Stolz einen Juden nennst,
  • dich auf das mosaische Gesetz verlässt,
  • dich Gottes rühmst,
  • (18) seinen Willen kennst und einschätzen kannst, worauf es ankommt, weil du aus dem mosaischen Gesetz unterrichtet bist,
  • (19) bist überzeugt, ein Führer der Blinden zu sein, ein Licht für die, die in der Finsternis sind,
  • (20) ein Erzieher der Unverständigen,
  • ein Lehrer der Unwissenden, der der Inbegriff der Erkenntnis und Wahrheit des mosaischen Gesetzes ist -

  • (21) Wenn du nun einen anderen belehrst, warum belehrst du dich dann nicht auch?
  • Du predigst, man dürfe nicht stehlen, du selbst aber stiehlst?
  • (22) Du sagst, man dürfe nicht ehebrechen, du selbst aber begehst Ehebruch?
  • Du verabscheust Götzen, du bereicherst dich aber an ihnen, indem du ihre Tempel plünderst?
  • (23) Du rühmst dich des mosaischen Gesetzes, behandelst Gott aber durch die Übertretung des mosaischen Gesetzes verächtlich? (24) Denn "euretwegen wird der Name Gottes unter den Heiden in den Schmutz gezogen", heißt es in Jesaja 52 Vers 5.

  • (25) Auch die Beschneidung nützt dir nur, wenn du das mosaische Gesetz befolgst. Wenn du aber das mosaische Gesetz übertrittst, bist du in Wirklichkeit zum Unbeschnittenen geworden.
  • (26) Umgekehrt ist es genauso. Wenn der Unbeschnittene die Forderungen des mosaischen Gesetzes befolgt, gilt er als ein Beschnittener. (27) Und der von seiner Herkunft her Unbeschnittene, der das mosaische Gesetz befolgt, wird dich, der du trotz geschriebenem mosaischem Gesetz und trotz Beschneidung ein Übertreter des mosaischen Gesetzes bist, richten.

  • (28) Denn nicht der ist ein wahrer Jude, der es nach außen hin ist,
  • und nicht das ist die rechte Beschneidung, die äußerlich sichtbar ist;
  • (29) sondern der ist ein wahrer Jude, der es in seinem Innersten ist,
  • und die rechte Beschneidung ist die, die durch den Geist am Herzen geschieht und nicht durch das geschriebene mosaische Gesetz. Dessen Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.

3,1-8: Die Vorzüge der Juden

(3,1) Und was ist dann der Vorzug der Juden gegenüber den Heiden? Und was ist der Nutzen der Beschneidung? (2) Nun, die Juden haben den Heiden gegenüber in jeder Hinsicht viel voraus. Zu allererst einmal ist ihnen das Wort Gottes anvertraut worden.

(3) Was ist dazu zu sagen? Hebt etwa die Untreue einiger Juden die Treue Gottes auf? (4) Niemals! Vielmehr ist es so: So wie jeder Mensch lügt, ist Gott immer aufrichtig und wahr. Das bezeugt schon Psalm 51 Vers 6: "Mit deinen Worten behältst du recht und wenn man mit dir rechtet, wirst du siegen."

(5) Wenn nun aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, welchen Schluss sollen wir dann daraus ziehen? Etwa den, dass Gott ungerecht ist, wenn er über uns seinen Zorn verhängt? Ich rede, wie Menschen eben reden. (6) Niemals! Wie könnte Gott sonst die Welt richten?

(7) Wenn jedoch die Wahrheit Gottes durch meine Lüge voll zur Geltung kommt und damit sein Ruhm vergrößert wird, wieso werde ich dann noch als Sünder verurteilt? (8) Soll ich etwa das sagen, was einige mir verleumderisch unterstellen? Sie behaupten, ich lehre: "Lasst uns Böses tun, damit Gutes dabei herauskommt!" Deren Gericht ist gerecht.


Auslegung:

In dieser Lektion werde ich den Text noch nicht auslegen. Das habe ich in den nächsten zwei Lektionen vor. Hier möchte ich außer der Übersetzung des Textes noch vier Anmerkungen zu meiner Übersetzung machen:

  • In Kapitel 2 Vers 1 habe ich mir die Freiheit genommen, durch meine Übersetzung etwas klarer auf die Zusammenhänge hinzuweisen. Am Ende von Kapitel 1 listet Paulus einen Lasterkatalog der Heiden. Ab Kapitel 2 kommt er auf die zu sprechen, die diese Dinge bei den Heiden verurteilen, nämlich die Juden.
  • Vers 2 heißt bei mir: "Wir wissen aber, dass Gott die zu Recht verurteilt, die diese Dinge tun." "Zu Recht" wird in anderen Übersetzungen mit "der Wahrheit entsprechend" übersetzt.
  • Vers 5 habe ich mit "Stattdessen häufst du dir selbst wegen deiner "Härte" und ..." wiedergeben. Andere übersetzen dieses Wort mit "Störrigkeit / Hartnäckigkeit". Für mich weist die Formulierung vom Zusammenhang her auf die Härte gegenüber den Heiden hin.
  • In Vers 9 und 10 ist von den Juden und "Griechen" die Rede und in Vers 14 und 23 von den "Nationen". In allen vier Versen habe ich "Griechen bzw. Nationen" einheitlich mit "Heiden" wiedergegeben, was meines Erachtens etwaige Verwirrungen vermeidet.


Anwendung:

Als "Anwendung" möchte ich Ihnen empfehlen, diesen langen Bibeltext immer wieder zu lesen und mit anderen Übersetzungen zu vergleichen.

Im Grunde genommen gehört die Mehrheit meiner Leser wahrscheinlich zu den nichtjüdischen Völkern. Diesbezüglich werden uns die Aussagen über die Heiden viel zu sagen haben. Aber irgendwie haben wir auch einen "jüdischen Hintergrund". Die meisten von uns kennen große Teile des mosaischen Gesetzes. Deshalb werden uns auch die Aussagen an die Juden ansprechen.

Stellen wir uns also dem ganzen Text. Lassen Sie uns ehrlich mit uns selbst ins Gericht gehen!

Weiter mit Teil II!



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