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Der Römerbrief:
Text, Auslegung & Anwendung

Römer 2,1 - 3,8:
Gottes große Güte, Langmut und Geduld mit den Juden

Wichtig: Diese Unterseite ist Teil III einer siebenteiligen Serie. Die Zusammenstellung dieser Serie finden Sie HIER. Bitte beginnen Sie mit der Lektüre bei Teil I und erarbeiten Sie sich die Texte fortlaufend bis Teil VII.

Dies ist die Fortsetzung von Teil II!


Auslegung:

Gottes Zorn über den JudenGottes Zorn über den Juden

3. - Wie reagiert Gott (zunächst) darauf?

Das schreibt uns Paulus in Kapitel 2,4:

  • Er ist gütig (Gottes Milde, Freundlichkeit),
  • nachsichtig (hält seinen Zorn zurück)
  • und langmütig (erträgt es geduldig).

4. - Wie gehen die Juden damit um?

Auch diese Frage wird in Kapitel 2,4 beantwortet:

  • Sie merken nicht - oder wollen es nicht merken -, dass Gottes große Güte sie zur Umkehr bringen möchte.
  • Gottes große (Reichtum an) Güte, Nachsicht und Geduld ist ihnen schon ein Begriff, aber so wie sie damit umgehen, verachten sie diese Wesenszüge Gottes.

5. - Welche Folgen hat dieses Verhalten?

Etwas läppisch ausgedrückt könnte man sagen, dass sich da etwas ansammelt. In Kapitel 2,5 schreibt Paulus:

  • Wegen der Härte, mit der sie die Heiden be- und verurteilen
  • und wegen ihrem Herzen, das nicht umkehren will,
  • sammeln sie sich bis zum Endgericht immer mehr Zorn Gottes an.

In dieser Härte, die von den Heiden die Umkehr fordert, und in der Verweigerung, selbst umzukehren, sammeln sie sich ausgerechnet in der Zeit der großen Güte, Nachsicht und Geduld Gottes Zorn für den Tag des Zorns an!

6. - Wie wird dieses Gericht sein?

  • Es wird ein gerechtes Gericht Gottes sein (2,5).
  • Bei dem sich niemand Herausreden kann (eine Entschuldigung haben wird) (2,1).
  • Das, wie die Juden wissen, der Wahrheit entsprechend sein wird (zu Recht geschieht) (2,2).
  • Das bedeutet so viel wie: Es wird den Taten entsprechend (2,2+6) und ohne Ansehen der Person sein (2,11).
  • Und diesem Gericht kann auch kein Jude entfliehen (2,3)!


Anwendung:

Die Missachtung der großen Güte Gottes

Gottes große GüteBei der Auslegung von Kapitel 9,22 haben wir schon über die Langmut Gottes gesprochen. Sie ist ein Art Geschenk Gottes an die unter dem Zorn Gottes stehenden Menschen, das sie nutzen sollen, um umzukehren. Wird dieses Geschenk allerdings nicht genutzt oder mit Nichtbeachtung gestraft, verachtet man dieses Geschenk und sammelt, vermehrt und häuft den Zorn Gottes auf den Tag des Zornes an.

Wie aber missachtet man Gottes große Güte, Langmut und Geduld? Die Juden missachten Sie auf die Weise, dass sie den Heiden mit einer be- und verurteilenden Härte gegenübertreten. Und obwohl sie selbst dieselben Dinge tun, wenden sie gegenüber sich selbst nicht dieselbe Härte an, was mit dazu führt, dass sie keinen Grund sehen, umzukehren - die Langmut Gottes in Anspruch zu nehmen. Sie verweigern sich der Umkehr und sammeln einen "Schatz" von Zorn für den Tag des Zorns an.

An diesem Tag des Zorns wird Gott Gericht halten. Es wird ein gerechtes Gericht sein, das der Wahrheit entsprechend, also entsprechend der Taten und ohne Ansehen der Person, geschieht. Auch die Juden können diesem Gericht nicht entfliehen und sie werden auch keine Entschuldigung haben. Es wird ihnen nichts nützen,

  • wenn sie "Ich bin doch Jude" sagen.
  • Auch die Berufung auf die Vorzüge bringt nichts ein.
  • Der Hinweis auf die Beschneidung fruchtet nicht.
  • Und das Pochen auf Gottes Güte, Langmut und Geduld geht fehl.

Traditionschristen wird es nicht anders ergehen.

  • Bei ihrem Hinweis darauf, dass sie in ein christliches Land geboren und christlich erzogen wurden und deshalb Christen sind, wird Gott nur nach dem Tag der "Wiedergeburt" fragen.
  • Beim Verweis auf die vielen Vorzüge wird Gott darauf hinweisen, dass die Vorzüge nur in Verbindung mit dem rechten Tun Vorzüge sind. Vorzüge in Verbindung mit einem widersprüchlichen Leben verunehren Gott.
  • Das Pochen auf christliche Sakramente wie Taufe und Firmung / Konfirmation fruchtet auch nicht. Gott wird im Gericht sagen, dass er im Neuen Testament höchstens vom Sakrament des Glaubens gesprochen hat. Nur der Glaube rettet. Die kirchlichen Sakramente sind unbiblische Erfindungen, was jeder Gläubige beim Lesen der Bibel sehr leicht erkennen kann.
  • Traditionschristen werden Gott wahrscheinlich nicht auf seine Güte, Langmut und Geduld hinweisen. Sie werden eher davon sprechen, dass Gott doch gerecht ist und wenn er gerecht ist, dass er sie dann auch aufgrund ihrer guten Werke gerecht sprechen muss. Doch aufgrund von Werken ist kein Mensch gerecht vor Gott!

Das gerechte Gericht Gottes wird den Traditionschristen für schuldig erklären! Er wird diesem Gericht nicht entfliehen können. Ohne Ansehen seiner Person und der Wahrheit entsprechend wird er gemäß seiner Taten und ohne eine berechtigte Entschuldigung vorweisen zu können, verurteilt werden.

Weiter mit Teil IV!



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