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Die Karwoche ist die Trauerwoche vor Ostern ("kara" ist Althochdeutsch und bedeutet "Wehklage"). Sie beginnt am Palmsonntag und endet am Karsamstag.
Ganz anders die "Heilige Woche" der katholischen Liturgie. Sie beginnt ebenfalls am Palmsonntag, schließt aber Ostern mit ein.
Auf dieser Seite geht es um die historische Karwoche. Anhand unserer heutigen Bezeichnungen möchte ich Ihnen einen kurzen Abriss dieser Woche geben und Ostern mit einschließen. Auf weiteren Unterseiten werden einzelne Tage vertieft.
Palmsonntag ausführlich!
Frühmorgens machte sich Jesus mit seinen Jüngern auf, um wieder nach Jerusalem zu gehen. Unterwegs bekam er Hunger. Am Wegesrand stand ein Feigenbaum. Aber Jesus fand an ihm keine Früchte. Daraufhin verfluchte er ihn. Und augenblicklich verdorrte der Baum.
In Jerusalem angekommen, ging er in den Tempel. Und wieder hatten die Händler und Wechsler ihre Tische aufgebaut und gingen ihren Geschäften nach. Jesus trieb sie aus dem Tempel, stieß ihre Tische und Stühle um und begann dann zu lehren: "Steht nicht geschrieben, dass mein Haus ein Bethaus für alle Nationen sein soll? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!"
Das Volk war von seiner Lehre tief beeindruckt. Dies wiederum beängstigte die führenden Priester und Schriftgelehrten. Deshalb suchten sie nun nach einer Möglichkeit, Jesus umzubringen.
Gegen Abend verließ er Jerusalem.
Frühmorgens machten sich Jesus und seine Jünger wieder auf den Weg nach Jerusalem.
Unterwegs kamen sie am verdorrten Feigenbaum vorbei. Die Jünger nutzten die Gelegenheit und sprachen Jesus darauf an. Er antwortete ihnen, indem er sie in Bezug auf das vertrauensvolle Gebet und die Bereitschaft, anderen zu vergeben, belehrte.
In Jerusalem angekommen, gingen sie zum Tempel. Dort begann Jesus sofort damit, dem Volk die Botschaft vom Reich Gottes zu verkündigen.
Sogleich traten die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten zu ihm und fragten ihn, von wem er die Vollmacht für sein Tun hat. Jesus antwortete mit einer Gegenfrage: "War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?" Sie erklärten ihm, dass sie es nicht wüssten, woraufhin Jesus ihre Frage auch nicht beantwortete.
Danach erzählte er dem Volk folgende Gleichnisse:
In den Erklärungen dazu machte er deutlich, dass die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten die Negativbeispiele der Gleichnisse verkörperten. Sie glichen dem Sohn, der seinem Vater Gehorsam schwor und ungehorsam war. Sie glichen den Weingärtnern, die den geliebten Sohn des Besitzers umbrachten. Sie glichen den Hochzeitsgästen, die sich nicht einladen ließen und sogar die einladenden Knechte ermordeten.
Und Jesus wurde verstanden. Sie wollten ihn greifen, fürchteten aber das Volk, zogen sich deshalb zur Beratung zurück und hatten eine Idee. Jesus sollte zu Äußerungen provoziert werden, die ihn in Schwierigkeiten bringen würden. Ganz scheinheilig ließen sie fragen, ob es erlaubt sei, dem Kaiser Steuern zu geben. Jesus erkannte ihre Bosheit, wies auf des Kaisers Bild auf der Münze hin und sagte: "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.
Noch zwei weitere Fragen wurden Jesus gestellt:
Er belegte den Sadduzäern, dass es eine Auferstehung der Toten gibt und dem Pharisäer, dass die Liebe zu Gott vor Brand- und Schlachtopfergeboten kommt.
In der Nacht verließ er die Stadt und übernachtete mit seinen Jüngern auf dem Ölberg.
Auch am Mittwoch ging Jesus in den Tempel. Viel Volk war zugegen, und als die Pharisäer sich versammelten, stellte er ihnen eine Frage: "Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er?"
"Davids!" antworteten sie. Daraufhin zeigte er ihnen auf, dass David ihn Herr nannte und der Messias von daher nicht sein Sohn sein konnte. Im Anschluss daran sprach Jesus die bekannten Weherufe aus:
Wehe euch Pharisäern und Schriftgelehrten - ihr Scheinheiligen:
Danach klagte er über Jerusalem und beobachtete dann, wie eine arme Witwe das Geld für ihren ganzen Lebensunterhalt in den Opferkasten warf.
Einige Griechen wollten unbedingt Jesus sehen. Andreas und Philippus teilten ihm dies mit, woraufhin Jesus über sein Sterben sprach. Daraufhin verließ er den Tempel und ging mit seinen Jüngern zum Ölberg. Unterwegs sprach er viele Endzeitthemen an:
In verschiedenen Gleichnissen ermahnte er sie auch zur Wachsamkeit und Treue:
Abschließend sprach er noch über das Endgericht zu ihnen und teilte ihnen mit, dass er in zwei Tagen verraten und gekreuzigt wird.
Währenddessen hatten sich die Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes versammelt und berieten, wie sie Jesus mit List festnehmen und umbringen könnten. Ihnen war aber wichtig, dass es auf gar keinen Fall während des Festes geschehen sollte. Sie befürchteten einen Aufruhr im Volk.
Jesus ging mit den Jüngern vom Ölberg weiter nach Bethanien. Dort war er bei Simon dem Aussätzigen zu Gast. Plötzlich trat Maria ein und salbte ihn mit kostbarem Öl. Die Jünger waren darüber empört. Für sie war es eine Verschwendung. Aber Jesus erklärte ihnen, dass sie ihn zu seinem Begräbnis gesalbt hatte.
Wenig später schlich sich Judas davon und platzte in Jerusalem in die Versammlung der Hohenpriester. Er machte ihnen das Angebot, bei guter Bezahlung Jesus zu verraten. 30 Silberlinge - den Monatslohn eines Tagelöhners - versprachen sie ihm.
Am Gründonnerstag schickte Jesus Petrus und Johannes nach Jerusalem. Sie sollten dort das Passahfest vorbereiten.
Abends kam Jesus mit den anderen Jüngern nach. Sie feierten Passah und gingen anschließend in den am Ölberg liegenden Garten Gethsemane.
Gründonnerstag ausführlich!
An Karfreitag ging alles Schlag auf Schlag. In der Zeit zwischen Mitternacht und 18 Uhr wurde Jesus gefangengenommen, mehrfach an verschiedenen Orten verhört, gegeißelt, gekreuzigt und begraben.
Karfreitag ausführlich!
An Karsamstag erinnerten sich die Hohepriester daran, dass Jesus seine Auferstehung nach drei Tagen vorhersagte.
Deshalb gingen sie gemeinsam mit den Pharisäern zu Pilatus und baten ihn, dass das Grab Jesu bis zum dritten Tag gesichert würde. Pilatus erfüllte ihren Wunsch. Er gab ihnen eine Wache. Sie selbst sicherten den Stein.
Nach 18 Uhr kauften Maria aus Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus zusammen mit Salome wohlriechende Öle, um den Leichnam Jesu zu salben.
Ostern begann mit einem Erdbeben. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Grabwächter eilten in Richtung Jerusalem. Frauen zum Grab - und eine davon wieder zurück. Andere Frauen liefen ebenfalls zum Grab und flohen bestürzt nach Jerusalem und Bethanien. Jesus war auferstanden. Er hatte seine Ankündigung wahr gemacht. Auch Petrus und Johannes erkannten dies bei ihrem Besuch im Grab. Über den Tag verteilt erschien Jesus einzelnen, darunter zwei Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Abends dann, als die Jünger zusammen waren, trat er in ihre Mitte und offenbarte sich ihnen. Thomas war nicht bei ihnen.
Ostern ausführlich!

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