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Jesus sagte Petrus voraus, dass er ihn drei Mal verleugnen würde. Dieser konnte sich das nicht vorstellen. "Niemals", sagte er und tat es doch. Der Hahn krähte, Jesus schaute ihn an und Petrus weinte bitterlich. Er liebte Jesus aus tiefstem Herzen und dennoch war ihm das passiert. Diese Liebe zu Jesus war die Grundlage zur Vergebung und Wiedereinsetzung des Petrus.
Bei Judas, dem Sohn des Simon aus Chariot war dies offensichtlich anders. Er war genauso Jünger wie Petrus, Johannes und all die anderen. Dennoch entwickelte er sich in eine völlig andere Richtung.
Judas war ja aus Chariot in Judäa. Von daher kann man annehmen, dass er selbst auch ein Judäer war. Und Jesus war auch ein Nachkomme Judas, stammte aus der Linie Davids und behauptete von sich selbst, dass er der Messias ist. Warum aber richtete er dann nicht seine irdische Königsherrschaft auf? Eventuell wollte Judas Jesus mit seinem Verrat genau dazu provozieren und erhoffte sich möglicherweise eine gute Stellung in Jesu Reich.
Auch die Liebe zum Geld scheint ihn beherrscht zu haben. Er war der Kassenwart der Jünger und unterschlug immer wieder etwas davon, was in diese Kasse hineingelegt wurde - Johannes 12,6.
Fest steht, dass Jesus auch ihm ins Gewissen redete. Monate bevor Jesus von ihm verraten wurde, warnte Jesus im Jüngerkreis und sagte: "Habe ich nicht alle von euch erwählt? Und doch ist einer von euch ein Teufel!" Er meinte damit Judas, der ihn später verriet - Johannes 6,70f.
Im Folgenden möchte ich Ihnen einen Bericht über Judas in der Karwoche vorlegen:
Am Karmittwoch sprach Jesus die Weherufe über die Schriftgelehrten und Pharisäer. Danach beriefen diese eine Versammlung ein und beratschlagten, wie sie Jesus überlisten könnten, um ihn zu greifen und zu töten.
Jesus war zu diesem Zeitpunkt schon in Bethanien. Mit seinen Jüngern aß er dort zu Abend. Und dort salbte ihn Maria mit kostbarem Nardenöl. Einige Jünger ärgerten sich darüber. Sie empfanden dies als Verschwendung. Judas meinte, dass man dieses Öl hätte verkaufen und das Geld den Armen geben sollen. Aber nicht seine Sorge um die Armen trieb ihn zu dieser Aussage. Er war ein Dieb und hatte schon des öfteren Geld aus der gemeinsamen Kasse genommen.
Jesus rückte die Salbung ins rechte Licht. Er rechtfertige das Handeln Marias und sagte, dass sie seinen Körper zum Begräbnis gesalbt hatte.
Da fuhr der Teufel in Judas. Er verließ die Gesellschaft und ging zu den Hohepriestern. Ihnen teilte er seine Pläne mit und diese freuten sich. Aber umsonst wollte er Jesus nicht verraten. Man einigte sich. Judas war mit 30 Silberlingen zufrieden. Das war in etwa der Monatslohn eines Tagelöhners. Von da an beschäftigte sich Judas damit, wie er Jesus ohne großes Aufsehen überliefern konnte.
Am Gründonnerstag Abend feierte Jesus mit seinen Jüngern das Passah - das letzte Abendmahl. Dabei wusch er ihnen zu Beginn die Füße. Plötzlich war er zutiefst erschüttert und erklärte, dass einer der Jünger ihn verraten würde. "Wehe dem", sagte er, "durch den der Menschensohn veraten wird. Es wäre besser, wenn er nie zur Welt gekommen wäre!"
Die Jünger waren bestürzt und rätselten hin und her, wer von ihnen dieser Verräter sein könnte. Jesus antwortete ihnen, dass es der ist, dem er den eingetauchten Bissen Brot geben wird. Er reichte ihn Judas.
Judas nahm ihn und sagte zu Jesus: "Ich bin es doch nicht, Rabbi?"
"Du hast es selbst gesagt." erwiderte dieser.
Als Judas das Brot genommen hatte, ergriff Satan Besitz von ihm. Jesus sagte zu ihm: "Tu das, was du vorhast, schnell!"
Judas aß das Brot, verließ sofort den Raum und eilte in die Nacht.
Erst danach feierte Jesus mit seinen Jüngern das eigentliche Passahmahl und setzte das Abendmahl ein.
Gegen 0:00 Uhr an Karfreitag war nichts mehr von dem Plan, Jesus ohne Aufsehen festzunehmen, übrig. Jesus war im Garten Gethsemane als die Hohenpriester, Ratsältesten, Offiziere der Tempelwache, Diener der Hohenpriester und eine Abteilung der Tempelwache mit ihrem Offizier kam, um ihn festzunehmen. Sie rechneten wohl mit bewaffnetem Widerstand.
Was dann geschah möchte ich Ihnen durch einen Auszug aus meinem Buch "Was ist Ostern?" berichten:
Als sie ankamen, erwartete sie Jesus bereits und fragte: "Wen sucht ihr?"
"Jesus von Nazareth!" antworteten sie.
"Ich bin es!" sagte Jesus.
Als Jesus dies sagte, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Wieder einmal hatte er sich ihnen als der "ICH BIN (Jahwe)" offenbart und erneut fragte er sie: "Wen sucht ihr?"
Sie antworteten wiederum: "Jesus von Nazareth!"
"Ich habe euch doch schon gesagt, dass ich es bin", sagte Jesus. "Wenn ihr also mich sucht, dann lasst meine Jünger gehen."
Nun ergriff Judas die Gelegenheit und ging auf Jesus zu, um ihm den mit den Hohepriestern vereinbarten Begrüßungskuss zu geben.
Aber Jesus ließ es noch nicht so weit kommen, sondern sprach ihn an und fragte ihn: "Judas, willst du tatsächlich den Menschensohn mit einem Kuss verraten?"
Judas kümmerte sich nicht um diese Worte, trat an Jesus heran und sagte: "Sei gegrüßt, Lehrer!" und gab ihm einen Kuss.
Jesus sagte zu ihm: "Freund, wozu bist du hier?"
Dann traten die Bewaffneten heran, packten Jesus und nahmen ihn fest.
Die übrigen Jünger merkten in diesem Moment, was bevorstand und fragten Jesus: "Herr, sollen wir mit dem Schwert dazwischenfahren?"
Simon Petrus wartete die Antwort erst gar nicht ab, sondern zog sofort sein Schwert und hieb Malchus, dem Diener des Hohepriesters, das rechte Ohr ab. Damit brachte er alle in höchste Gefahr.
Glücklicherweise griff Jesus ein und rief: "Halt! Hört auf!" Daraufhin berührte er das Ohr und heilte den Mann.
Zu Petrus sagte er: "Steck dein Schwert wieder weg; denn wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen. Ist dir denn nicht klar, dass ich nur meinen Vater um Hilfe zu bitten brauche, und er wird mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie sollte sich dann aber erfüllen, was in den heiligen Schriften vorausgesagt ist? Es muss doch alles so geschehen! Diesen Leidenskelch hat mein Vater für mich bestimmt. Muss ich ihn dann nicht trinken?"
Zu all den anderen sagte Jesus dann: "Bin ich denn ein Verbrecher, dass ihr mit Schwertern und Knüppeln anrücken musstet, um mich gefangen zu nehmen? Täglich war ich bei euch im Tempel und habe gelehrt. Warum habt ihr mich da nicht festgenommen? Aber jetzt ist eure Stunde gekommen; jetzt hat die Finsternis Macht. Es musste ja alles so kommen, damit die Voraussagen der Propheten in Erfüllung gehen."
Daraufhin verhafteten sie Jesus und fesselten ihn.
Und seine Jünger verließen ihn alle und flohen.
Einzig ein junger Mann, Johannes mit dem Beinamen Markus, folgte Jesus. Er war nur mit einem leichten Umhang bekleidet. Ihn versuchten sie auch festzunehmen; aber er Riss sich los, ließ sein Kleidungsstück zurück und konnte nackt entkommen.
(Ende des Buch-Auszuges.)
Judas verfolgte den Prozess Jesu. Als er sah, dass Jesus verurteilt wurde, reute ihn sein Verrat. Er nahm das Geld und brachte es zurück. Zu den Hohepriestern und Ältesten sagte er: "Ich habe gesündigt, denn ich habe einen unschuldigen Menschen verraten."
Sie erwiderten: "Was geht uns das an? Das ist ganz allein deine Sache!"
Da warf Judas die Silberlinge in den Tempel, ging weg und erhängte sich. Dabei riß das Seil. Er stürzte kopfüber hinab und als er aufschlug platzte sein Bauch auf und seine Eingeweide traten heraus.
Weil es Blutgeld war, konnten die Hohenpriester die Silberlinge nicht in den Tempelschatz legen. Deshalb kauften sie dafür den so genannten Töpferacker als Friedhof für die Fremden. Bis heute heißt das Stück Land aber "Blutacker".
Damals erfüllte sich die Vorhersage des Propheten Jeremia. In Jeremia 19,1-13 und 32,6-15 heißt es zusammengefasst: "Sie nahmen die 30 Silberlinge - den Preis, den die Söhne Israels für ihn festgesetzt hatten - und kauften davon den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte."
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