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Wichtig: Diese Unterseite ist Teil VI einer siebenteiligen Serie. Die Zusammenstellung dieser Serie finden Sie HIER. Bitte beginnen Sie mit der Lektüre bei Teil I und erarbeiten Sie sich die Texte fortlaufend bis Teil VII.
Dies ist die Fortsetzung von Teil V!
Gottes Zorn über den JudenPaulus ist noch nicht durch. Mit Kapitel 3,1-8 möchte er noch vier mögliche Einwände abwenden:
Einwand 1 (1+2): Wenn das alles tatsächlich so sein sollte, wie du sagst, was haben wir Juden dann noch für Vorteile gegenüber den Heiden? Und was nützt es uns, dass wir beschnitten sind?
Antwort: Der eigentliche und hauptsächliche Vorteil (Vorzug) ist der, dass Gott euch sein Wort anvertraut hat!
Einwand 2 (3+4): Einige Juden haben Gott die Bundestreue verweigert. Steht Gott dann überhaupt noch zu seinem Bund mit Israel?
Antwort: Gottes Treue ist nicht von eurer Treue abhängig. Eure Untreue beweist sogar, dass Gott aufrichtig und wahr ist, weil er trotzdem treu bleibt. Eure Untreue deckt aber auch eure Unzuverlässigkeit (Lüge) auf. Gott ist, wie er ist, nämlich treu und wahr. Und der Mensch ist eben auch, wie er ist, nämlich untreu und ein Lügner. Und wenn ein Mensch nun versucht, mit ihm zu richten, wird der Mensch (Jude) immer den Kürzeren ziehen. Gott wird siegen. Das bezeugt schon Psalm 51 Vers 6.
Einwand 3 (5+6): Ja aber ist dann Gott nicht ungerecht, wenn er seinen Zorn über uns verhängt? Unsere Ungerechtigkeit bringt doch, wie Du sagst, seine Gerechtigkeit erst richtig zur Geltung!
Antwort: Das ist ein völlig falscher und menschlicher Vermessenheit entspringender Schluss, den du da ziehst. Gott ist nicht ungerecht. Wie sonst könnte er die Welt gerecht richten - vgl. Kapitel 2,5?
Einwand 4 (7+8) (Vertiefung von Einwand 3): Aber wie kann mich Gott als Sünder betrachten und verurteilen, wenn doch gerade durch meine Lüge seine Wahrheit voll zur Geltung kommt und dadurch sein Ruhm auch noch vermehrt wird?
Antwort: Nein, es gilt nicht das, was man mich sagen lässt. Das Gericht derer, die behaupten, ich lehre "Lasst uns Böses tun, damit Gutes dabei herauskommt!", ist gerecht!
Damit setzt Paulus dem Widerspruch der Juden ein Ende. Sie hatten keinen Zweifel daran, dass über den Heiden der Zorn Gottes steht. Aber auch Paulus' furchtbare Behauptung, dass auch die Juden vom Zorn Gottes betroffen sind, steht felsenfest.
Liest man den gesamten Text von Kapitel 2,1 bis 3,8, so spürt man direkt, wie sich die Juden aus dieser fürchterlichen Behauptung, dass sie nämlich vom Zorn Gottes betroffen sind, herauswinden wollen. Sie strampeln förmlich mit Händen und Füßen, um diesen "heidnischen" Makel abzuschütteln. Doch Paulus lässt nicht locker und beweist ihnen (zu ihrem Besten), dass es so ist.
Dasselbe sich Winden und Wehren und um sich Strampeln begegnet uns auch, wenn wir Namenschristen davon überzeugen wollen, dass sie unter dem Zorn Gottes sind. Dann wird argumentiert, gestritten, verleumdet und scheinbar geistlich diskutiert. Das Ganze erinnert dann stark an unseren Abschnitt aus Kapitel 3, die Verse 1 bis 8:
Einwand 1: Was sagst du da? Meine Kirchenzugehörigkeit und meine Taufe öffnen mir nicht den Himmel? Ich soll keine Vorteile gegenüber den Naturvölkern haben, wo wir unsere Missionare hinschicken?
Antwort: Den eigentlichen und hauptsächlichen Vorteil nutzt du gar nicht. Durch Martin Luther wurde es möglich, dass du und jeder andere Deutsche eine Bibel haben und darin lesen können. Doch sie steht zu Hause im Schrank. Du schenkst ihr keinerlei Interesse. Gott hat uns hier in ganz besonderer Weise sein Wort anvertraut. Und für dich ist es ein Buch mit vielen Irrtümern, Abschreibfehlern und Ungenauigkeiten.
Einwand 2: Ich bin ja auch nicht mit allem einverstanden, was die Kirche so treibt. Dieser Prunk, dieser Reichtum, dieses unzeitgemäße Verhalten usw. Willst du nun allen Ernstes behaupten, dass Gott wegen dieser Fehler, für die wir weder etwas können noch sie umzustellen vermögen, seinen Bund mit uns aufkündigt?
Antwort: Nein, mit keinem Wort! Gott ist von niemandes Treue abhängig. Und es geht auch gar nicht um die Untreue deiner Kirche oder Gemeinde. Es geht um deine Untreue. Und die zeigt sich in deiner Art von Prunk, Reichtum usw. Du schmückst dich hier mit Federn, die dir nicht zustehen. Du protzt mit Gottesbeziehung, die du gar nicht hast. Dein christliches Leben ist eine einzige Lüge. Du warst ihm noch nie treu. Wann hast du ihm die Treue geschworen, wann hast du dich ihm zugewandt? Und wenn du meinst, dass du einmal mit Gott darüber streiten kannst, dann hast du dich geschnitten. Das wird ausgehen, wie es immer ausgeht, wenn man mit Gott richtet. Er ist der Sieger und du stehst als Lügner da!
Einwand 3: Puh, dann wäre es ja grad recht für Gott. Er steht dann als der Supergerechte da und ich als der Ungerechte. Wie könnte er dann noch seinen Zorn über mich verhängen?
Antwort: Das ist vermessen, was du da sagst. Und überhaupt ziehst du völlig falsche Schlüsse. Gott ist gerecht. Er wird diese Welt gerecht richten!
Einwand 4: Du weichst mir aus mit Vermessenheit und so. Aber es ist doch so. Wie kann Gott mich als Sünder verurteilen, wenn doch alles, was ich falsch mache, ihn glorifiziert? Ich bin der Lügner, er steht dann als der Wahre da. Ich bin der Ungerechte, er die Gerechtigkeit in Person. Was soll da das Gericht an mir?
Antwort: Wenn du jetzt meinst, dass die Lebensphilosophie "Lass uns Böses tun, damit Gott groß rauskommt!" genau das Richtige ist, dann ist dir nicht mehr zu helfen. Dann trifft dich Gottes Gericht zu Recht.
Viele Christen erschreckt vielleicht, was und wie ich hier schreibe. So kann man doch nicht reden. Das ist ja lieblos. Andere denken, dass sie sich auf so eine Diskussion überhaupt nicht einlassen würden.
Paulus tat es und er tat es nicht weniger verletzend wie ich. Ich möchte mich nun nicht mit Paulus gleichsetzen. Aber Paulus versucht mit diesen Worten einer ganzen Nation deutlich zu machen, dass auch sie Jesus braucht.
Und die Nation der Namenschristen darf auch erfahren, wie sie vor Gott dasteht. Das ist für gewöhnlich keine leichte Sache. Da treten Widerstände auf. Da muss ein Glaubensfundament beseitigt werden, das tief eingegraben (verwurzelt) ist. Da werden Presslufthämmer besonderer Güte benötigt. Und auch wenn nichts geschieht, wenn keiner oder nur wenige sich gewinnen lassen, ist die Botschaft dennoch nicht falsch. Das jüdische Volk hat bis heute noch nicht auf die Predigt des Paulus gehört. Aber der Tag wird kommen.
Namenschristen benötigen eine klare Botschaft. Namenschristen müssen auch ihre Argumente vortragen können. Und Namenschristen verdienen auch eine Antwort, selbst die, die sie nicht hören wollen.
Weiter mit Teil VII!

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